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26.06.20 / Meldungen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 26 vom 26. Juni 2020

Meldungen

Zwischenfall in Mähren 

Prag – Erst auf Druck des tschechischen Außenministeriums sind polnische Soldaten abgezogen, die sich mehrere Tage auf mährischem Gebiet aufgehalten haben. Aufgabe der Polen war es offenbar, während der Coronavirus-Pandemie illegale Einreisen zu verhindern. Die Soldaten waren dabei in der Nähe des früheren Dorfes Mährisch-Pilgersdorf [Pelhrimovy] über einen Grenzbach bis auf tschechisch kontrolliertes Gebiet vorgedrungen. Auch nach einer ersten Intervention des Prager Außenministeriums hatten die polnischen Soldaten ihr aufgeschlagenes Quartier bei einer denkmalgeschützten Kapelle zunächst nicht geräumt. Laut tschechischen Medien wurde es zwar Touristen wieder gestattet, die an einem Radwanderweg gelegene Kapelle zu besuchen, der polnische Posten blieb aber noch einige Zeit auf mährischem Gebiet, bevor er abzog. Das polnische Verteidigungsministerium erklärte zu dem Zwischenfall, es habe sich um ein inzwischen korrigiertes Missverständnis gehandelt. N.H.





Schlag gegen Minderheiten

Ankara - In der Türkei setzt Präsident Recep Tayyip Erdogan zu einem massiven Schlag gegen die nationalen Minderheiten des Landes an. Im Mai verkündete er, dass der Staat „verbliebenen Terroristen“, die „dem Schwert entkommen“ seien, künftige Handlungen gegen das Land unmöglich machen werde. Hiermit sind die Armenier sowie die Angehörigen anderer christlicher Minderheiten gemeint, die den Genozid vor 100 Jahren im Lande überlebt hatten. Später erklärte er, dass man Gülenisten, „feindlich eingestellten“ Verbündeten der Golfstaaten sowie den „Lobbyisten der Armenier und Griechen“ keinen Raum lassen werde, die Türkei wirtschaftlich in die Enge zu treiben. Wenig später folgte ein 176 Seiten umfassendes Dossier in der Zeitschrift „Gerçek Hayat“. Das Werk bezeichnet den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios, den Istanbuler Oberrabbiner Ischak Halewa und führende Vertreter anderer Minderheiten als Verbündete des Predigers Fethullah Gülen und unterstellt ihnen, am „Juli-Putsch“ von 2016 teilgenommen zu haben. Der Islamist Gülen war lange ein Verbündeter Erdogans, bis sich beide entzweiten und Gülen vor 20 Jahren in die USA übersiedelte. Von dort hat er nach wie Einfluss auf große Teile der türkischen Gesellschaft und soll an zentraler Stelle im Netzwerk der CIA in der islamischen Welt aktiv sein. Auch der Patriarch und der Oberrabbiner sind als Gefolgsleute der Amerikaner bekannt. Ins Netz der Verdächtigen haben aber selbst Papst Johannes Paul II. und Patriarch Schnork I. Kalustjan von Konstantinopel Aufnahme gefunden, obwohl das inkriminierte Treffen des Papstes 1998 und damit vor dem Bruch Gülens mit Erdogan stattfand und der Patriarch schon 1990 verstorben war. Gülen selbst wird in „Gerçek Hayat“ nun eine armenisch-jüdische Herkunft vorgehalten. Aufgrund der Formulierungen wird klar, dass Erdogan eine neuerliche Enteignungswelle geistlichen Besitzes der Minderheiten vorbereitet, um so seine Herrschaft länger über die Runden zu bringen. T.W.W.