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27.09.19 / Ein Exzentriker mit kuriosen Konstruktionen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 39-19 vom 27. September 2019

Ein Exzentriker mit kuriosen Konstruktionen

Die Entwicklungsgeschichte der sogenannten Flugautos ist reich an kuriosen Konstruktionen und exzentrischen Persönlichkeiten. Eine dieser Persönlichkeiten ist der heute 82-jährige US-Amerikaner Paul Moller. Er ist einer der bekanntesten und mittlerweile auch umstrittensten Vertreter der Flugwagen-Idee. Moller ist emeritierter Professor der Universität von Kalifornien. Anfang der 1990er Jahre stellte er seinen „Skycar“ erstmals der Öffentlichkeit vor. Mit dem „Skycar“ sollte Fliegen so leicht sein wie Autofahren.

Zunächst baute er einen Einsitzer, die M150, um die Machbarkeit seines Konzepts zu beweisen. Dann folgte ziemlich schnell die größere Moller M400 „Skycar“ für bis zu vier Personen. Die M400 war ein Senkrechtstarter mit acht Wankelmotoren in verkleideten und schwenkbaren Gondeln. Die saßen an den Spitzen von vier kurzen Flügeln und waren eine Eigenentwicklung von Moller selbst. 

Jedoch schafften es Moller und sein Entwicklerteam nie, das ehrgeizige Steuerungssystem wirklich einsatzbereit zu machen. 2009 stieg die erste und einzige M400 zu einigen Flugtests auf. Allerdings war kein Pilot an Bord, und das Flugzeug machte Schwebeflüge an einem Sicherheitsseil. 2011 bewarb sich Moller mit der M400 für die Zulassung durch die US-amerikanische Experimental Aircraft Association, schloss den Prozess jedoch nie ab. Der Grund war schlicht Geldmangel. Bereits 2003 hatte die US-Börsenaufsicht gegen Moller wegen Betrugsverdacht ermittelt, und der hatte sich nur mit einer freiwilligen Strafzahlung vor weiteren Ermittlungen retten können. Enttäuschte Anleger hatte das nicht beruhigt. 2013 versuchte Moller, durch Crowdfunding neues Geld aufzutreiben, war jedoch erfolglos. Auch aus einem Joint-Venture mit einer chinesischen Firma wurde nichts. Selbst der Verkauf der Prototypen über die Auktionsplattform E-Bay scheiterte.F.L.