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27.09.19 / Kompromittierende Bilder von Juan Guaidó / Venezuelas selbsternannter Interimspräsident traf sich mit kolumbianischen Drogenbossen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 39-19 vom 27. September 2019

Kompromittierende Bilder von Juan Guaidó
Venezuelas selbsternannter Interimspräsident traf sich mit kolumbianischen Drogenbossen
Florian Stumfall

Seit rund zwei Wochen kursieren im Internet Fotos, die in einer Fernsehsendung namens „Con el Mazo Dando“ zu sehen waren und den von den USA und Teilen des Westens unterstützten selbsternannten Interimspräsidenten Venezuelas, Juan Guaidó, zusammen mit Jonathan Orlando Zambrano Garcia zeigen, den man auch „Patrón Pobre“ nennt, den „armen Patron“. Es handelt sich hierbei um ein führendes Mitglied der paramilitärischen „Rastrojos“, eines der größten Drogenkartelle in Kolumbien und, wie es heißt, das brutalste. 

Guaidó reagierte auf die Enthüllung mit der Frage, wie die Regierung in Venezuela zu diesen Bildern gekommen sei, sowie dem Relativierungsversuch, er habe sich an diesem Tag mit vielen Leuten fotografieren lassen, da habe er nicht jeden kennen können.

Der Versuch einer Relativierung wirkt jedoch wenig erfolgversprechend, wenn man sich die Bilder vor Augen hält, die zeigen, wie Guaido in ein Auto steigt, das Zambrano Garcia zu einem Hubschrauber lenkt. Außerdem handelt es sich dabei nicht um die einzigen Aufnahmen solcher Art. Eine andere zeigt Guaidó zusammen mit Alberto Lobo Quintero, dessen Kriegsname „Brother“ lautet, und eine weitere mit John Durán Contreras, genannt „El Menor“, der Kleine, jeweils Arm in Arm und nicht so wie auf einem Gefälligkeits-Foto. Diese beiden waren Chefs der „Rastrojos“, bevor sie verhaftet werden konnten. Ein Sprecher des venezolanischen Innenministeriums hat die Identität der beiden ebenso bestätigt wie die Polizei im kolumbianischen Cúcuta. Zu den kompromittierenden Bildern gehört auch noch eines, das Guaidó mit Iván Posso Pedrozo, genannt „Nandito“, zeigt, einem weiteren hochrangigen Mitglied des Drogenkartells. 

Entstanden sind die Bilder an der venezolanisch-kolumbiani-schen Grenze, wo sich Guaidó von den Drogenbossen offenbar bei einem wegen seines Ausreiseverbots illegalen Grenzübertritt helfen ließ. Er war nämlich in Cúcuta von dem britischen Milliardär Richard Branson als Überraschungsgast zu einem Benefiz-Konzert eingeladen worden. Weitere Ehrengäste waren Chiles Präsident Sebastián Pinera, der kolumbianische Präsident Iván Duque Márquez und der Präsident von Paraguay, Mario Abdo Benítez. 

Zuerst veröffentlicht hat das Material Wilfredo Canizares, Direktor der investigativen kolum-bianischen Menschenrechts-Stiftung „Progresar“. „Progresar“ erläutert den ganzen Vorgang wie folgt: Die Einreise von Guaidó nach Kolumbien sei mit den Rastrojos abgestimmt gewesen, daher das Auftreten der beiden Anführer. Der Stiftung lägen Zeugenaussagen aus den umliegenden Gemeinden vor, denen zufolge Mitglieder des paramilitärischen Drogenkartells die Einwohner dazu gezwungen hätten, bis zur Ankunft von Guaidó ihre Türen 24 Stunden lang geschlossen zu halten.

Bei so viel Vorsicht kann es nicht verwundern, dass das Drogenkartell auf die Veröffentlichung der Fotos empfindlich reagiert. So gab es bereits einen Mordversuch auf das Kartellmitglied „Nandito“, das die Bosse durch die Veröffentlichung anscheinend als verbrannt und somit potenziell unzuverlässig betrachteten. „Nandito“ überlebte zwar den Anschlag, doch vier Mitglieder seiner Familie sind dabei getötet worden. Canizares stellt dazu die rhetorische Frage: „Vernichten die Drogenbosse so Beweise der Zusammenarbeit mit Guaidó?“

Zum Hintergrund Guaidós schreiben die US-Publizisten Dan Cohen und Max Blumenthal: „Während Guaidó sich aus dem Nichts materialisiert zu haben scheint, ist er in Wirklichkeit das Produkt von mehr als zehn Jahren eifriger Aufzucht durch die Regime-Change-Fabriken der Washingtoner Elite.“ Zentrales Organ hierfür sei das „National Endowment for Democracy“, ein Ableger der CIA. Dieses pflege enge Kontakte zu südamerikanischen Drogenkartellen, weil es mit Drogengeldern weltweit Umstürze finanziere. So ergäbe sich ein gleichseitiges Dreieck: Guaidó als CIA-Zögling und Freund von Drogen-Bossen, die CIA als Architekt von Farbrevolutionen mit Geldern aus dem Drogenhandel und die Kartelle mit machtpolitischen Ambitionen. 

An sich sollte der Skandal um die Bilder aus der südamerikanischen Drogen-Welt mit einem von Berlin anerkannten Putschisten auch in Deutschland zu einem Überdenken der außenpolitischen Paradigmen führen. Wenn dies schon nicht geschieht angesichts der Kriege, in die das Land durch die Gefolgschaft den USA gegenüber gezwungen wird, sollte es vielleicht die Nähe zur Organisierten Kriminalität tun.

Berlin handelt angesichts dieser Vorgänge nach der Art der drei Affen: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Bei der Bundespressekonferenz gefragt, wie die Bundesregierung die Sache beurteile, ließ ein Sprecher einige Zeit darauf schriftlich wissen: „Die Aufnahmen sind dem Auswärtigen Amt aus der Medienberichterstattung bekannt. Zum Kontext der Aufnahmen oder den abgebildeten Personen liegen dem Auswärtigen Amt keine belastbaren Erkenntnisse vor.“