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12.07.19 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 28-19 vom 12. Juli 2019

Leserforum

Einsatz der Wehrmacht war vorbildlich und sollte nicht vergessen werden

Zum Leserbrief: Darf deutschen Wehrmachtssoldaten gedankt werden? (Nr. 23)

Der Leserbrief zu Herrn Grigats Rede ist ein Musterbeispiel für die gelungene Gehirnwäsche an den Deutschen durch die Siegermächte der beiden Weltkriege, auch „Charakterwäsche“ genannt. Der Sieger schreibt seit alters her die Geschichte, und in Deutschland sogar die Geschichtsbücher.

Bekanntlich ließen die Alliierten nach 1945 über 32000 Buchtitel in Deutschland vernichten und erlaubten nur Verlage, die im Sinne der Sieger publizierten. Dennoch ist es möglich, sich über die wahren Kriegstreiber zu informieren. Allerdings ist es nicht leicht, im deutschsprachigen Raum Schriften oder Aussagen verlässlicher und objektiver Historiker zum Thema „Ursachen beider Weltkriege“ zu finden.

So wie Polen heute gar nicht abwarten kann, bis die USA Soldaten und Waffen im Land stationieren, um Russland zu provozieren, hat es Deutschland seit seiner Neugründung nach dem Ersten Weltkrieg durch Grenzübergriffe und marodierende Überfälle provoziert. Besonders die Deutschen im sogenannten Korridor hatten Unsägliches zu leiden. Kein wehrfähiges Land hätte diese Übergriffe so lange geduldet wie das Deutsche Reich. Die Polen freilich verschweigen diese Vorkommnisse. Sie sind sogar der Überzeugung, dass dieses 700 Jahre lang deutsch besiedelte Land „urpolnisches Gebiet“ sei.

Den Tod von zirka 2,5 Millionen Deutschen, meist Frauen, Kindern und Alten, haben die Vertreiberstaaten verursacht, ebenso die Vertreibung und Enteignung von zirka 15 Millionen Ostdeutschen. Selbst die ehemaligen Feinde sprachen mit Hochachtung von der Wehrmacht, in welcher Vergehen, wenn sie vorkamen, streng bestraft wurden.

Dass unwissende und indoktrinierte Nachfahren die eigenen Soldaten diffamieren, ist ungeheuerlich und wohl einmalig in der Welt. Der Einsatz vieler Wehrmachtseinheiten und der deutschen Marine bei der Rettung einer großen Zahl Vertriebener war vorbildlich und sollte nie vergessen werden.

Hätte die Mutter oder Großmutter des Leserbriefschreibers in den deutschen Ostgebieten gelebt und wären unter dem Schutz deutscher Soldaten den Russen, Polen oder auch Tschechen entkommen, würde er vermutlich anders urteilen, auch, weil er dann über das Verhalten der polnischen und tschechischen Bevölkerung sowie der Roten Armee besser unterrichtet wäre. 

Brigitte Bean-Keiffenheim, Frankfurt am Main






Er ist diskreditiert

Zum Leserbrief: Darf deutschen Wehrmachtssoldaten gedankt werden? (Nr. 23)

PAZ-Leser Maußhardt rügt, dass der Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen, Stephan Grigat, den „deutschen Wehrmachtssoldaten“ dafür gedankt habe, dass sie „den Überlebenden aus Ostpreußen“ die Flucht ermöglicht hätten. Es ist keine Wortklauberei, wenn ich dazu feststelle, dass Grigat bei seiner diesjährigen Rede das Wort „Wehrmacht“ überhaupt nicht gebraucht hat, sondern schlicht „den deutschen Soldaten“, gedankt hat, die unter Einsatz ihres Lebens die „Flucht hunderttausender Ostpreußen“ ermöglicht hätten. 

Grigat hat damit ganz konkret denjenigen Soldaten gedankt, die ab 12. Januar 1945 in Ostpreußen zehn Wochen lang unter größten Verlusten gekämpft haben, um den Fluchtweg für die Bevölkerung, insbesondere zuletzt aus dem Heilsberger Kessel über das Frische Haff und die Frische Nehrung, offenzuhalten. Grigat erhielt für seinen Dank lebhaften Beifall. Auch von mir. Meine Mutter erreichte mit meinen drei Geschwistern und mir dank des zäh hinhaltenden Kampfes der deutschen Soldaten am 21. Januar 1945 aus dem zentralen Ostpreußen kommend noch einen der letzten Züge, die aus Elbing abgingen.

