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30.08.19 / Frei gedacht / Ist weißer Völkermord unsere Zukunft?

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 35-19 vom 30. August 2019

Frei gedacht
Ist weißer Völkermord unsere Zukunft?
Eva Herman

Immer häufiger ist die Rede vom „alten, weißen Mann“. Meist sind es junge Frauen, die so reden, weiße wie farbige, Emanzen, Feministinnen, Rot-Grün-Wählerinnen, Journalistinnen, Politikerinnen, Klima- und Netz-Aktivistinnen. Immer öfter stoßen sie diesen neuen Kampfbegriff aus, sie tun es meist auf ziemlich diskriminierende, herabwürdigende Weise, auch mit einer gewissen Wut im Bauch, scheint es. Es ist vor allem das politisch korrekte Medienkartell, das diese Strömung befeuert: In Diskussionssendungen, Meinungsartikeln, Interviews, überall hört man immer häufiger, dass der „alte, weiße Mann“ Schuld sein soll an nahezu sämtlichen derzeitigen Verwerfungen der Welt.

Nein, er hat derzeit wirklich keine günstige Position, der alte, weiße Mann, sondern er gerät kräftig unter Beschuss: Er sei rück-ständig, herrschsüchtig, machtbesessen, hänge in alten Mustern des absoluten Herrschenwollens fest. Man mag ihn jetzt offenbar nicht mehr sehen und hören. Seine Meinung, die er immerhin viele hunderte Jahre zum Ausdruck bringen durfte, ist nicht mehr gefragt, die Welt dreht sich auch ohne ihn, ohne diesen alten, weißen Mann weiter. Denn er ist es schließlich auch, der das Recht der Nationalstaaten fordert, der sich vor allem gegen den globalen Wandel stellt, zu dessen wichtigsten Themen der Klimaaktivismus, die Massenmigration sowie die Vermischung der Rassen zählen.

Die junge, weiße Autorin Sophie Passmann, die im Frühjahr 2019 ein Buch zum Thema veröffentlichte, drückte es so aus: „Der Begriff ist aufgekommen, weil die Menschen, die viele gerade nerven mit ihrer Omnipräsenz und damit, sich gegen den Wandel zu stellen, auffallend oft ältere weiße Männer sind … Als Kampfbegriff bedeutet er natürlich auch, dass ein Mann, der weiß ist – und heterosexuell und nicht behindert, gepaart mit ein paar anderen Privilegien – in unserer Gesellschaft keine Diskriminierung erfährt.“ Unbesorgt plaudert Passmann weiter: „Ich ermuntere jeden Mann, der weiß ist und mittelalt, sich erst mal angegriffen zu fühlen. Das finde ich gar nicht so schlimm, wenn jemand verwundert ist, sich gestört fühlt, vielleicht sogar beleidigt. Denn ich glaube, es ist das erste Mal in der Geschichte, dass wir weiße Männer darauf hinweisen, dass sie weiße Männer sind. Und das kann heilsam sein.“ Im Kulturmagazin „Cicero“ hieß es im März 2019: „Wer ein ,alter weißer Mann‘ ist, muss derzeit mit vielen Beschimpfungen rechnen. Zu recht, heißt es, alte weiße Männer sollen endlich auch die Leiderfahrung spüren, die andere täglich machen.“

Der von mir geschätzte US-Journalist und ehemalige US-Vize-Finanzminister Paul Craig Roberts stellt fest, dass es jetzt allerdings der gesamten weißen Rasse wohl an den Kragen geht. Er spricht in einem im Sommer 2019 erschienenen Artikel von einem flächendeckenden Völkermord an den Weißen auf der ganzen Welt. Dabei nennt der Autor als Beispiel die Verfolgung weißer Südafrikaner, von denen viele in ihrem Land derzeit in höchster Lebensgefahr schweben. (Unsere deutschsprachigen Medien schreiben nur selten darüber, während beispielsweise der russische Präsident Wladimir Putin sich darum bemüht, die weißen Farmer Südafrikas, die seit einigen Jahren von ihren Landsitzen systematisch vertrieben und verfolgt, vielfach gar ermordet werden, nach Russland zu holen und ihnen bei der Immigration behilflich zu sein.) Doch auch in den USA ist das Thema längst spruchreif geworden, und so soll im September 2019 eine Delegation südafrikanischer Weißer nach Washington reisen, um sich die diplomatische Unterstützung der USA sicherzustellen, da man befürchtet, dass die schwarze Mehrheit in Südafrika derzeit Vorbereitungen für einen Völkermordkrieg gegen die weißen Bürger dort trifft.

