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19.07.19 / Ein großer Schritt / Ausstellung in Peenemünde und den USA zum »Apollo«-Jahrestag

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 29-19 vom 19. Juli 2019

Ein großer Schritt
Ausstellung in Peenemünde und den USA zum »Apollo«-Jahrestag
Helga Schnehagen

Am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr MEZ betraten die ersten Menschen den Mond, Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin. 400000 Menschen waren an dem Weltraumprojekt beteiligt, darunter viele deutsche Raketeningenieure. 

Die Grundlagen für das welthistorische Ereignis wurden in der Raketenstadt Peenemünde auf der Insel Usedom gelegt. Einem Areal mit Forschungseinrichtungen, Prüfständen, Abschussbasen, Fa­briken, Kraftwerken und einer eigenen Siedlung für Ingenieure und Techniker. Hier wurde am 

3. Oktober 1942 die erste testreife Rakete gestartet. Sie flog 85 Kilometer hoch und streifte den Rand des Weltalls. Das Raumschiff war geboren. Von der Wiege der Raumfahrt haben sich bis heute außer Siedlungshäusern einzig das Heizkraftwerk und marginale Überreste und Ruinen erhalten. 

Vollendet wurde der Mondreisen-Traum des aus der Provinz Posen stammenden Wernher von Braun mit dem Apollo-Programm im Marshall Space Center von Huntsville, Alabama. In der Rocket City findet man heute mit dem U.S. Space & Rocket Center das größte Raumfahrtmuseum der Welt – komplett mit zahlreichen Exponaten von der 111 Meter hohen Saturn-V-Rakete bis zur Mondfähre und zu Originalgestein vom Erdtrabanten. Zum Jubiläum läuft noch bis zum 

19. Dezember die Sonderausstellung „Apollo: When We Went to the Moon“, bei der täglich die Mondlandung nachgestellt wird.

Über den Tennessee River in Nordalabama, weiter auf dem Ohio River und Mississippi wurden die riesigen Raketenteile aus Huntsville erst in den Golf von Mexiko verfrachtet und dann an Floridas Küste entlang weiter nach Cape Canaveral. Bis heute ist Huntsville ein Zentrum des Raketenbaus geblieben. Das U.S. Space & Rocket Center dokumentiert das gesamte Raumfahrtprogramm der USA, so auch die ersten amerikanischen Missionen nach dem „Sputnik-Schock“ 1957, als die Sowjetunion erstmals einen Satelliten ins Weltall schick­te, und das Space Shuttle-Programm. 

In Peenemünde präsentiert das Historisch-Technische Museum im alten Kraftwerk noch bis zum 8. September die Sonderausstellung „Wettlauf zum Mond. Viel Lärm um einen kleinen Schritt?“ Die Ausstellung zeigt neben den technischen Grundlagen und dem Verlauf der Apollo-Missionen auch die vergeblichen Versuche der sowjetischen Raumfahrt, den USA zuvorzukommen. Daneben werden die Wirkungen des Ereignisses auf die Zeitgenossen, die Nachwirkungen und die heutige Bedeutung der Reisen zum Mond dargestellt. 

Unter den Exponaten befinden sich eine originale Armlehne des Sitzes der Mondlandefähre, die während der Apollo-11-Mission tatsächlich auf dem Mond war, oder Bruchstücke der beim Start explodierten russischen Mondrakete N1.


Info im Internet: www.alabama-usa.net; www.museum-peenemünde.de; Historische Rundfahrten durch das Peenemünder Testgebiet, das heute Sperrgebiet ist, sind buchbar unter www.peenemuende-west.de