14.04.2024

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06.12.19 / Porträt / Mann der kleinen Leute

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 49-19 vom 06. Dezember 2019

Porträt
Mann der kleinen Leute
Harald Tews

Jörg Meuthen dürfte tief aufgeatmet haben, als die Wahl seines Co-Vorsitzenden bei der AfD feststand. Nicht der wegen umstrittener Bundestagsreden von ihm gefürchtete Gottfried Curio, sondern der gemäßigtere Tino Chrupalla wird die Nachfolge von Alexander Gauland als zweiter Chef der Partei antreten.

Dabei erscheint auch das Duo Meu-then/Chrupalla auf den ersten Blick grundverschieden: hier der aus dem Westen der Republik stammende Akademiker Meuthen, dort der aus dem äußersten Osten Sachsens stammende Malermeister Chrupalla. Aber in einem sind sich einig: die radikalen Positionen innerhalb der Partei lahmzulegen, um die Wähler in der Mitte nicht zu vergrätzen und sich so als regierungstaugliche Partei zu präsentieren.

Da passt es gut, dass Chrupalla nicht dem rechten „Flügel“ innerhalb der Partei um Björn Höcke angehört. Dennoch genießt der 44-jährige Sachse aus der Oberlausitz dessen Sympathien. Wohl auch, weil er einmal das Ekelwort „Umvolkung“ in den Mund nahm und Kanzlerin Merkel ihre FDJ-Vergangenheit vorgehalten hat. Inzwischen ist er von diesem rechten Vokabular abgerückt und gibt sich als gemäßigter Mann der kleinen Leute.

Als solcher landete er bei der Bundestagswahl 2017 einen Coup, als er in seinem Görlitzer Wahlkreis das Direktmandat gegen den späteren sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer von der CDU gewann. Der AfD-Mann, der bislang immer ein wenig blass hinter charismatischen Personen wie Gauland oder Meuthen wirkte, wird seine Herkunft im neuen Amt als Co-Chef sicher nützen, um sich zu profilieren. „Ich bin bürgernah und weiß auch, woher ich gekommen bin“, sagte er.