19.01.2022

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07.08.20 / Stimmen zur Zeit

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 32 vom 07. August 2020

Stimmen zur Zeit

Rainer Zitelmann hält dem bürgerlichen Lager den Spiegel vor, indem er bei „Tichys Einblick“ (2. August) enthüllt, warum linke Hetzkampagnen so gut funktionieren:

„Unser Problem in Deutschland sind nicht linksgrüne Ideologen, nicht der Shitstorm der linken Sprachpolizei, sondern die Feigheit und der Opportunismus des Bürgertums, das sich anpasst, statt ein ,Stopp‘-Schild aufzustellen und dem Meinungsterror entgegenzutreten. Die an sich lächerlichen Kampagnen – heute gegen ,Negerküsse‘ morgen gegen einen Kabarettisten, der nicht auf Linie liegt – wären vollkommen wirkungslos, wenn die Kampagnenmacher nicht immer wieder die Erfahrung machten, dass ihre Einschüchterungskampagnen funktionieren.“





Ulrich Schödlbauer fragt sich im Internetmagazin „Globkult“ (1. August), was aus Demonstrationen wie der Berliner Kundgebung gegen die Corona-Restriktionen am vergangenen Wochenende erwachsen könnte:

„Bald könnte sich zeigen: Das Thema ,SARS-CoV-2‘ hat das Zeug dazu, die verheerende Links-Rechts-Polarisierung von Politik und Gesellschaft im Dienst einer nicht mehr so großen Koalition und einer nicht mehr so erfolgreichen Kanzlerin zu überspringen und, auf mittlere Sicht, zu depotenzieren (entkräften, d. Red.). Die in der Regierungsverantwortung stehenden Parteien dürften also, dessen kann man sicher sein, Gefahr wittern und fürs erste mit dem üblichen Mix aus entdifferenzierender Propaganda und administrativer Hartleibigkeit reagieren.“





Hans Hermann Tiedje wundert sich im „Euro am Sonntag“ (26. Juli) über rätselhafte Investitionsentscheidungen in Berlin:

„Für die Kosten des BER hätte man vier neue Hauptbahnhöfe bauen können oder jedem Deutschen etwa 100 Kugeln Erdbeereis schenken. Man hätte dafür auch den alten Flughafen Berlin Tegel noch 60 Jahre weiter betreiben können. Nun wird Tegel stillgelegt und erwartet das Schicksal des Flughafens Tempelhof, des Bierpinsels Steglitz, des Kongresszentrums ICC. Alles gammelt vor sich hin und verrottet.“





Henryk M. Broder zieht in der „Welt“ (4. August) eine unbequeme Konsequenz aus der Forderung von SPD, Grünen und Linkspartei, das Wahlalter auf 16 Jahre zu reduzieren:

„Auch das Jugendstrafrecht müsste geändert werden, volle Strafmündigkeit ab dem 16. Lebensjahr und kein Nachlass aufgrund ,einer unreifen, noch in der Entwicklung stehenden Persönlichkeit‘. Wer wählen darf, muss auch sitzen können.“





Wort der Woche

„Wir haben es mit einer neuen Form des Politjournalismus zu tun. An die Stelle der Neugier ist das Urteil getreten, an die Stelle der Frage die Verdächtigung.“

Jan Fleischhauer im „Focus“ (1. August) zum immer mehr um sich greifenden Kampagnen-Journalismus in Deutschland