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16.08.19 / Die Grenzen sind fließend / Bürgerkrieg und Terrorismus seit der Französischen Revolution

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 33-19 vom 16. August 2019

Die Grenzen sind fließend
Bürgerkrieg und Terrorismus seit der Französischen Revolution

Der Begriff des Terrorismus, als Herrschaft des Schreckens stammt aus der Französischen Revolution. Hier war es der von Robespierre geleitete Staat, der seine tatsächlichen oder vermuteten Feinde in einer Orgie der Gewalt zu unterdrücken suchte. In seinem heutigen Verständnis entwickelte sich der Terrorismus später im Verlauf des 19. Jahrhunderts. Zwar hatte es in der Geschichte schon immer Anschläge und Attentate gegeben, jedoch ist es ein wesentliches Kennzeichen von Terrorismus, dass er ideologiegeleitet ist. Erst mit dem Aufkommen moderner politischer Denkschulen, wie etwa dem Anarchismus oder dem Kommunismus, wurden Gewalttäter auch entsprechend inspiriert.

Terroristische Angriffe richteten sich in dieser frühen Periode zunächst gegen die Monarchie als Staatsform und nicht selten sogar gegen die Person des jeweiligen Herrschers. Teilweise entstammten die Attentäter auch nationalen Unabhängigkeitsbewegungen. Auf den französischen Kaiser Napoleon III. wurden mehrere erfolglose Attentate verübt. Weniger Glück hatte der russische Zar Alexander II., der 1881 einem Bombenanschlag der sozialistischen Untergrundorganisation „Narodnaja Wolja“ zum Opfer fiel.

Als nach Ende des Ersten Weltkrieges einzelne Monarchien zusammenbrachen, richtete sich das Instrument des Terrorismus gegen die neuen Machthaber. In der Sowjetunion überlebte Revolutionsführer Lenin nur schwerverletzt ein Attentat. Auch in dieser historischen Phase des Terrorismus konzentrierten sich Gewalttäter primär darauf, führende Repräsentanten des Staates oder des gegnerischen politischen Lagers anzugreifen. Schon vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges setzte in Teilen der von den europäischen Mächten beherrschten Welt der Prozess der Dekolonisation ein. Nunmehr griffen die Anhänger von Unabhängigkeitsbewegungen verstärkt Einrichtungen der Kolonialmächte an und verübten Attentate auch auf niedrige Funktionsträger. Die Übergänge zwischen Terrorismus und Bürgerkrieg waren teilweise fließend. Die deutsche RAF versuchte mit ihrem Konzept der Stadtguerilla hieran erfolglos anzuknüpfen. Heute dominiert der islamistische Terrorismus die Schlagzeilen. D.P.