Schon zwei Tage später war die Flucht nur noch unter fürchterlichen Umständen und mit sehr vielen Todesopfern über das Eis des Frischen Haffes und die Frische Nehrung möglich. Unter den Toten auf dieser Fluchtroute befanden sich auch mein von mir sehr geliebter Spiel- und Klassenkamerad sowie ein zweimonatiges Baby und zwei Frauen, die ich alle kannte. Sie fuhren auf den drei von insgesamt sieben Treckwagen des Gutshofes, auf dem ich aufgewachsen bin. Nur diese drei konnten nach Einholung durch die Front bei Landsberg den sowjetischen Truppen noch einmal entkommen. Die Familien auf den vier anderen Treckwagen gehören zu den 390000 Ostpreußen, die noch bis Mitte der 60er Jahre als verschollen galten. Es war an deren Alter zu erkennen, dass die meisten mit mir Applaudierenden wohl wie ich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nur dank der Soldaten überlebt haben, denen Grigat gedankt hatte. 

Weil die Kritiker der Vertriebenenverbände wie Maußhardt das hinsichtlich der Schuld anders sehen, nutzen sie jede vermeintliche Gelegenheit für den Versuch, die Landsmannschaften der Vertriebenen in Misskredit und endlich zum Schweigen zu bringen. Ein weiterer Grund dafür ist, dass es sie stört, daran erinnert zu werden, dass die Vertriebenen durch den Verlust der Heimat und ihres ganzen dortigen Vermögens Lasten zu tragen hatten, die ihnen 

– bei nicht geringerer „deutscher Schuld“ – erspart geblieben sind.

Nicht Grigat hat sich diskreditiert, sondern der Leserbriefschreiber und Journalist Maußhardt.

Friedrich Gastell, Isernhagen






Verlorener Realitätssinn

Zum Leserbrief: Darf deutschen Wehrmachtssoldaten gedankt werden? (Nr. 23)

Nach der Lektüre des Leserbriefs kann man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass die Geschichtskenntnisse des Autors, was Polen und die deutsche Wehrmacht betrifft, ausschließlich auf seinem Besuch eines Danziger Museums beruhen. Eventuell käme auch noch Reemtsmas Wehrmachtsausstellung in Betracht. Auf jeden Fall hat er keinerlei Kenntnis von den mörderischen Aktivitäten Polens, beginnend mit den Verhandlungen in Versailles, in den deutsch-polnischen Grenzgebieten bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. 

Um es vorwegzunehmen: Polen ist weltweit das einzige Tätervolk, das verstanden hat, von seinem völkerrechtswidrigem Verhalten, egal ob gegen Deutsche oder Juden, abzulenken und sich als die großen Leidtragenden der deutschen Wehrmacht darzustellen. Beginnend mit dem 19. Juli 1919 startet die extreme Hetze gegen Deutsche. Der Starost von Culm, Ossowski, erklärte: „Wenn ein Deutscher oder Jude wagt, irgendetwas gegen den polnischen Staat zu sagen, so bindet ihn mit Stricken und schleift ihn durch die Straßen.“

1921 empfing Ministerpräsident Witos in Warschau eine Abordnung deutscher Domänenpächter, gewährte ihnen zwei Minuten und erklärte: „Dies ist der erste Vorstoß gegen die deutsche Intelligenz, und es ist höchste Zeit, dass die sogenannten deutschen Kulturträger verschwinden.“ Der offene Terror gegen Deutsche begann und hörte nie auf.

