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06.12.19 / Botanischer Garten berlin / Erleuchteter Weg ins Pflanzenparadies / Berlins Botanischer Garten wird zum „Christmas Garden“ – Lichtinstallation mit viel Aufwand

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 49-19 vom 06. Dezember 2019

Botanischer Garten berlin
Erleuchteter Weg ins Pflanzenparadies
Berlins Botanischer Garten wird zum „Christmas Garden“ – Lichtinstallation mit viel Aufwand
Silvia Friedrich

Gleich zu Beginn im Eingangsbereich des Botanischen Gartens Berlin wird man im dunklen Laubwald von herabfallenden Sternschnuppen begrüßt. Schon hier muss der Besucher verweilen, da man sofort an Grimms Märchen erinnert wird. Während draußen vor den Toren eines der schönsten Botanischen Gärten der Welt der Verkehr tost, taucht man hier in eine Märchenwelt ein, die in der Weihnachtszeit ihresgleichen sucht. 

In früheren Zeiten fanden nur wenige den Weg im Winter hierher. Das ist inzwischen anders. In diesem Jahr findet nun schon zum vierten Mal der „Christmas-Garden“ statt. In der Dunkelheit, wo sich im Normalfall das Tropenhaus eher verschlafen über das große Areal erhebt, ist dieses plötzlich in violettes, blaues, grünes und rotes Licht getaucht. Davor erheben sich riesige Buchsbäume über und über mit Lichtern bedeckt.

Träume vom tschechischen Märchenfilm „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ werden wach. Die Frage, wie so etwas Schönes eigentlich technisch funktioniert, verfliegt schnell wieder, da einem ständig die Augen übergehen ob der glanzvollen Eindrücke. Auf einem mehr als zwei Kilometer langen Rundgang, sind mehr als 30 aufwendig inszenierte Lichtinstallationen mit rund 1,5 Millionen Lichtpunkten eingerichtet. Damit ist der nächtlich beleuchtete Spazierweg noch umfangreicher als in den Vorjahren ausgestattet. 

Anders als bisher werden in diesem Jahr die Lichtpunkte mit passender Musik in Einklang gebracht, was einer technischen Meisterleistung gleicht. Laserstrahlen tanzen im geheimnisvollen Rhythmus, auf einer Wiese bewegt sich ein Lichtermeer im Klang der Musik. Spätestens hier ist man als Besucher relativ sprachlos und wähnt sich in einer völlig anderen Welt. Ob die lichtdurchflutete Hängebuche, der Thron des Weihnachtsmannes oder über einem See hängende Sterne, die sich im Wasser spiegeln – es wurden keine Kosten und Mühen gescheut, die Besucher zu beeindrucken.

Doch das Ganze wird immer noch weiter gesteigert. Nicht nur durch die erleuchtete 300 Quadratmeter große Eislauffläche, wo man mit eigenen oder geliehenen Schlittschuhen seine Runden drehen kann, nicht nur durch die urige „Santa Clause“, eine Berghütte im Almhüttenstil, die mit kulinarischen Köstlichkeiten, wie Knödelpfanne oder Käsefondue aufwartet, auch nicht durch einen Wunschbaum, an den jeder Gast seine persönlichen Weihnachtswünsche anhängen kann, von denen einer einmal wöchentlich mit Unterstützung der „Berliner Morgenpost“ ausgelost und erfüllt wird, sondern durch Installationen, wie die Vogelwelt oder die Kathedrale des Lichts, die mit begleitender klassischer Musik jedem Besucher angenehme Schauer über den ganzen Körper laufen lassen. 

Es handelt sich um einen 30 Meter langen Tunnel aus Licht, der einem scheinbar den Weg ins Paradies weist. Wer hier noch nicht ergriffen ist, muss aus Stein sein. Danach schreitet man durch eine Art Lichter-Glaskugel-Spiel, kommt an der „Himmelsleiter“ vorbei, hört Glockenspiele und erblickt Sternenwiesen, auf denen sich riesige, silbrige Sterne verteilen. Glühwein, Punsch, Crêpes und Bratwurst, die es natürlich auch gibt, werden völlig unwichtig angesichts dieser traumhaften Eindrücke.

Der Christmas Garden ist bis 5. Januar täglich von 16.30 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. Karten ab 17 Euro an der Kasse und unter www.christmas-garden.de