28.01.2022

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27.09.19 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 39-19 vom 27. September 2019

Leserforum

Eine nicht ganz so einfache Geschichte Pommerns

Zu: Pommerns „Krone der Fürstenfrauen“ (Nr. 28)

In der PAZ lese ich in dem Artikel über die Herzogin Anna von Pommern, die „Krone der Fürstenfrauen“, dass mit dem Erlöschen des Pommerschen Her­zogshauses im Mannesstamme 1637 „der Erbfall Pommerns an Schweden“ eingetreten sei. Ganz so einfach verhält sich diese Geschichte jedoch nicht.

Nach jahrhundertelangen Streitigkeiten zwischen Brandenburg und Pommern wegen der von Brandenburg beanspruchten Lehnshoheit über seinen Nachbarn kam es 1529 zu einem Vertrag zwischen den beiden Territorialherrschaften, der einerseits zum Verzicht Brandenburgs auf den Anspruch der Lehnshoheit über Pommern führte, andererseits jedoch im Falle der erledigten Erbfolge in Pommern den Anfall des Landes an Brandenburg festlegte. Und dieser Fall trat eben im Jahre 1637 ein. Von Rechts wegen hätte nun das ganze Herzogtum Pommern dem Hause Brandenburg zugestanden.

Doch inzwischen hatte der Dreißigjährige Krieg neue Fakten geschaffen. Nachdem Schweden, das die Herrschaft im gesamten Ostseeraum anstrebte, 1630 mit der Anlandung von Truppen in Pommern in den Krieg eingegriffen hatte, nötigte es das militärisch ohnmächtige und politisch bedeutungslose Pommern zu einem Bündnisvertrag. Mit dem Tode des Pommernherzogs Bogis­-lav XIV. erhob nun Schweden Anspruch auf den Besitz des Landes. Im Zuge des Westfälischen Friedens wurde das Land geteilt: Schweden erhielt das gesamte Vorpommern (einschließlich Rügens) sowie einen Streifen Hinterpommerns östlich der Oder. Den Rest erhielt Brandenburg. 

Erst im Laufe der nächsten über 150 Jahre kamen auch die schwedisch okkupierten Landesteile sukzessive wieder an das Haus Hohenzollern: 1679 durch den Frieden von Saint-Germain, 1720 im Frieden von Stockholm und schließlich 1815 durch die Festlegungen des Wiener Kongresses. Die Frage, ob der 1630 erzwungene Bündnisvertrag Schwedens mit Pommern den Grimnitzer Vertrag von 1529 außer Kraft setzte, mag für Völkerrechtler ein interessantes Thema wissenschaftlicher Auseinandersetzungen bieten, doch als Laien auf diesem Felde  enthielten Schwedens Besitzansprüche für mich zumindest ein „Geschmäckle“. 

Einem folgenden Jahrhundert blieb es dann vorbehalten, über vier Fünftel der preußischen Provinz Pommern fremder Staatsgewalt auszuliefern. In diesem Fall kann man jedoch nicht von „Gewalt“ beim Übergang in fremde Hände sprechen, denn die Bun­desrepublik hat ja souverän und freiwillig diesen Landesteil abgetreten. 

Karl-Christian Boenke, Bonn






Thälmann-Fakten

Zum Leserbrief: DDR-Märchen (Nr. 35) 

Unter Berufung auf Frau Breitscheid widerspricht der Leserbriefautor der These, der Reichstagsabgeordnete Ernst Thälmann (KPD) sei im KZ Buchenwald erschossen worden, stattdessen sei er Opfer eines Bombenangriffs ge­wesen. Dagegen steht im Internetlexikon Wikipedia, von dem wir inzwischen wissen, dass dort anonyme Kräfte im Hintergrund dafür wirken, Einträge auf „political correctness“ zu prüfen, der KPD-Funktionär „wurde ... vermutlich auf direkten Befehl Adolf Hitlers erschossen“. Jetzt, zum 75. Jahrestag seines Todes, haben die Mainstream-Medien diese Aussage als gegebenen Fakt stets wiederholt.

Aber schauen wir uns den Bericht eines weiteren Zeitzeugen an. Der damals 18-jährige Helmuth Dommain aus Lübben war 1946 von der GPU in der Sowjetischen Besatzungszone verhaftet worden. Er kam über das Lager Jamlitz schließlich nach Buchenwald. 1994 gab er seine Erinnerungen „Mit einem Bein im Massengrab“ heraus. Darin ist zu lesen: „Die Abrissarbeiten außerhalb des Lagers beschränkten sich nicht nur auf die ehemaligen Gebäude der Rüstungsfabrik. Heute müssen wir ein kleines Gewächshaus abreißen, danach ein Einfamilienhaus. Das Haus wird das ,Thälmannhaus‘ genannt. Häftlinge, die auch schon bei den Nazis in Buchenwald eingesperrt waren und jetzt wieder hier sind, berichteten, dass hier der KPD-Führer wohnte und bei einem amerikanischen Luftangriff auf das Rüstungswerk mit diesem Hause endete.“

Henrik Schulze, Jüterbog






Asoziale Justiz

Zu: Aufmüpfige Jugend (Nr. 36)

In den Jugendwerkhöfen gab es nicht nur Jugendliche, die politisch aufmüpfig waren und umgepolt werden sollten, sondern auch Schwerkriminelle, die schon im Kindesalter aus Frust über ihre Eltern das Haus abfackelten, Klassenkameraden folterten oder der Erzieherin in den Schlüpfer griffen und sich bis aufs Blut prügelten. Zehnjährige Kinder habe ich kennengelernt. Der Beitrag weist zwar auf die politische Willkür hin, ist aber nach meinem Dafürhalten unvollständig.