1932/33 versuchte der polnische Außenminister, die Franzosen und Engländer zu animieren, einen Krieg gegen Deutschland zu beginnen, mit dem Ziel einer späteren gemeinsamen Grenze mit Frankreich an der Elbe. 1933 schloss Deutschland mit Polen einen Nichtangriffspakt ab. Danach kündigte die polnische Regierung den Minderheitenschutzvertrag. Die Entdeutschung wurde fortgeführt, der Terror gegen Deutsche verschärfte sich nach der Garan­tie­erklärung Englands vom 

31. März 1939. Im Juni 1939 hielt der polnische Oberbefehlshaber, Marschall Ryds-Smigly, an polnische Offiziere eine Rede und hob hervor: „Polen will den Krieg mit Deutschland, und Deutschland wird ihn nicht verhindern können, selbst wenn es das wollte.“ 

Die Teilmobilmachung Polens wurde bekanntgegeben. Am 

22. August 1939 begann Polen, deutsche Verkehrsflugzeuge zu beschießen. Schließlich führten folgende Ereignisse, die für sich alleingenommen nach damaligem Recht ein Kriegsgrund waren, am 31. August 1939 zum Ausbruch des Krieges: Der Eisenbahnverkehr von Ostpreußen ins Reich wurde durch die Sprengung der Dirschauer Brücke durch Polen unterbrochen. Beuthen wurde von polnischer Artillerie unter Beschuss genommen. Das Linienschiff „Schleswig-Holstein“ wurde von der widerrechtlich zur Festung ausgebauten Westerplatte unter Gewehrfeuer genommen. Und der deutsche Generalkonsul in Krakau wurde ermordet. 

Der von polnischen Politikern beteuerte Gedanke zur Unschuld am Ausbruch des Krieges, mag von deren Brüdern und Schwestern im Geiste geglaubt werden, aber nicht von jenen, die sich noch einen Rest von Realitätssinn bewahrt haben.

Gebhard Knull, Buxtehude






Unangebrachte Beschimpfungen

Zum Leserbrief: Darf deutschen Wehrmachtssoldaten gedankt werden? (Nr. 23)

Dass der von Hitler begonnene Zweite Weltkrieg ein Verbrechen war, und zwar für alle Beteiligten, sowohl die von uns zuerst überfallenen Polen als auch zum Schluss uns Deutsche und unseren Wehrmachtsoldaten selbst, ist wohl unbestritten. 

Und das, auch wenn für das unterlegene Deutschland der Keim dazu schon mit den Bedingungen des Versailler Vertrages gelegt wurde. Sowie auch wenn die polnische Regierung trotz des Zugewinns Westpreußens und Ostoberschlesiens auf weitere Landnahme gierig war, was mit in einer polnischen Generalstabs­übung schon während der Zeit der Weimarer Republik (also schon gegen das friedliche Deutschland) geübt wurde, nämlich weitere Gebiete mit Ostseeküste bis möglichst Kolberg mit einen Krieg gegen das geschwächte Deutschland zu erobern. 

Wenn der Leserbriefschreiber wohl meint, für einen (deutschen) Diktator hätte es keine andere Lösung gegeben, so sollte man doch auch von einem Diktator erwarten dürfen, dass er solche sich dann ergebenden Konstellationen rechtzeitig erkennt und hinsichtlich eines Überfalls auf das benachbarte Land entsprechend nicht handelt. 

Aber statt eines Krieges hätte Deutschland andere Möglichkeiten gehabt, schwierige Nachkriegsbedingungen zu korrigieren. Zum Beispiel Polen durch wirtschaftlichen Druck zur Einrichtung eines nur für den deutschen Verkehr nach und von Ostpreußen genutzten und deutsch verwalteten Korridors durch den polnischen Korridor zu bewegen.

Bei fortgeführter polnischer Ungefälligkeit hätte es bis zur vollkommenen Schließung der deutsch-polnischen Grenzen wie zu DDR-Zeiten mit gleichzeitigem Abbruch der Handelsbeziehungen kommen können. Also, kein Schnellzug Paris–Berlin–Warschau–Moskau mehr. Kein Pole hätte dann mehr auf dem Landwege durch Deutschland in den Westen Europas reisen können. Millionen polnischer Erntehelfer in Deutschland hätten sich bei uns nichts mehr verdienen können. Und auch die Schließung des Nord-Ostsee-Kanals für polnische Schiffe hätte eine Option sein können. Und anderes mehr. 

