18.06.2024

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26.06.20 / In Kürze / Unterwegs in preußischen Landen / So vielfältig das alte Preußen war, so breit ist heute das Angebot an Häusern und Einrichtungen, die von seiner Geschichte erzählen. Einige Anregungen für den bevorstehenden Sommer

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 26 vom 26. Juni 2020

In Kürze
Unterwegs in preußischen Landen
So vielfältig das alte Preußen war, so breit ist heute das Angebot an Häusern und Einrichtungen, die von seiner Geschichte erzählen. Einige Anregungen für den bevorstehenden Sommer

Brandenburg und Preußen 

Im Jahr 2020 präsentiert das Brandenburg-Preußen Museum in Wustrau im Norden der Mark Brandenburg eine vollständig überarbeitete Hauptausstellung. Beginnend mit der einzigen kompletten Porträtgalerie aller brandenburgischen Kurfürsten, preußischen Könige und Deutschen Kaiser erhalten die Besucher einen vielseitigen Überblick über die Geschichte Brandenburgs und Preußens vom Hochmittelalter bis zum Ende der Hohenzollernmonarchie 1918. 

Zudem lädt das Museum mit wechselnden Sonderausstellungen und einer engagierten Museumspädagogik für jährlich über 2000 Schüler zur Auseinandersetzung mit der brandenburgisch-preußischen Geschichte ein. Die diesjährige Sonderausstellung „Wilde Heimat Brandenburg“ ist dem Ruppiner Seenland gewidmet und zeigt atemberaubende Tier- und Landschaftsfotografien der Naturfotografin Anke Kneifel, Steinmetzmeisterin aus Neuruppin. 

Nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen warten Museum und Sonderausstellung auf Besucher. Zu letzterer ist ein reich bebilderter Katalog erschienen 

(116 Seiten, 20 Euro), der im Museum zur Zusendung bestellt werden kann.

Brandenburg-Preußen Museum 

Eichenallee 7a, 16818 Wustrau 

Telefon 03 39 25 – 7 07 98 

www.bpm-wustrau.de






Geschichte des Ordenslandes

Von 1309 bis 1454 war die Marienburg Sitz der Hochmeister des Deutschen Ordens im Deutschordensstaat. Danach gehörte sie mit Unterbrechungen von 1457 bis 1772 zu Königlich-Preußen, einer Provinz des polnischen Königreiches, und wurde in dieser Zeit als Residenzort polnischer Könige genutzt. Nach der Teilung Polens 1772 kam die Burg wieder zurück zu Preußen, das seit 1701 Königreich war. 

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die im Laufe der Zeit stark verfallene Burg aufwendig wiederhergestellt, unter anderem unter Mitwirkung von Joseph v. Eichendorff. Es war eine der ersten Rekonstruktionen der deutschen Geschichte.

In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs wurde die Marienburg bei Kämpfen weitestgehend zerstört. Umso bewundernswerter ist ihr Wiederaufbau durch Polen, zu dem Westpreußen nach dem Kriege kam, in den letzten Jahrzehnten. Dieser dauert bis heute an. 

Seit Dezember 1997 gehört die 

Marienburg zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Burg wird außerdem in der höchsten Kategorie der polnischen Liste staatlicher Kulturgüter geführt. Vor einigen Jahren wurde ein modernes Besucherzentrum errichtet. 

Schlossmuseum Marienburg 

ul. Staroscinska 1, 82-200 Malbork

Telefon +48 – 55 647 09 78 

www.zamek.malbork.pl/de 





Preußischer Kulturbesitz 

Etwa 4,7 Millionen Objekte aus den Bereichen Kunst, Archäologie und Ethnologie bewahren die Staatlichen Museen zu Berlin. Ihre 15 Sammlungen zählen in ihrer Breite und Qualität zu den bedeutendsten in Europa. Zu den Staatlichen Museen zu Berlin gehören außerdem drei renommierte Forschungsinstitute und die Gipsformerei. 

