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27.09.19 / Die Crux mit der 737 MAX / Unglücksflieger reißt Boeing in die Krise

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 39-19 vom 27. September 2019

Die Crux mit der 737 MAX
Unglücksflieger reißt Boeing in die Krise

Die Boeing Company ist mit einem Börsenwert von 213 Milliarden US-Dollar das weltweit führende Luftfahrtunternehmen. Doch nach zwei Abstürzen und erheblichen technischen Problemen hatte die Aktie teilweise um bis zu 30 Prozent nachgegeben. Mittlerweile hat sich die Lage entspannt, obwohl der Konzern immer noch mächtig Ärger hat. 

So muss sich Boeing bei der angestrebten Wiederzulassung seiner nach zwei Abstürzen mit Startverboten belegten Baureihe 737 MAX weiter gedulden. Nach Aussage des Präsidenten der US-Luftfahrtbehörde FAA, Stephen Dickson, gibt es weiter keinen festen Zeitplan für eine mögliche Betriebsgenehmigung. „Ich kann Ihnen garantieren, dass der Flugzeugtyp nicht wieder abhebt, bis ich davon überzeugt bin, dass es die sicherste Sache da draußen ist“, sagte Dickson. Die Abstürze von Boeing 737 MAX 8, bei denen im Oktober 2018 und diesen März insgesamt 346 Menschen starben, haben Boeing in eine schwere wirtschaftliche Krise geführt. Der bis dahin bestverkaufte Flugzeugtyp 

737 MAX ist inzwischen seit gut einem halben Jahr mit Flugverboten belegt. Von der Maßnahme sind viele Fluggesellschaften betroffen. Selbst auf dem Mitarbeiterparkplatz stehen nagelneue 737-MAX-Flugzeuge, die nicht an Kunden ausgeliefert werden können. Boeing hat die Produktion im Zuge der Flugverbote zwar um ein Fünftel gedrosselt, doch werden auch jetzt noch in der Hoffnung auf eine rasche Wiederzulassung rund 42 Maschinen pro Monat gefertigt. 

Allein im zweiten Quartal brock­te das 737-MAX-Debakel dem Airbus-Rivalen einen Rekordverlust von 2,9 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) ein. Der Umsatz fiel um 35 Prozent auf 15,8 Milliarden Dollar. Boeings gesamte Schadensbilanz seit den im März verhängten Flugverboten belief sich laut dem Finanzdienst Bloomberg bereits Ende Juni auf 8,3 Milliarden Dollar. 

Als Hauptursache der beiden Abstürze gelten Fehler einer Steuerungsautomatik, die per Software-Update behoben werden sollen. Auch von einer mangelnden Schulung der Piloten war die Rede. In diesem Zusammenhang ist auch die FAA in die Kritik geraten. Sie würde zu viel Rücksicht auf die Belange des Flugzeugbauers nehmen. Ein von der Behörde selbst berufener Expertenausschuss werfe der FAA einen Mangel an Transparenz vor, schrieb das „Wall Street Journal“ in der vergangenen Woche. Vor allem, dass die Aufsicht teilweise Sicherheitsprüfungen Boeing selbst überließ, wurde kritisiert. Auch wenn die FAA grünes Licht geben sollte, drohen somit noch Hindernisse durch Unstimmigkeiten mit internationalen Behörden. So ist mittlerweile zweifelhaft, ob die Verantwortlichen in Europa oder China einer erneuten Flugfreigabe für die Boeing 737 MAX gleich folgen werden. Ein Ende der schlechten Nachrichten ist für Boeing also noch nicht in Sicht.P.E.