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07.08.20 / Finanzkonzerne / Die heimlichen Besitzer der Welt / BlackRock, Vanguard und State Street: Gigantische Beteiligungsgesellschaften sind mächtige Teilhaber zahlloser globaler Konzerne

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 32 vom 07. August 2020

Finanzkonzerne
Die heimlichen Besitzer der Welt
BlackRock, Vanguard und State Street: Gigantische Beteiligungsgesellschaften sind mächtige Teilhaber zahlloser globaler Konzerne
Wolfgang Kaufmann

Jemand, der heutzutage Waren einkauft oder Dienstleistungen in Anspruch nimmt, ahnt meistens nicht, an wen sein hart erarbeitetes Geld am Ende geht. Ganz gleich, ob er sich die Zähne mit Colgate putzt, Jeans der Marke Levis und Schuhe von Adidas trägt, dem Hund ein Leckerli von Eukanuba zuwirft, Nestlé-Schokolade nascht, Coca Cola trinkt, Pakete mit DHL verschickt, bei Shell tankt, mit dem iPhone von Apple und einem Tarif von Vodafone telefoniert oder auf dem Computer samt vorinstalliertem Microsoft-Betriebssystem nach Informationen googelt und Urlaubsbilder bei Facebook hochlädt. Die hauptsächlichen finanziellen Nutznießer all dessen sind stets dieselben, nämlich die Kunden der US-Vermögensverwalter BlackRock, Vanguard und State Street.

Man kann ihnen kaum ausweichen

Diese drei Finanzdienstleister fungieren oftmals als die größten Anteilseigner von Firmen rund um die Welt. So besitzt niemand mehr Aktien von Apple, Google, Microsoft, Shell und Nestlé als BlackRock. Das gilt gleichermaßen für die deutschen DAX-Unternehmen Bayer, BASF, Merck, Allianz, Munich Re und E.on – darüber hinaus erwarb BlackRock auch beachtliche Anteile an Siemens, SAP, Daimler, Volkswagen, BMW, der Deutschen Telekom und Deutschen Post, Linde, Henkel, Fresenius, Continental, Infineon, RWE, ThyssenKrupp und der Deutschen Bank sowie der Commerzbank. 

Vanguard wiederum steht hinter BlackRock an zweiter Stelle der Großaktionäre von DAX-Firmen und hält gemeinsam mit dem Konkurrenzunternehmen einen größeren Bestand von Aktien des Online-Versandhändlers Amazon als dessen Chef und Gründer Jeff Bezos, der momentan die Rangliste der reichsten Menschen der Welt anführt. 

Desgleichen ist auch State Street an fast jedem dritten der rund 3900 börsennotierten US-Unternehmen sowie diversen DAX-Konzernen beteiligt. Die dafür aufgewendeten Summen sind schlichtweg gigantisch: BlackRock hütet momentan einen Aktienbestand im Wert von 6,5 Billionen US-Dollar, während Vanguard und State Street auf 5,6 beziehungsweise 2,5 Billionen kommen.

Tanken für George Soros?

Das Geld stammt aus ganz unterschiedlichen Quellen, wobei aber US-Pensionsfonds, Staatsfonds der Erdölförderländer im Nahen und Mittleren Osten sowie superreiche Einzelinvestoren hier an vorderster Stelle rangieren. Wer also als Deutscher sein Auto volltankt oder im Supermarkt Nahrungsmittel kauft, sichert damit möglicherweise auch die Rentenzahlungen von Polizisten in New York oder Lehrern in Texas. Oder er hilft muslimischen Autokraten auf der Arabischen Halbinsel, für die Zeit nach dem Ende des Ölbooms vorzusorgen. Sofern sein Konsumverhalten nicht dazu führt, dass Investoren und „Philanthropen“ vom Schlage eines George Soros noch vermögender werden. Die Möglichkeiten, all dies zu vermeiden, sind leider höchst begrenzt. Am ehesten würde noch helfen, auf regionale und dann auch direkt vermarktete Produkte zurückzugreifen. Doch genau das ist oftmals unmöglich, weil die Firmen, welche faktisch unter der Kontrolle von BlackRock, Vanguard und State Street stehen, mittlerweile ganze Branchen dominieren.