21.01.2022

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24.07.20 / Für Sie gelesen / Systematische Manipulation

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 30 vom 24. Juli 2020

Für Sie gelesen
Systematische Manipulation
Wolfgang Kaufmann

Werner Sohn war von 1986 bis 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kriminologischen Zentralstelle des Bundes und der Länder in Wiesbaden. Er ist ein intimer Kenner der Art und Weise, wie man in Deutschland die Kriminalstatistik vermittels regierungsamtlicher Einflussnahmen manipuliert. Zum Beispiel nach dem Motto: „Ausländer raus – aus der Kriminalstatistik!“ Ebenso weiß er um die methodischen Mängel der kriminologischen Auftragsforschung im Dienste der Herrschenden. Seine diesbezüglichen Essays und Analysen finden sich nun in komprimierter Form in dem höchst aufschlussreichen, ja streckenweise sogar sensationellen Sammelband „Ausländerkriminalität, Rechtsextremismus, Krawall. Eine Kritik der politisierten Kriminologie“.

Einige der Texte zeigen auf detaillierte Weise die wachsende Beeinflussung der bundesdeutschen Kriminologie durch stramm linke Soziologen und deren Gesinnungsgenossen in der Politik. Wie Sohn nachweisen kann, hat diese dafür gesorgt, dass die wissenschaftliche Beschäftigung mit den vielfältigen Facetten des Verbrechens in eine schwere Krise geraten ist, welche aus dem Zwiespalt zwischen politisch-ideologischen Erwartungen und fortbestehenden Ansprüchen an saubere Forschungs- und Präsentationsmethoden herrührt.

Ein weiterer Schwerpunkt des Buches ist die Ausländerkriminalität beziehungsweise deren wundersamer Rückgang durch das systematische Frisieren von Statistiken vermittels der „Kunst“ des mathematischen Relativierens oder der arglistigen Nichterfassung von Delikten. Sohn führt in diesem Zusammenhang auch einige explizite Beispiele dafür an, wie die Polizei auf politischen Druck hin bestimmte Daten zurückhält. Darüber hinaus widmet sich der Verfasser in seinen Aufsätzen dem Phänomen des Rechtsextremismus und dessen Zurückdrängung. Dabei stellt er fest, dass eine Vielzahl der staatlich geförderten Aktivitäten „gegen Rechts“ ganz offensichtlich „weit über den Basiskonsens bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus hinausgehen“ und somit eher der Durchsetzung linkstotalitären Gedankengutes dienen.

Ebenso analysiert Sohn das dubiose Konzept von der schnellen „individuellen Radikalisierung“, die Delinquenz gegenüber alten Menschen, das Phänomen der Kriminalitätsfurcht sowie die Konfrontationsgewalt, welche von beiden Enden des politischen Spektrums, aber auch multikulturell geprägten Gruppen ausgeht.

Der Band schließt mit Hinweisen auf die verschiedenen kriminologischen Datenbanken, die auch der Öffentlichkeit zugänglich sind. Dazu zählen vor allem die KrimDok (Tübingen) und die KrimLit (Wiesbaden). Wie lange sich dort noch jedermann sein eigenes Bild von der Kriminalität in unserem Lande machen kann, lässt Sohn dabei freilich offen. 

Werner Sohn: „Ausländerkriminalität, Rechtsextremismus, Krawall. Eine Kritik der politisierten Kriminologie“, Manuscriptum Verlagsbuchhandlung, Lüdinghausen 2019, broschiert, 352 Seiten, 23,80 Euro