19.04.2024

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16.08.19 / Sehr gefragt / Sensburger erhalten Bruderhilfe (letzter Teil)

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 33-19 vom 16. August 2019

Sehr gefragt
Sensburger erhalten Bruderhilfe (letzter Teil)
M. Buchholz

In diesem Sommer reiste eine Delegation der Kreisgemeinschaft Sensburg nach Ostpreußen, um die Bruderhilfe auszuzahlen. Eine neue Auszahlungsstelle erleichterte die Arbeit.


Für die Bereiche Sensburg Stadt, Sensburg Land und Weißenburg stand uns erstmals die Empfangshalle im Hotel Huszcza freundlicherweise zur Verfügung. Das wirkte sich besonders günstig für die Abholenden der Bruderhilfe aus. Das Hotel wurde als neutraler und angenehmer sowie altersgerecht zugänglicher Ort empfunden. Außerdem kannten die Leute das Hotel aus früheren Jahren, als die Kreisgemeinschaft Sensburg noch festliche Veranstaltungen zu bedeutenden Anlässen für die dortigen Sensburger Landsleute ausrichtete. Vorerst sind diese Zeiten vorbei, da der Vorstand des deutschen Vereins eine Richtung eingeschlagen hat, die keineswegs der Satzung dieses Sensburger Vereins entspricht. Die Kreisgemeinschaft aber war seinerzeit eingesprungen, eine deutsche Gesellschaft zu unterstützen, die satzungsgemäß die deutsche Sprache und Kultur fördert und erhält. Das sucht sie seit einigen Jahren leider vergeblich. 

Unser Hilfsdienst an den Menschen dort geht weiter. Aus Altersgründen und bedingt durch Krankheiten kann nicht jeder Bruderhilfe-Empfangende den Auszahlungsort selbst aufsuchen. Einigen fehlt sogar eine Kontaktperson, die sie mit dieser Aufgabe betrauen könnten. Während unseres mehrtägigen Besuchsdienstes in den Außenstellen müssen uns stets genügend Termine für die Einzelausteilung der Bruderhilfe in den Häusern zur Verfügung stehen. Diese Menschen erwarten ganz einfach unseren Besuch. Und sie sind dankbar dafür. Die finanzielle Unterstützung ist weiterhin eine gute Hilfe im Alltag, so wird uns das immer aufs Neue bestätigt. „Ich kann die Leser daher nur bitten, ihre Spendenfreundlichkeit nicht einzustellen“, formulierte der Heimatbeauftragte. 

Die einzelnen Gespräche während des Besuchsdienstes können in diesem kleinen Bericht nicht wiedergegeben werden. Eine Aussage einer fast Hundertjährigen möchte dennoch festgehalten werden. Die alte Frau lag fast regungslos in ihrem Bett, lauschte unseren Worten, hörte uns wirklich zu und gab mit ihrer Mimik zu verstehen, dass sie unseren Worten folgen kann. Sie seufzte plötzlich. Dann sprach sie in einem verständlichem, reinen Deutsch: „Mein liebes Deutschland haben sie mir genommen!“ Was mag wohl alles in der Zeit unseres Besuches ihre Gedanken bewegt haben?