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06.12.19 / Weihnachtsmärkte in Zürich / Süße Versuchung / Im Advent wächst Zürich über sich hinaus – Verlockungen mit Schokolade und Pralinés

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 49-19 vom 06. Dezember 2019

Weihnachtsmärkte in Zürich
Süße Versuchung
Im Advent wächst Zürich über sich hinaus – Verlockungen mit Schokolade und Pralinés
Andreas Guballa

Die traditionellen Zürcher Weihnachtsmärkte sind eine Augenweide. Der älteste Weihnachtsmarkt Zürichs inmitten des Niederdorfs hat ein romantisches Ambiente und garantiert prall gefüllte Taschen mit Weihnachtsgeschenken. Hirschenplatz, Rosenhof und Niederdorfstraße kleiden sich festlich in Lichter und Zimtduft. Wer nicht allein durch die Stadt bummeln möchte, kann sich von einer Stadtführerin von Zürich Tourismus die Schauplätze, Traditionen und Geschichten der Zürcher Weihnachtszeit zeigen lassen. Jedes Stadtquartier hat seinen ganz speziellen Einkaufscharakter: Luxus und internationale Marken in der Bahnhofstraße, Trend und Tradition Tür an Tür in der pittoresken Altstadt und urbane Zürich-Marken in Zürich-West und Aussersihl. 

Im Hauptbahnhof Zürich findet bis Heiligabend der Zürcher Christkindlimarkt statt, einer der größten Innenraum-Weihnachtsmärkte Europas. 150 Marktstände mit kulinarischen Höhepunkten, Geschenkideen und Märchen-Vorlesungen für Kinder warten auf die Besucher. Glanzstück ist der 15 Meter hohe Weihnachtsbaum mit über 7000 funkelnden Swarovski-Kristallen. 

Nur wenige Schritte vom Hauptbahnhof entfernt begeistern singende Kinder am „Singing Christmas Tree“, einem haushohen Tannenbaum, und verbreiten besinnliche Stimmung mit ihrem weihnachtlichen Liederrepertoire. Das „Wienachtsdorf“ – wie es im Schweizerdeutschen heißt – auf dem Sechseläutenplatz ist der Lieblingsmarkt vieler Zürcher. So reizend und quirlig stellt man sich das Zuhause vom Nikolaus am Nordpol vor. Rund 100 Marktstände bilden ein gemütliches Weihnachtsdorf vor der spektakulären Kulisse des Opernhauses und locken zum Bummeln und zum Glühwein-Plausch. Eine Eisbahn lockt Schlittschuhläufer aller Generationen, auf dem Sechseläutenplatz ihre Pirouetten zu drehen. 

Zürich ist nicht nur an den Abenden der Weihnachtszeit wunderschön. Doch gerade die Weihnachtsbeleuchtung ist immer wieder großes Thema bei den Schweizern und ihren Gästen. Entlang der Bahnhofstraße glänzt der City Weihnachtsmarkt im Schein von fast 12 000 Kristallen mit LED-Lämpchen dank „Lucy“, der Weihnachtsbeleuchtung. Tausende von LED können einzeln angesteuert werden und lassen bewegende Lichtwolken und sanften Lichterregen entstehen. Auch nach dem Einkauf ist für Unterhaltung gesorgt: Der Zirkus Conelli lädt bereits zum 35. Mal auf dem Bauschänzli zum Weihnachtszirkus ein und noch immer begeistert der Zirkus die Massen. 

Kerzenschiffe auf der Limmat

Am letzten Donnerstag vor Weihnachten, dieses Jahr am 21. Dezember, startet dann das traditionelle „Lichterschwimmen“. Punkt 18 Uhr setzen Schüler die rund 800 selbst gebastelten Kerzenschiffchen beim Stadthausquai in die Limmat. Anschließend geht es zum Weinplatz, wo ein heißer Punsch und süße Köstlichkeiten warten. 

Apropos Köstlichkeiten: Auch die Produktion feinster Confiserie-Spezialitäten läuft in dieser Zeit auf Hochtouren. Ob altehrwürdige Läden in der Zürcher Altstadt wie der traumhaft dekorierte Schober, traditionsreiche Konfiserien in den Einkaufsmeilen wie Sprüngli und Läderach mit ihren exquisiten Leckereien oder kreative Manufakturen wie Vollenwieder und Truffe, die man nicht wieder verlassen will – sie alle tüfteln mit Leidenschaft und mit Liebe zum Detail an neuen Kreationen. Es werden Schokoladenformen ausgestochen, Pralinés gefüllt und neue Verpackungen präsentiert. Weihnachten, so sind sich die Zürcher Hersteller einig, macht für sie immerhin bis zur Hälfte des Jahresumsatzes aus. 

Auch an der Zürcher Kanzleistraße in der Stiftung St. Jakob, deren Aufgabe die Integration beeinträchtigter Menschen in den Arbeitsmarkt ist, wird alles von Hand gemacht. Ursula Rocchinotti, seit zehn Jahren Leiterin der Abteilungen Confiserie, Produktion und Verpackung, legt großen Wert darauf, im althergebrachten Stil zu arbeiten. „Das hebt uns von der Industrie ab und macht uns flexibel.“ 

Auch für diese Weihnachten hat die leidenschaftliche Spezialistin zusammen mit ihrem Team neue Kreationen entwickelt: „Da ist zum Beispiel unser rundes Ingwerpraliné mit Trüffelfüllung“, sagt sie und zieht ein Tablett mit brauen Kugeln aus einem der Regale in der Schokoladenstube heraus. 

Ein Tablett weiter liegen, ebenfalls neu für diese Weihnachten, quadratische Karamell-Orangen-Pralinen, die aus Kuvertüre, Sahne und Lübecker Marzipan mit natürlichem Orangenöl gefertigt sind. „Darüber kommt am Schluss noch ein Hauch von Caramel brûlé und Fleur de Sel“, lächelt die Fachfrau. Einfach himmlisch. Am besten man probiert es selbst. 

b Zürich Informationen im Internet unter www.zuerich.com/weihnachten