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24.01.20 / Volkswirtschaft / Die „innovativste Nation der Welt“ / Ein Ranking der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ zeigt die Stärken und Schwächen der deutschen Wirtschaft – mit einer klaren Botschaft

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 04 vom 24. Januar 2020

Volkswirtschaft
Die „innovativste Nation der Welt“
Ein Ranking der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ zeigt die Stärken und Schwächen der deutschen Wirtschaft – mit einer klaren Botschaft
René Nehring

Endlich mal eine gute Neuigkeit. In der vergangenen Woche kürte der „Bloomberg Innovation-Index“ Deutschland zur „innovativsten Nation der Welt“. Seit acht 

Jahren analysiert die amerikanische Nachrichtenagentur Bloomberg die Wirtschaftsdaten von rund 60 Nationen zu Eckwerten wie Forschungs- und Entwicklungsausgaben, Fertigungskapazität und Konzentration von Hochtechnologie-Aktienunternehmen. 

Nachdem in den vergangen sechs Jahren Südkorea den Bloomberg Innovation-Index angeführt hatte, landete nun Deutschland an der Spitze. Dabei überzeugte unser Land insbesondere mit seinen Daten zu Wertschöpfung, Hochtechnologie-Dichte und Patentaktivität. 

Aufschlussreich ist, welchen Branchen die Deutschen ihren Spitzenplatz verdanken. So ist vor allem das verarbeitende Gewerbe trotz aller gelegentlichen Probleme noch immer ein Quell permanenter Innovationen. Vor allem der Maschinenbau erweist sich nach wie vor als ein Rückgrat der Wirtschaft. Nicht vorn liegen die Deutschen dagegen bei den Dienstleistungsinnovationen. Dies ist unter anderem deshalb besorgniserregend, weil die Dienstleistungen weltweit ein wachsender Wirtschaftssektor sind. Zudem schwächelt das einstige „Land der Dichter und Denker“ im Bereich der Hochschulbildung, was Bloomberg als „wachsendes Problem“ wertet. Dieser Befund wirft die Frage auf, was all die milliardenschweren Exzellenzinitiativen in den vergangenen Jahren gebracht haben.

Größte Stärke und zugleich Achillesferse der deutschen Volkswirtschaft ist trotz allen Krisengeredes noch immer die Automobilindustrie. Firmen wie Volkswagen, Daimler und BMW stellen nicht nur zehntausende Arbeitsplätze; sie sind nicht zuletzt aufgrund ihrer umfangreichen Investitionen in die E-Mobilität und in das autonome Fahren Hauptinvestoren in Sachen Forschung und Entwicklung. Insgesamt ein Drittel der Forschungs- und Entwicklungsausgaben in Deutschland entfällt auf die Autoindustrie. Zum Problem wird diese Stärke laut Bloomberg jedoch, da Störungen dieses Sektors schnell die gesamte Innovationskraft Deutschlands belasten könnten. 

Vor allem dies sollte eine Warnung für all jene sein, die glauben, das Heil der Welt läge in der mutwilligen Zerstörung traditioneller Industriezweige. Anders als es die Weltuntergangspropheten von „Fridays for Future“ und „Extinction Rebellion“ etc. behaupten, ist die Wirtschaft noch immer Teil der Lösung und nicht des Problems.