18.01.2022

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17.04.20 / Corona / Die Politik reagierte viel zu spät / Viele alternative Medien bestreiten lieber die Pandemie, als deren Ursachen zu untersuchen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 16 vom 17. April 2020

Corona
Die Politik reagierte viel zu spät
Viele alternative Medien bestreiten lieber die Pandemie, als deren Ursachen zu untersuchen
Norman Hanert

Während einige Leitmedien mit zweifelhaften Zahlen und Berichten die Angst vor dem Coronavirus noch weiter anheizen, ist bei einigen Alternativmedien das Gegenteil zu beobachten. Weit verbreitet sind auch generelle Zweifel, dass die Coronavirus-Pandemie wirklich gefährlicher als eine normale Grippewelle ist. Viel Verbreitung fanden im Internet etwa Videos Wolfgang Wodargs. Der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und Lungenarzt sprach Mitte März von einer „Corona-Virus-Epidemie, die wir angeblich haben“. 

Über ihrer Fixierung auf einen vermeintlichen „Corona-Schwindel“ entgeht den alternativen Medien, dass es nicht zuletzt an einem massiven Versagen der Politik liegt, wenn sich die Deutschen nun quasi einem mehr oder weniger strengen Hausarrest unterwerfen müssen. Denn hätten die für Katastrophenschutz zuständigen Landespolitiker beispielsweise die Pandemieübung LÜKEX 07 und die Pandemie-Risikoanalyse des Robert-Koch-Instituts von 2012 angemessen ausgewertet, würde jetzt kein Mangel an Desinfektionsmitteln und Schutzmaterialien bestehen.

„Harmloser als eine Grippe“

Katastrophenschutzexperten der Berliner Feuerwehr hatten beispielsweise nach der Auswertung von LÜKEX 07 dem damals amtierenden rot-roten Wowereit-Senat den Kauf und die Einlagerung von zwölf Millionen FFP2-Atemschutzmasken empfohlen. Stückpreis seinerzeit: 45 Cent. Die damals nicht angeschafften Schutzmasken müssen nun panisch zu den aktuellen Weltmarktpreisen zusammengekauft werden. Jede neue Schutzmasken-Lieferung aus China bietet Politikern nun die Möglichkeit, sich als „Macher“ in Szene zu setzen.

Die unterlassene Vorsorge wird durch einen Mangel an Urteilsfähigkeit massiv verschärft. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sprach beispielsweise noch am 27. Januar davon, der Virus sei „harmloser als eine Grippe“. Noch am 30. Januar ließ Spahn wissen, er „verstehe die ganze Hektik nicht“. 

„Aufmerksame Gelassenheit“

Im Kontrast zu Spahns „aufmerksamer Gelassenheit“ steht das Vorgehen Taiwans. Das Land reagierte bereits am 31. Dezember auf die ersten Epidemiemeldungen aus Festlandchina mit Gesundheitskontrollen bei Einreisen und zügigem Testen. Anders als den Deutschen blieb den Bürgern Taiwans als Ergebnis des schnellen Handelns ihrer Regierung ein wochenlanger „Lockdown“ erspart.