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17.04.20 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 16 vom 17. April 2020

Leserforum

Glorreiche Bahnzeiten

Zu: Deutsche Reichsbahn – Woran Bismarck scheiterte, das erreichte Versailles (Nr. 11)

Gerne lese ich die politischen Hintergrundberichte und geschichtlichen Informationen der Preußischen Allgemeinen. Weil ich mich seit Jahrzehnten mit der Geschichte der deutschen Schienenbahnen befasse, habe ich zum Artikel über die Deutsche Reichsbahn eine wichtige Ergänzung: Der Beitrag unterstellt, dass der föderative Aufbau des deutschen Eisenbahnnetzes vor 1920 schlecht gewesen sei. Das ist nicht der Fall. Er hat, wie die Geschichte gezeigt hat, keineswegs schlechtere Ergebnisse erbracht als bei deutschland- oder gar europaweit organisierten Regelungen, weil die Entscheidungsträger heimatverbunden vor Ort saßen und die einzelnen Länder miteinander im Wettbewerb standen. 

Um Vorbildliches zu leisten, musste man nicht irgendwo weit weg um Genehmigung bitten. Man konnte selbst entscheiden und einheitliche technische Regelungen vertraglich vereinbaren. Andere Länder zogen nach, wenn sie das Vorbild überzeugte. Führend waren die preußischen und hessischen Staatseisenbahnen, die seit 1897 vereinigt waren. 

Aber auch die übrigen Staatseisenbahnen leisteten Hervorragendes. Unter anderem ist Bernhard Gleichmann (1869–1938) von den bayerischen Staatseisenbahnen mit dem von ihm angeregten und am 28. Januar 1913 in Kraft getretenen „Übereinkommen betreffend die Ausführung elektrischer Zugförderung“ dafür verantwortlich, dass die elektrische Zugförderung in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Norwegen und Schweden auf einem einheitlichen technischen System beruht, nämlich Wechselstrom mit einer Spannung von 15 Kilovolt und einer Frequenz von 16 2/3 Hertz. Technisch bietet dies im Vergleich insbesondere zum Gleichstrom Vorteile. 

Andere Länder setzten im Vorfeld des Ersten Weltkrieges leider auf Eigenentwicklungen. Man kann davon ausgehen, dass der Zustand der deutschen Eisenbahnen heutzutage besser wäre, wenn es noch einen fruchtbaren Wettbewerb zwischen den Länderbahnen gäbe. 

Privatbahnen sind problematischer. Sie konnten sich aber entwickeln, weil die Leitung der Staatsbahnen immer wieder Bauanträge für bestimmte Staatsbahnstrecken abgelehnt hat. 

Die teilweise schlechte Zusammenarbeit der Staatsbahnen, zum Beispiel zwischen Bayern und Baden beziehungsweise Württemberg ist ausschließlich auf menschliche Schwächen der Entscheidungsträger zurückzuführen.

Wolfgang Hendlmeier, München






Kaum abschätzbare Risiken

Zu: Leben mit dem Virus (Nr. 13)

Mein Eindruck bei der Berichterstattung konservativer Medien über die Corona-Pandemie ist, dass hier der Bundesregierung ein zu spätes und zu inkonsequentes Handeln vorgeworfen wird, so auch wieder in der aktuellen Ausgabe der PAZ im Artikel von dem von mir eigentlich geschätzten Hans Heckel. Daraus schließe ich, dass Sie frühere und schärfere Maßnahmen befürworten. 

Ich halte das für falsch und würde mir eine ausgewogenere Berichterstattung wünschen, unter Beachtung der massiven, globalen wirtschaftlichen Folgen und auch der Folgen für jeden einzelnen von uns, die uns noch viele Jahre betreffen werden. Massive Steuer- und Abgabenerhöhungen werden künftig über lange Zeit damit begründet. Was ist mit jenen, die gar nicht mehr wissen, wie sie das alles finanziell stemmen sollen? Was ist mit jenen, die deswegen zu einer Kurzschlusshandlung bis hin zum Suizid getrieben werden? Das Risiko dafür ist bei Selbstständigen (die Hauptbetroffenen) durchaus als erhöht anzusehen.

