18.01.2022

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28.02.20 / Friedrich Karl Henkel / „Persil“, „ATA“ und „IMI“ sind seine Produkte

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 09 vom 28. Februar 2020

Friedrich Karl Henkel
„Persil“, „ATA“ und „IMI“ sind seine Produkte
Manuel Ruoff

Schon als Kind faszinierte den am 20. März 1848 im nordhessischen Vöhl geborenen Dorflehrersohn Friedrich Karl Henkel die Chemie. Deshalb machte er nach der Schulausbildung eine kaufmännische Lehre in der Farben- und Lackfabrik Gebrüder Gessert in Elberfeld. Der Ausbildung folgte eine Karriere in dem chemischen Unternehmen.

1873 war für Henkel gleich in doppelter Hinsicht von Bedeutung. Zum einen heiratete er die Adelige Elisabeth von den Steinen. Zum anderen wurde er von seinem Arbeitgeber als dessen Vertreter zur Wiener Weltausstellung geschickt, die ihn sehr interessierte und inspirierte. Im darauffolgenden Jahr machte er sich selbstständig und wurde Teilhaber einer Großhandlung für Farben und Lacke in Aachen. Dort entstanden Verbindungen zu Moritz Honigmann, der Soda statt nach dem Leblanc- nach dem günstigeren 1860 entwickelten Solvay-Verfahren herstellte, sowie zur Rheinischen Wasserglasfabrik in Herzogenrath. Derart vernetzt setzte Henkel, der lieber produzieren als Handel treiben wollte, auf eine neuartige aus den USA stammende Waschmethode, die statt Seife Soda und Wasserglas nutzte. Zur Produktion eines entsprechenden „Gemengsels in pulverisierter Form“ gründete Henkel 1876 in Aachen mit den beiden Inhabern der Rheinischen Wasserglasfabrik die Firma „Henkel & Cie“. Dem „Universal-Waschmittel“ folgte 1878 der bessere, weil textilfreundlichere erste Markenartikel des Unternehmens, „Henkel’s Bleich-Soda“. Ebenfalls 1878 verlegte Henkel den Unternehmenssitz wegen der besseren Anbindung von Aachen nach Düsseldorf, wo das Unternehmen heute noch sitzt. 

Den internationalen Durchbruch erreichte Henkel mit dem ersten „selbsttätigen“ Waschmittel namens „Persil“, eine Wortschöpfung aus den beiden wichtigsten chemischen Bestandteilen Perborat und Silikat. Weitere erfolgreiche Produkte wie 1920 „ATA“, Henkels erster Haushaltsreiniger, oder 1929 „IMI“, das erste Waschmittel, das Natriumphosphat enthielt, folgten. 

Früher als viele andere setzte Henkel auf Markenprodukte und Markenpflege. Seine Produkte waren innovativ und kundenorientiert. So ermöglichte der Waschmittelverkauf in Verpackungen statt lose, nicht nur ihm Werbung auf der Verpackung, sondern auch seinen meist weiblichen Kunden einen erleichterten Transport. Am 1. März 1930 starb Henkel. Sein Unternehmen, aus dem die beiden Teilhaber zwischenzeitlich ausgestiegen waren, befindet sich noch heute überwiegend im Besitze seiner Nachkommen.