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15.11.19 / »Eurasisch-negroide Zukunftsrasse« / Schon vor 100 Jahren traf Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi beachtliche Prognosen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 46-19 vom 15. November 2019

»Eurasisch-negroide Zukunftsrasse«
Schon vor 100 Jahren traf Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi beachtliche Prognosen
Wolfgang Kaufmann

Wer nach Vordenkern der Europäischen Union und ihrer Politik der Denationalisierung sucht, der stößt unweigerlich auf Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi. Der Sohn einer Japanerin aus einer Kaufmannsfamilie und des damaligen österreich-ungarischen Geschäftsträgers in dem ostasiatischen Kaiserreich wurde am 16. November 1894 in Tokio geboren und avancierte später zum Doktor der Philosophie. 

Der Erste Weltkrieg, den Coudenhove-Kalergi als katastrophalen „Bürgerkrieg zwischen Europäern“ ansah, brachte ihn auf die Idee, ein „Pan-Europa“ zu schaffen. Diese stellte er dann in seinem programmatischen Buch gleichen Titels vor, das 1923 erschien. Darin wird ein Staatenbund von Polen bis Portugal vorgeschlagen, der den Namen „Paneuropäische Union“ oder „Vereinigte Staaten von Europa“ tragen und neuerliche Kriege zwischen den Völkern des Kontinents verhindern sollte. 

Des Weiteren schwebte Coudenhove-Kalergi, der nach dem Ende der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie zuerst die tschechoslowakische und dann die französische Staatsbürgerschaft annahm, ein neues „System von Weltmächten“ vor, in dem „Pan-Europa“ die Rolle des Gegengewichtes zu „Pan-Amerika“, den „Bundesreichen“ der Russen und der Briten sowie dem vereinten „Ostasien“ zukommt.

Das war weniger originell, als es aussehen mag. So hatten die Teilnehmer eines Pazifistenkongresses in Paris schon 1849 ganz ähnliche Ideen ventiliert. Die Anregungen des Gründers des Vereins „Paneuropa-Union“ stießen allerdings nicht nur auf Zustimmung in einer Zeit, in der die ungerechten und einseitigen Pariser Vorortverträge nach dem Ende des Ersten Weltkrieges zu einem immensen Aufschwung des Nationalismus führten. Deshalb kannte Coudenhove-Kalergi auch wenig Skrupel bezüglich der Suche nach Verbündeten. Beispielsweise versuchte er zwischen 1933 und 1936 den italienischen Diktator Benito Mussolini, dessen autoritären Politikstil er ganz offensichtlich bewunderte, für das Pan-Europa-Projekt zu begeistern.

Zusammen mit seinen konkreten Vorschlägen und Bestrebungen, gesamteuropäische Netzwerke zu schaffen, legte Coudenhove-Kalergi in den 1920er und 1930er Jahren weitere Schriften vor, in denen er sich explizit über den Menschentyp äußerte, der Europa künftig prägen sollte. An erster Stelle ist dabei das Buch „Praktischer Idealismus. Adel – Technik – Pazifismus“ zu nennen. Darin hieß es: „Der Mensch der fernen Zukunft wird Mischling sein. Die heutigen Rassen und Kasten werden der zunehmenden Überwindung von Raum, Zeit und Vorurteil zum Opfer fallen. Die eurasisch-negroide Zukunftsrasse, äußerlich der altägyptischen ähnlich, wird die Vielfalt der Völker durch eine Vielfalt der Persönlichkeiten ersetzen.“ 

Coudenhove-Kalergi meinte auch ganz genau zu wissen, wem bis dahin die Führungsrolle auf dem vereinten Kontinent gebühre, nämlich dem Judentum: „So hat eine gütige Vorsehung Europa in dem Augenblick, als der Feudaladel verfiel, durch die Juden­emanzipation eine neue Adelsrasse von Geistesgnaden geschenkt.“ Später machte er dann außerdem noch Vorschläge folgender Art: „Wie bei der Tierzucht sollten nur die vollendetsten Menschenexemplare die künftige Rasse gestalten.“

Trotz dieser bizarren Menschenzüchtungsphantasien, die sich kaum von denen eines Heinrich Himmler unterschieden, fand Coudenhove-Kalergi, der während des Zweiten Weltkriegs in die USA emigriert und weitgehend in Vergessenheit geraten war, ab 1945 erneut enthusiastische Anhänger. Darunter befanden sich nun auch Persönlichkeiten wie der britische Premierminister Winston Churchill, der 1946 das Konzept der „Vereinigten Staaten von Europa“ aufgriff. 

Desgleichen wurde Coudenhove-Kalergi bis zu seinem Tode am 27. Juli 1972 auch immer wieder hoch geehrt: Unter anderem erhielt er 1950 als Erster den angesehenen Internationalen Karlspreis zu Aachen „in Würdigung seiner Lebensarbeit für ein geeintes Europa“. Das lässt tief blicken, was den ideologischen Hintergrund der Verfechter des EU-Gedankens betrifft.