Der Journalist schreibt zur Entwicklung dieser verheerenden Zustände: „1994 übergab die weiße südafrikanische Regierung die Macht an die Schwarzen. Für einige Jahre war die politische Situation unter Präsident Nelson Mandela und dem Einfluss von Bischof Desmond Tutu stabil. Aber im Laufe der Zeit wurden ihre Nachfolger radikaler und weniger vernünftig.“ Zum Teil sei die Radikalisierung auf wirtschaftliche Korruption und Misswirtschaft zurückzuführen gewesen. Da die schwarze Regierung es jahrelang nicht geschafft habe, Wirtschaft und Gesellschaft zu verbessern, hätten „die schwarzen politischen Führer ihre Rhetorik gegen die Weißen geschärft“. Immer häufiger sei der Hass gegen die Weißen zum Ausdruck gebracht worden in Medien, Politik und Gesellschaft, parteiübergreifend. Brutale und schreckliche Angriffe auf weiße Bauernfamilien seien „explodiert, die Regierung drängt mittlerweile auf eine Politik der entschädigungslosen Enteignung weißer Bauernhöfe“, so der Journalist. Roberts berichtet, dass ein Führer des bewaffneten ANC-Flügels (African National Congress, bekanntester Politiker hier war Nelson Mandela) derzeit junge Schwarze aufrufe, sich in Trainingslagern zur Vorbereitung auf den Bürgerkrieg gegen die Weißen zu beteiligen. „Die Forderung nach Waffen gegen die weißen Bürger nimmt zu. Aufrufe zur Säuberung Südafrikas von Weißen sind jetzt zu Inhalten von Popsongs und Texten im öffentlichen Raum geworden, sie sind überall und stets präsent.“

Auch in den USA stellt Roberts diese Tendenzen fest. So habe man dort eine öffentliche Wahrnehmung geschaffen, dass Massenerschießungen ein „Problem des weißen Mannes“ seien, während in Wirklichkeit das Gegenteil der Fall sei: „51 Prozent der Massenschützen im Jahr 2019 waren schwarz, 29 Prozent waren weiß und elf Prozent waren Latinos“, zitiert er eine aktuelle Studie.

Tja, die Entwicklungen laufen, und wir werden das Rad wohl nicht mehr zurück-drehen. Mal ganz ehrlich: Ist das wirklich ein Wunder nach all den Jahrhunderten der gewaltsamen Unterwerfung zahlloser eingeborener Völker weltweit durch die weißen Europäer, durch die brutale Kolonialisierung, natürlich ausgehend zunächst vom weißen Mann? Nach all der Unterdrückung auch von Frauen und Schwächeren, Sklaven, durch den weißen Mann? Der gar Jahrtausende währenden Machtbesessenheit von Regenten, Diktatoren und Kirchenfürsten, meist weißer Hautfarbe? Fakt ist, dass das Pendel wohl oder übel eines Tages zurückschlagen musste. Der Zeitpunkt scheint gekommen, die Entwicklung ist in Gang geraten, der letzte Zug des alten, weißen Mannes nimmt an Fahrt auf – offenbar in Richtung Endstation.

Aber Achtung: Was viele wütende Aktivistinnen hierzulande nun immer öfter thematisieren und somit zunehmende Ausgrenzung schaffen, das wird in absehbarer Zeit auch auf sie zurückkommen. Denn direkt an der Seite des weißen Mann lebt – genau: die weiße Frau. Und die steht als nächstes auf der Abschussliste, ob alt oder jung. Sie kann sowohl die Ehefrau des alten, weißen Mannes sein wie auch dessen Tochter, oder seine Enkelin. Keine Sorge, auch dieser Prozess läuft bereits auf vollen Touren und wird durch die Exponentialfunktion, die derzeit praktisch alle Themenbereiche unseres Lebens erfasst hat, extrem beschleunigt. Jedermann und jedefrau, die sich zu diesem Thema äußern, weben also mit am eigenen Schicksal, das sich bereits vor der Haustüre eingenistet hat. Wer sich übrigens in Deutschland und Europa umschaut, ahnt, was auch dort auf jeden zukommt.


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