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12.07.19 / Dauerbaustelle in Moll / Kölns Oper will nicht fertig werden – Wiedereröffnung erst 2024?

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 28-19 vom 12. Juli 2019

Dauerbaustelle in Moll
Kölns Oper will nicht fertig werden – Wiedereröffnung erst 2024?
Siegfried Schmidtke

Tempel der Musik sind die Kathedralen der Neuzeit. Man lässt sich viel Zeit damit. Diese Erfahrung haben die Hamburger mit ihrer Elbphilharmonie gemacht. Und diese Erfahrung machen jetzt die Kölner mit ihrer Oper. Dort wird gebaut und gebaut und gebaut.

Offenbachplatz heißt die Stelle in der Mitte Kölns, an der sich Oper und Schauspielhaus befinden – benannt nach dem Komponisten Jacques Offenbach. Der wurde vor 200 Jahren in Köln geboren und wird deshalb zurzeit in der Stadt am Rhein groß gefeiert.

Weniger zu feiern gibt es in Köln, wenn es um die Sanierung des Operngebäudes geht. Hier plagt sich die Stadt seit 2005 in einer scheinbar unendlichen Ge­schichte mit Baumängeln und steigenden Baukosten herum und muss daher immer wieder den Termin für die Neueröffnung hinausschieben.

So auch kürzlich bei der Vorstellung des neuen Termin- und Kostenplans für die Opernsanierung. Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der Betriebsleiter der städtischen Bühnen, Bernd Streitberger, nannten Zahlen, die allerdings mit Vorsicht zu genießen sind. So prognostizierte Streitberger die Gesamtkosten nun auf 571 Millionen Euro. Das ist gerade einmal eine Million mehr als bei der letzten Schätzung im Juli 2017. Es könnten, so prophezeite der Betriebsleiter, sogar nur 554 Millionen werden.

Zur Erinnerung: Beim Be­schluss im Oktober 2010, Oper und Schauspielhaus zu sanieren – statt Abriss und Neubau – war noch von 253 Millionen Euro Gesamtkosten die Rede. Die Zahlen kletterten immer weiter in die Höhe: 460 Millionen (2015) und schließlich 570 Millionen (2017).

Ähnlich verschoben sich die Termine für die Wiedereröffnung. Von November 2015 war im Herbst 2014 noch die Rede. Im Frühsommer 2015 wurde dann tatsächlich der Spielplan der Bühnen gedruckt und veröffentlicht, der am 7. November des Jahres starten sollte. Doch im Juli 2015 hieß es plötzlich, wie im legendären Fußball-WM-Endspiel 1954, „Aus, Aus, Aus. Das Spiel ist aus.“ Mängel in der Haustechnik, vor allem beim Brandschutz, machten dem Spiel ein Ende. Wegen der zahlreichen Baumängel hat die Stadt Honorarzahlungen ausgesetzt. Die Bühnen der Stadt Köln und ein Ingenieurbüro beklagen sich deshalb nun gegenseitig vor Gericht.

Im Juli 2017 wurde neben der Gesamtkostensumme von 570 Millionen Euro das Jahr 2023 als Datum für die neue Spielzeit an den Bühnen genannt. Da ging Streitberger noch von einem Bau-Ende im Jahr 2022 aus.

Jetzt terminierte der Bühnen-Betriebsleiter das Ende der Bauarbeiten auf Mitte 2023. Ob dann bereits im Herbst des Jahres eine neue Spielzeit beginnen kann, erscheint allerdings vielen mehr als fraglich. Freunde der Kölner Oper glauben nicht an einen Spielbeginn vor 2024. Immerhin – dann wäre eine Feier zum 

205. Geburtstag von Jacques Offenbach am Offenbachplatz möglich.