Da sollte doch zumindest mal gefragt werden dürfen, ob denn die drastischen Seuchenschutzmaßnahmen mit Einschränkung gleich mehrerer Grundrechte auch tatsächlich berechtigt sind. Die befürchtete großflächige Überforderung medizinischer Einrichtungen, insbesondere Intensivstationen ist ja, Stand jetzt, noch nicht eingetreten. Wäre das nicht mal eine Analyse wert? 

Ist beispielsweise ausreichend abgewogen worden, ob es möglich gewesen wäre, Risikopatienten zu identifizieren und diesen einen besonderen Schutz zukommen zu lassen, bis die Infektionswelle abgeklungen ist, anstatt die über 90 Prozent Nicht-Gefährdeten in ihren Grundrechten einzuschränken? 

Dr. Peter Schimmelpfennig, Weinsberg






Vor die Wand gefahren

Zu: Heimische Arznei fördern (Nr. 14)

Warum kommt erst jetzt der Vorstoß von Bundesinnenminister Horst Seehofer, dass verstärkt medizinische Produkte in Deutschland hergestellt werden sollen? Unser gesamtes Gesundheitssystem wurde vor die Wand gefahren. Es gibt keinen Grund, die Regierung in den Himmel zu heben. Dass es in Deutschland derzeit relativ gut „läuft“, ist nicht deren Verdienst, sondern das Verdienst der Menschen, die mit der Corona-Krise praktisch umgehen müssen. 

Es geht auch nicht nur um die Herstellung medizinischer Produkte im Ausland (China ist ja nur eines von vielen Ländern außerhalb Europas). Es geht auch darum, wie diese medizinischen Artikel dort hergestellt werden. Wenn die politisch Verantwortlichen sehen würden, wie in China die Masken hergestellt werden, dann würde keiner diese benutzen. Das Wort Hygiene ist in diesen „Herstellungsbetrieben“ offensichtlich ein Fremdwort.

Auch die Herstellung von Medikamenten in diesen Ländern wird seit Jahren regelmäßig beanstandet. Die vielen schönen Worte der verantwortlichen Firmen sind nur Makulatur. Es hat sich nichts geändert, und die Politik hat weggeschaut. Die Profitgier vieler deutscher Pharmaunternehmen muss umgehend gestoppt werden. Es muss sichergestellt werden, dass diese Firmen alle medizinischen Produkte für Deutschland auch komplett in Deutschland herstellen werden. Damit kann auch eher verhindert werden, dass medizinische Produkte in irgendeinem Land dieser Erde landen, aber nicht in Deutschland. Es soll keiner glauben, dass Corona die letzte einer solchen Krise ist.

Heinz-Peter Kröske, Hameln






Humorlose Germanen

Zu: Widerspenstige Gallier (Nr. 14)

Eines fehlt mir in dem lesenswerten Beitrag über „Asterix und Obelix“: ein Hinweis auf die Deutschenphobie der Asterix-Macher, die sie in „Asterix und die Goten“ grimmig von der Kette ließen. Band 7 ist nicht nur überraschend humorlos, sondern unterscheidet sich auch sonst von den anderen Büchern der Reihe. Wird nämlich allen aufs Korn genommenen Völkern – Briten, Spanier, Wikingern – stets mindestens eine liebenswürdige Eigenschaft hinzugepinselt, so bleibt das bei den „Goten“, gemeint sind die Germanen/Deutschen, völlig aus. Diese sind ausschließlich Militaristen („Marschieren ist des Kriegers Lust...“) oder fiese Subjekte. Freilich ist man bei den vielen guten „Asterix“-Bänden geneigt, diesen Ausreißer zu verzeihen. Doch ganz unter den Tisch fallen lassen sollte man ihn nicht. 

Frank Märten, Berlin






Unnatürliche Allianz

Zu: Ein sorgsam arrangiertes Bild für die Geschichtsbücher (Nr. 12)

Ich hatte, wie viele andere Menschen sicher auch, den Eindruck, dass die besagte Fotografie (der Handschlag von Russen und Amerikanern am 25. April 1945 in Torgau, d. Red.) gestellt war. Es dokumentiert die unnatürliche Allianz zweier Staaten, deren politische und Lebensziele nicht unterschiedlicher hätte sein können.

Manfred Hemmersbach, Köln