20.01.2022

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24.07.20 / Golddepots / Chinas Erfahrungen könnten Deutschland eine Lehre sein / Noch immer liegt fast die Hälfte der Bundesbank-Reserve in New York und London

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 30 vom 24. Juli 2020

Golddepots
Chinas Erfahrungen könnten Deutschland eine Lehre sein
Noch immer liegt fast die Hälfte der Bundesbank-Reserve in New York und London

Weil die Alliierten das „Nazi-Gold“ in den Tresoren und Ausweichlagern der Reichsbank 1945 konfisziert hatten, besaß die Bundesrepublik zum Zeitpunkt ihrer Gründung keinerlei Goldreserven. Aber zwei Jahre später beliefen sich diese bereits auf 24,5 Tonnen. Und 1968 hütete die Bundesbank schon den zweitgrößten Goldschatz der Welt mit 4033 Tonnen. Das war eine Folge des sogenannten Wirtschaftswunders, in dessen Verlauf mehr produziert und exportiert als konsumiert und importiert wurde. In den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts erzielte Westdeutschland permanent Außenhandelsüberschüsse – und viele Staaten beglichen ihre hieraus resultierenden Schulden in Gold.

„Holt unser Gold heim!“ 

Dieses Gold verblieb zum größten Teil in den Tresoren der Federal Reserve Bank of New York, der Bank of England in London und der Banque de France in Paris. Das hatte angeblich praktische Gründe. So wären die Barren bei Bedarf bequemer wieder zu veräußern und zugleich vor dem Zugriff der Sowjets geschützt, sollten diese in die Bundesrepublik einfallen. In Wahrheit stellte das deutsche Gold vor allem ein Faustpfand in der Hand der westlichen Siegermächte des Zweiten Weltkrieges dar, mit dem diese jederzeit politisches Wohlverhalten erzwingen konnten.

2012 führten fehlende Inventuren der Goldbestände im Ausland dann zu harscher Kritik von Seiten des Bundesrechnungshofes. Daraufhin forderte die neugegründete Initiative „Holt unser Gold heim!“ eine „Repatriierung“ der Barren und deren Einlagerung in den Kellern der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main. Dort befanden sich zu diesem Zeitpunkt nur gut 1000 Tonnen Gold – der größte Teil davon infolge des vorgehenden Abtransports von 929 Tonnen aus London.

Aufgrund des öffentlichen Drucks wurde zwischen 2013 und 2017 weiteres deutsches Gold nach Frankfurt verlagert: 300 Tonnen aus New York sowie 374 Tonnen aus Paris. Das bedeutete die komplette Auflösung des Depots in Frankreich, während in New York und London 1239 beziehungsweise 428 Tonnen verblieben. Das ist immer noch fast die Hälfte der Bundesbankreserve und gibt weiterhin Anlass zu Misstrauen. Schließlich verweigert die New Yorker Bank Inspektionen oder gar Analysen des Schatzes. 

Dabei täten diese dringend not, wenn man die Erfahrungen der Chinesen bedenkt. Die fanden 2009 bei der Untersuchung von aus den USA bezogenen vorgeblichen Goldbarren in 5700 Fällen einen Kern aus minderwertigem Wolfram.W.K.