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16.08.19 / Der Winter kommt / Neue Ausstellung im Lötzener Museum, Neumünster

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 33-19 vom 16. August 2019

Der Winter kommt
Neue Ausstellung im Lötzener Museum, Neumünster
Ute Eichler

Er wurde im Januar 2019 siebzig Jahre - der Fotograf Mieczyslaw Wieliczko. Geboren und aufgewachsen in Allenstein (Olsztyn), absolvierte er dort und in Danzig ein Pädagogikstudium. Seit 1972 beschäftigt er sich mit Fotografie. Schon 1985 wurde er Mitglied im Bund polnischer Kunstfotografen. Seit 1992 ist er ausschließlich als Fotograf tätig. Er wohnt und arbeitet in Allenstein. Mehr als 40 Bücher sind durch sein Fotografieren entstanden, sein Schwerpunkt liegt auf der Landschaftsfotografie.

In 2008 zeigte das Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen die Ausstellung „Die vier Jahreszeiten in Ermland und Masuren“. Im Jahr darauf erschien der Katalog zur Ausstellung dieser Fotografien von Wieliczko. In ihm sind 54 Landschaftsaufnahmen von zeitloser Schönheit abgebildet. In 2010 konnte die Ausstellung in Neumünster (damals noch an der Adresse Brachenfelder Straße) im Lötzener Heimatmuseum gezeigt werden. Mit ihr gelang der Durchbruch in der Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit. Endlich erkannten Bewohner der Patenstadt, dass der Standort der Lötzener Heimatsammlung nicht ein geschlossener Treffpunkt für nur Mitglieder der Kreisgemeinschaft ist, sondern allen offensteht. Die damals verstärkt einsetzende Pressearbeit tat ein Übriges an Wirkung.

Als das Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen von Dezember 2018 bis April 2019 die Sonderausstellung „Ermland und Masuren im Winter“ zeigte, war das Interesse der Betreuerin der Lötzener Heimatsammlung geweckt. Diese Ausstellung beinhaltete nicht nur neue Landschaftsbilder des Fotokünstlers Wieliczko, sondern Aufnahmen seines Kollegen Andrzej Waszczuk, der sich vorrangig der Tierwelt des Ermlandes und Masurens widmet. Aus Platzgründen kommen jetzt nur die Landschaftsfotografien von Wieliczko nach Neu-münster. „Es gibt keinen Fotografen, der die Weite der Landschaft und ihre Stimmung während der verschiedenen Jahreszeiten besser erfasst als Wieliczko.““schrieb Uwe Hahnkamp in einer Besprechung der Ausstellung.

Der Fotograf Wieliczko selbst sagt: „Wer den Puls der freien Natur fühlen will, muß hier, inmitten von Seen, Mooren und Wäldern, alle Jahreszeiten erleben. Man muss auch eigene Wege gehen, und nicht nur die stark begangenen… 

Unangekündigt und still fällt eines Nachts der erste Schnee über die Felder, Wälder und Wasser. Der Winter ist da. Nun wird es schwierig, durch das Land zu wandern. Man weicht lieber nicht mehr von den größeren Verkehrswegen ab und bewundert nur noch von weitem die märchenhaft in Raureif gekleideten Birken und die riesigen Flächen der zugefrorenen Seen, auf denen eines Tages wieder weiße Segel erscheinen. Diesmal sind es die Eissegelschiffe. Die Segler sind jetzt auf die Kufen umgestiegen, um auch im Winter mit dem Wind um die Wette zu segeln. 

Das Weiß herrscht überall, wohin das Auge schaut. Und der Himmel bleigrau. Stille. In den Nächten hört man nur den Wind über den steifgefrorenen Ackerfeldern heulen. So wird es bleiben, bis die ersten Tage des Frühlings kommen.“ (Aus dem Vorwort zu „Mazury – Kraina Wielkich Jezior“/“Masuren – Das Land der großen Seen“).

Hier klingt an – Wieliczko ist auch ein hervorragender Kenner der Wasserwege des südlichen Ostpreußens. Was die Ausstellung der Winterbilder nicht vermitteln wird – wie intensiv der Fotograf sich im zurückliegenden Jahrzehnt mit der Stadtlandschaft des sich verändernden Allensteins auseinandergesetzt hat. In 2011 erschienen seine „Olsztyn – Impressionen“, die wieder den Beweis erbrachten, wie sehr es dem Fotografen gelingt, mit Licht(stimmungen) „zu malen“. 

Sein in 2018 veröffentlichter Bildband „Allenstein zwischen Tag und Traum“ zeigt dem Betrachter eine Stadtlandschaft, in der der Bewohner oder Besucher Allensteins zwar Bekanntes finden, aber bei jeder Aufnahme sich eingestehen muss: So habe ich das noch nicht gesehen. - Und das ist es, was das Schaffen Wieliczkos vom Fotografieren anderer unterscheidet. Er belauert ein Motiv, bis alles stimmt: Der Moment, das Licht, die Komposition, das Detail … Wieliczko ist ein herausragender Fotokünstler. Er lehrt uns, das Vertraute neu zu sehen. Im Bekannten das Unbekannte zu entdecken. Die Besonderheit und die Schönheit des uns Umgebenden zu erkennen. Seine (Stadt-) Landschaftsfotografien haben nicht nur einen dokumentarischen Wert, sie erfüllen einen hohen ästhetischen Anspruch.

Die Ausstellung „Ermland und Masuren im Winter – Fotografien von Mieczyslaw Wieliczko“ wird am 17. August im Heimatmuseum der Kreisgemeinschaft Lötzen, Sudetenlandstraße 18H (Böcklersiedlung) in der Patenstadt Neumünster um 15.30 Uhr eröffnet. Sie ist zu sehen bis einschließlich 16. November. 

Kommen Sie in die eisig schöne ostpreußische Winterwelt mit den unzähligen zugefrorenen Seen und tief verschneiten Wäldern!