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06.12.19 / Earth first / Feurige Sabotage / Gewaltbereite Umweltaktivisten bereiten dem Staatsschutz zunehmend Sorge

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 49-19 vom 06. Dezember 2019

Earth first
Feurige Sabotage
Gewaltbereite Umweltaktivisten bereiten dem Staatsschutz zunehmend Sorge
Wolfgang Kaufmann

Noch üben sich die selbsternannten Klimaschützer, 

welche den Protest gegen die Erderwärmung auf die Straße getragen haben, weitgehend in passivem Widerstand. Wie die Geschichte zeigt, muss das aber nicht so bleiben: Der Weg vom zivilen Ungehorsam zum Öko-Terrorismus kann sehr kurz sein. 

Am 4. April 1980 gründete der US-amerikanische Umweltaktivist David 

Foreman gemeinsam mit vier Gleichgesinnten die radikale Öko-Bewegung „Earth First!“ – nun sollte es keine Kompromisse „bei der Verteidigung von Mutter Erde“ mehr geben. Dabei setzte die Gruppe zunehmend auch auf illegale Aktionen. Denn der Kreis um Foreman war von der 1975 erschienenen Novelle „The Monkey Wrench Gang“ inspiriert worden, in der der Essayist und Naturforscher Edward Abbey schilderte, wie eine fiktive Untergrundgruppe mit Hilfe von verstellbaren Schraubenschlüsseln (engl.: monkey wrench) als umweltfeindlich deklarierte Technik sabotierte. 

1985 schrieb Foreman dann selbst ein Buch mit dem Titel „Ecodefense: A Field Guide to Monkeywrenching“, das schnell zur „Bibel“ aller Öko-Terroristen avancierte. Denn es skizzierte eine Vielzahl von praktischen Vorgehensweisen bei der Bekämpfung angeblicher Umweltfrevel wie Tree Spiking (das Eintreiben von Fremdkörpern in Bäume zur Verhinderung des Fällens mit Motorsägen), Beschädigung oder Zerstörung von Baumaschinen, Angriffe auf Unternehmen, die tierische Produkte nutzen, Inbrand­setzung von „naturschädlichen“ Wohnanlagen, Forschungseinrichtungen, Autohäusern, Sägewerken und so weiter. 

Doch damit nicht genug: Ab Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre schmiedeten „Earth First!“ und die neu entstandene, noch radikalere „Earth Liberation Front“ (ELF) sogar Pläne zur Sabotage von Atomkraftwerken und Staudämmen im Südwesten der Vereinigten Staaten. Dabei wurden wie bei anderen Aktionen der Umweltschützer auch menschliche „Kollateralschäden“ billigend in Kauf genommen.

Dies und der bis dahin angerichtete Sachschaden von fast 250 Millionen US-Dollar bewog die US-Bundespolizei FBI 2002 dazu, von „Öko-Terrorismus“ sowie einer „ernsthaften Bedrohung“ zu sprechen und entsprechend konsequent ­gegen die militanten Umweltaktivisten vorzugehen. Besonders erfolgreich war in diesem Zusammenhang die Operation „Backfire“, in deren Verlauf 2005/06 zahlreiche gewaltbereite Mitglieder der Szene dingfest gemacht wurden. Davon landeten dann später 18 vor Gericht und erhielten Haftstrafen von bis zu 20 Jahren. Allerdings ging der Terror trotzdem weiter, wobei sich besonders die ELF hervortat, welche später zunehmend auch im Ausland agierte: So verübte sie im August 2013 einen Anschlag auf die Wintersporteinrichtungen am Wurmberg bei Braunlage im Harz.

Und nun zeigen sich in der Klimaschutzbewegung ebenfalls erste Tendenzen in Richtung Öko-Terrorismus. Zwar wurden die Brandanschläge der „Vulkangruppe OK“ gegen Anlagen der Berliner S-Bahn vom Verfassungsschutz und den Medien als linksterroristische Aktionen hingestellt. Jedoch haben sich die Täter in ihrem Bekennerschreiben eindeutig mit den Zielen der Bewegung Fridays for Future identifiziert und behauptet, ohne „feurige Sabotageaktionen“ werde es keine Reduktion des CO2-Ausstoßes geben. Unser Staat wäre also gut beraten, die sich bildenden öko-terroristischen Strukturen hierzulande beizeiten und konsequent zu zerschlagen, anstatt der Schimäre eines organisierten Rechtsterrorismus nachzujagen.





Kurzporträts zum Thema

George W. Bush Am  27. November 2006 setzte der 43. US-Präsident den Animal Enterprise Terrorism Act (AETA) in Kraft. Das Gesetz gibt dem US-Justizministerium weitreichende Vollmachten bei der Verfolgung von militanten Umwelt- und Tierschützern.

T. C. Boyle Der US-Autor veröffentlichte 2000 den Science-Fiction-Roman „Ein Freund der Erde“. Darin schildert er, wie aus der Klimabewegung eine Terrorgruppe hervorgeht und ein Öko-Aktivist vom Naturschützer zum Menschenfeind wird.

Dave Foreman Der Gründer von „Earth First!“ fungierte in den 70ern als Umweltlobbyist in Washington, D.C. Er selbst landete für eine Aktion von „Earth First!“ im Gefängnis. Als ihm die eigene Organisation zu radikal wurde, kehrte er ihr den Rücken.