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03.07.20 / Reiseliteratur / Seit 50 Jahren unterwegs in Afrika / Der Hamburger Ex-Manager Wolf-Ulrich Cropp schildert äußerst interessant seine Erlebnisse von zwei Reisen nach Mali

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 27 vom 03. Juli 2020

Reiseliteratur
Seit 50 Jahren unterwegs in Afrika
Der Hamburger Ex-Manager Wolf-Ulrich Cropp schildert äußerst interessant seine Erlebnisse von zwei Reisen nach Mali
Wolfgang Kaufmann

Manche Reisebeschreibungen sind furchtbar öde. Entweder weil sich die Verfasser selbst für ihre bravouröse Art feiern, in der Fremde zu bestehen, oder weil sie den Leser mit staubtrockenen Belehrungen langweilen, die im schlimmsten Fall auch noch politisch überkorrekt daherkommen. Nicht so aber „Mali und die Dschinns der Wüste“ aus der Feder von Wolf-Ulrich Cropp, einem ehemaligen Manager aus Hamburg, der seit 1970 abenteuerliche Touren durch Afrika unternimmt.

In dem Buch schildert der Autor seine Erfahrungen aus zwei längeren Reisen nach Mali sowie dem gescheiterten Versuch, mit einem C-1-Roller von BMW über den Hohen Atlas und durch die Westsahara dorthin zu gelangen. Dabei liefert Cropp eine Fülle interessanter Informationen über die Geschichte Malis und die Erforschung der Sahara sowie über das mysteriöse Volk der Dogon, welches ganz eigene Vorstellungen vom Kosmos hat. Lesenswert ist auch, was er über seine Eindrücke beim Besuch der Goldminen von Fourou, diversen Fahrten auf dem Niger und einer Visite im Stützpunkt Camp Castor des deutschen Kontingents der MINUSMA-Mission der Vereinten Nationen in Gao unweit der Grenze zu Burkina Faso berichtet.

Eine von Cropps Stippvisiten quer durch Mali führte in die Oase Bou Djébeha. Dort fand er im Hause eines Scheichs zahlreiche, der Wissenschaft bisher unbekannte arabische Handschriften aus dem 

14. Jahrhundert. Darunter auch die Kommentare des Mathematikers und Astronomen Al-Qadi Zadeh über die Natur der Umlaufbahnen von Merkur und Venus um die Sonne.

Für diejenigen, welche es wagen wollen, sich auf den Spuren von Cropp durch die Sahara oder Mali zu bewegen, hält der Autor am Ende noch diverse praktische Ratschläge hinsichtlich der Ausrüstung oder Fahrzeugausstattung bereit. Allerdings sollte berücksichtigt werden, dass Mali in den letzten Jahren keineswegs sicherer geworden ist – eher gilt das Gegenteil: Attentate, Überfälle und Morde, verübt von Islamisten, Tuareg-Rebellen oder gewöhnlichen Kriminellen, ereignen sich inzwischen auch in Regionen, die bis vor Kurzem noch als einigermaßen ungefährlich galten. 

Aufgelockert wird das Buch durch allerlei Spruchweisheiten aus West-Afrika, die jedem Kapitel vorangestellt sind und teilweise philosophischen Tiefgang oder ganz aktuelle politische Relevanz besitzen. Eine davon lautet: „Dem Hunger entflieht man nicht mit den Füßen, sondern mit den Händen.“ Wie wahr!

Wolf-Ulrich Cropp: „Mali und die Dschinns der Wüste“, Verlag Expeditionen, Hamburg 2019, broschiert, 303 Seiten, 14,90 Euro