Da auch Russland durch weite Gebietsverluste an Polen diesem nicht gerade so freundlich gesonnen war, um ihm irgendwelchen wirtschaftlichen Ausgleich zu bieten, wären die Polen in der Korridorfrage Deutschland vielleicht irgendwann entgegengekommen. Man hätte es zumindest versuchen können – aber niemals einen Krieg anzetteln, der war das Verbrechen. 

Es war gerade für unsere deutschen Soldaten so sinnlos, dass man sich niemals bei ihnen bedanken kann – wofür denn 

auch? –, sondern grenzenloses Bedauern für ihren Missbrauch durch die Nazis empfinden muss. Nachträgliche Beschimpfungen der Wehrmachtsoldaten sind ganz und gar ungerechtfertigt und daher unangebracht. 

Helmut von Binzer, Hamburg






Eine Anmaßung

Zum Leserbrief: Darf deutschen Wehrmachtssoldaten gedankt werden? (Nr. 23)

Der PAZ gehört alle Achtung so vorzügliche, ehrliche, wissenschaftliche Abhandlungen und Meinungen der Allgemeinheit zu veröffentlichen. Natürlich sind wir nicht mit allem, was wir lesen, einer Meinung. Das wäre ja langweilig. Aber: Als wir Philipp Maußhardts Leserbrief vor Augen hielten, da brach unsere gute Laune. Nun war Schluss mit der Toleranz. Sein Leserbrief ist nicht korrekt, anmaßend und eine wahre Unverschämtheit. 

Ich habe als Soldat in Russland, Polen und Frankreich meine Pflicht getan wie auch hunderttausende von deutschen Männern. Wir haben für das Vaterland gekämpft gegen eine Übermacht, die sich schon seit Ende des Ersten Weltkrieges auf eine Vernichtung des deutschen Volkes verschworen hatte. Aber Herr Maußhardt würde das nicht wissen.

Erdmute und George Kuester, New Minas/Kanada






Exkommuniziert

Zum Leserbrief: Darf deutschen Wehrmachtssoldaten gedankt werden? (Nr. 23)

Mit seiner Aussage, „Ostpreußen galt als ,Muster-Gau‘“, beleidigt Leserbriefautor Maußhardt meine verstorbene Mutter, meinen vermissten Vater und alle Ostpreußen. Die Ostpreußen werden aus der deutschen Geschichte exkommuniziert. Dazu passt die Aussage vom polnischen Generalkonsul in Königsberg 1925: „Keine Opfer können zu groß sein, um Ostpreußen in den Kreislauf des Polentums einzubeziehen.“

Edwin Falk, Eutin






Zutiefst verletzend

Zum Leserbrief: Darf deutschen Wehrmachtssoldaten gedankt werden? (Nr. 23)

Mich hat der Leserbrief des Herrn Maußhardt zutiefst verletzt. Nach meinem Empfinden spricht der Herr wie der Blinde von der Farbe. Sicher hat ihn das polnische Weltkriegsmuseum beeindruckt.

Herrn Grigat, dem Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen,  bin ich dankbar, dass er der deutschen Wehrmacht gedenkt. Ich verdanke der Marine von damals mein Leben. Mein junger Vater verlor seines in Russland, obwohl er kein Nazi war, wie mir meine Mutter versicherte. Meine Eltern haben Hitler nicht gewählt, und in die Partei wurde ja auch nicht jeder aufgenommen. Hätte mein Vater den Kriegsdienst verweigert, wäre sein Leben auch verwirkt gewesen.

„Ostpreußen galt als ,Muster-Gau‘“, schreibt er. Soweit mir bekannt ist, war der Gauleiter in Ostpreußen aus dem Rheinland, und die „Stadt der Bewegung“ war München, und die großen Aufmärsche und Feiern fanden in Nürnberg statt. Ostpreußen war eine abgetrennte deutsche Provinz, die darunter litt. Die Propaganda hat damals schon funktioniert, genauso wie heute. 

Der Leserbriefautor besitzt die „Gnade der späten Geburt“ und sollte sich informieren, bevor er durch seine „Weisheiten“ Menschen verletzt.

Waltraud Schmidt, Henstedt-Ulzburg