Apropos Asozialität. Diesen Tatbestand gibt es nicht in der Rechtsprechung der alten Bundesländer. Der Halbbruder meines besten Schulfreundes kennt alle Vollzugsanstalten der ehemaligen DDR wegen Asozialität von innen. Auch nach der Wende war er zu Gast in Santa Fu (eine Hamburger Justizvollzugsanstalt, d. Red.) und anderen Anstalten.

Eines Tages erzählte er mir hocherfreut, dass er aufgrund des nichtvorhandenen Straftatbestandes der Asozialität unter die politisch Verfolgten eingestuft wurde und weit über 20000 D-Mark Entschädigung vom Staat bekam. Er kaufte sich ein Segelboot und taufte es auf den Namen „Cape Diem“.

Welche Schizophrenie, welch Arroganz der Justiz, welch Ungerechtigkeit!

Peter Karstens,  Eckernförde






Günstiger essen ohne Regenwald

Zu: Regenwald auf dem Teller (Nr. 36)

Bei dem Artikel über die Brände im Regenwald ist mir das Brötchen aus dem Gesicht geflogen. Dem möchte ich als Leser der PAZ doch ein paar Anmerkungen für unsere letzten kritischen Mitleser als Infohintergrund zur Selbstnachlese hinzufügen: 

Tatsache ist nach hiesigen Agrar-Internetpräsenzen, dass unsere eigene Viehwirtschaft zu 70 Prozent aus Milchwirtschaft besteht und lediglich zu 30 Prozent Fleischwirtschaft, die durch das hohe Fleischangebot größtenteils als Hundefutter verarbeitet wird. Klartext: Damit werden also unsere kläffenden „Lieblinge“ gefüttert, während wir auf Sojagummi herumkauen sollen.

Ebenso das Märchen über importiertes Sojafutter für die Viehzucht, denn primär wird Soja angebaut, um daraus Tofu und Sojaprodukte (Bio, vegan und alternative) Grundstoffe zu extrahieren. Das übriggebliebene „Sojaschrot“ ist ein Abfallprodukt und beinhaltet jedoch so hohen Nährwert, dass dieser „Abfall“ wenigstes als Kraftfutter primär für unsere Milchwirtschaft exportiert wird. Dann wollen wir mal das Palmöl für alternativen Biodiesel nicht vergessen. Sehr „nachhaltig“!

Und dann mal Tabularasa: Es ist eben in elitären hippen Kreisen üblich, das heimische „alte“ Rindfleisch zu verschmähen und lieber das „gute“ aus Südamerika zu importieren, da für den Export unserer Industrie der Import von Agrarprodukten (Rindfleischfilet und Soja) die Devisen sind, mit denen die Nobelkarossen dann bezahlt werden. Fragen Sie doch mal einen echten „Arbeitsmann“, wann er das letzte Mal im „Steakhaus“ war?

Um dann noch „den Deckel auf den Topf zu setzen“, ist es inzwischen für die Agrar-Industrie lukrativer, subventionierten Rohstoff für Biodiesel oder zur Biogas-Erzeugung anzubauen, statt unsere Anbauflächen für echtes Essen zu verwenden, da der überflüssige Import eben billiger und zertifiziert „umweltverträglicher“ ist. Kein eigenes Fressen, kein Dünger, keine Gülle.

Mehr gibt es zu dem Main­stream-Artikel nicht hinzuzufügen. Mal ein bisschen intensiver recherchieren!

Ulrich Drübbisch, Ahrensburg






Stressfreie Zeiten

Zu: „Geflüchtete“ machen in ihren „Verfolgerstaaten“ Urlaub (Nr. 35), zu: Die Kriminellen wird es freuen (Nr. 35) und zu: Clans unterwandern Politik (Nr. 35)

Alle drei PAZ-Artikel kennzeichnen die Ignoranz eines Staates. Die ersten Medien haben bereits 2016 von Urlaub auf Staatskosten berichtet. Ohne Papiere, aber mit modernsten Mobiltelefonen. Natürlich haben diese genau gewusst, dass man in Deutschland alles durchwinkt.

Wer in seinem so bösen Heimatland Urlaub machen will, hat jegliches Recht auf Verbleib in Deutschland verwirkt und muss, solange er noch hier wohnt, das „Urlaubsgeld“ abarbeiten. Dann hätten diese Menschen ja wenigsten einen „Grund“, Heimaturlaub zu nehmen. Denn von so viel Stress in Deutschland muss man sich schließlich erholen.

Natürlich freuen sich die Kriminellen über das Staatsversagen. Das Versagen der Justiz gab es bereits vor 2015. Schon davor hat es zu Recht „Warner“ gegeben. Man hatte schon Probleme mit deutschen Kriminellen, zu wenig Personal und damit verbunden eine sehr schleppende Bearbeitung. Nun haben wir das Jahr 2019 und die Ignoranz ist noch schlimmer geworden.

Clans unterwandern Politik, unterwandern Deutschland. Clans gibt es seit Jahrzehnten. Die italienische Mafia hat die Politik schon nicht ernst genommen. Die machen ihre Geschäfte in ihrem Heimatland. Diese Einschätzung war ein Fehler. Jetzt haben wir nicht nur diese Mafia, sondern haben neben „normalen“ Banden aus aller Welt auch Killerbrigaden aus aller Welt freundlich aufgenommen. Warum jetzt die vielen Razzien? Ist man zur Vernunft gekommen? Oder war alles nur Wahlkampfgetöse? 

Dass Berlin jetzt ein umfassendes Lagebild zur organisierten Kriminalität vorlegen will, ist ja lobenswert. Aber warum soll es hier anders verlaufen als in anderen Bundesländern oder beim Bundeskriminalamt? 

Heinz-Peter Kröske, Hameln