Kernstück der zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz gehörenden Museumslandschaft – und mit über vier Millionen Besuchern jährlich zugleich beliebtestes Ziel der Hauptstadtgäste – ist die Museumsinsel in der Spree mit ihren fünf Häusern Altes Museum, Neues Museum, Alte Nationalgalerie, Bode-Museum und Pergamonmuseum. Hinzu kam zuletzt die als Besucherzentrum fungierende James-Simon-Galerie. 

Herausragende Exponate sind unter anderem die Büste der ägyptischen Königin Nofretete, der Pergamonaltar, das Markttor von Milet, das Ischtar-Tor samt Prozessionsstraße aus Babylon sowie Gemälde von Caspar David Friedrich über die französischen Impressionisten bis zu Fresken der in Rom tätigen Nazarener und Münzen vom Beginn der Münzprägung im 7. Jh. v. Chr. bis in die Gegenwart. 

Staatliche Museen zu Berlin 

Museumsinsel 

Telefon 030 – 266 42 42 42 

www.preussischer-kulturbesitz.de





Meisterwerk der Backsteinkunst 

Im Jahre 1144 wurde in der Nähe des Marktes von Jerichow ein Kloster von Erzbischof Hartwig I. von Bremen als Prämonstratenserstift gegründet. Vier Jahre später wurde das Kloster nach außerhalb des Ortes an seine heutige Stelle verlegt.  Dort begann 1149 der Bau der Stiftskirche St. Marien und St. Nikolaus. Sie ist die älteste Backsteinkirche im Ostseeraum und hat damit eine Schlüsselstellung für die Entfaltung der Backsteinarchitektur insgesamt und gehört zur Straße der Romanik. Neben den einfachen und klaren Proportionen im Inneren des Kirchenschiffs besticht die Kirche auch mit ihren reichen äußeren Baudetails wie Lisenen, Friesen und Fensterrahmungen. 

Verwaltet wird die Anlage durch die Stiftung Kloster Jerichow, zu deren Stiftern das Land Sachsen-Anhalt, die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM), der Landkreis Jerichower Land, die Stadt Jerichow, die evangelische Kirchengemeinde Jerichow und der Förderverein „Erhaltet Kloster Jerichow e. V.“ gehören. Das Kloster kann regelmäßig besichtigt werden, bei Voranmeldung sind auch besondere Führungen – zum Beispiel durch den Klostergarten oder zum Thema Backstein – möglich. 

Kloster Jerichow

Am Kloster 1, D-39319 Jerichow

Telefon  039343 – 285

www.kloster-jerichow.de





Geschichte der Altmark 

Die Altmark im Norden Sachsen-Anhalts gehört zu den Kernregionen der preußischen Geschichte. Alte Hansestädte wie Stendal, Gardelegen, Salzwedel und Havelberg künden ebenso von einer großen Vergangenheit wie die Namen bedeutender Adelsfamilien wie der Alvenslebens, Bismarcks und Jagows. 

Um diese Geschichte zu bewahren, wurde 1888 von den Mitgliedern des Altmärkischen Museumsvereins das Altmärkische Museum in Stendal gegründet. Den Grundstock bildeten Sammlungen aus der Familie von Alvensleben, des damaligen Literarischen Vereins zu Stendal und einiger privater bürgerlicher Stifter. 

Seit 1963 befindet sich das Museum im ehemaligen Kloster St. Katharinen, von dem die 1468 geweihte Kirche sowie Teile des Kreuzgangs erhalten sind. Schwerpunkte sind die Kulturgeschichte der östlichen Altmark und die neu gestaltete Ausstellung „Die alte Hansestadt Stendal – Stadt der Backsteingotik“. Auch der Klostergarten ist ganzjährig zu sehen.

Nach Abschluss von Renovierungs-arbeiten sollen im Südflügel neue Ausstellungsbereiche zu Persönlichkeiten der Stadt, zur Garnisonsgeschichte und zur Industrialisierung gezeigt werden.

Altmärkisches Museum 

Schadewachten 48, 39576 Stendal  

Telefon 03931 65 – 1700

www.museum.stendal.de