16.01.2022

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21.08.20 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 34 vom 21. August 2020

Leserforum

Tyrannei der Mehrheit

Zu: Wochenrückblick „Den Mix spalten“ (Nr. 33)

Vielen Dank für den, wie immer, erfrischend amüsant-aufschlussreichen Wochenrückblick „Den Mix spalten“ über die „93 Prozent“. Selbst wenn diese Zahl stimmen würde, wäre das beängstigend. Mit den „berühmten“ Mehrheiten, jetzt heißt es ja #Wirsindmehr, habe ich als ehemaliger DDR-Bürger schon immer meine Schwierigkeiten, weil deren Protagonisten wie selbstverständlich davon ausgehen, dass sie grundsätzlich im Recht sind. Denn: Sie sind ja die Mehrheit, Punkt. Ich empfinde dies als äußerst bedenklich, aufgrund meiner Vergangenheit sogar als bedrohlich, denn (das würde ich gerne diese Leute fragen) es war früher einmal eine Mehrheit in den US-amerikanischen Südstaaten für die Rassentrennung – hatte sie deshalb Recht? Es war auch eine Mehrheit der Deutschen für Adolf Hitler – hatte sie deshalb Recht? Ich glaube, Sie haben in einem früheren Artikel mal den Satz geschrieben, dass „Mehrheiten immer die Minderheiten tyrannisieren ...“ – das sehe ich auch so. Mit der einem guten Mathematiker eigenen Logik hat Bertrand Russel einmal gesagt: „Auch wenn alle einer Meinung sind, können alle Unrecht haben.“

Dirk Zahn, Hennigsdorf





Für mich, der vor der „Wende“ 25 Jahre DDR erlebt hat (davon aber glücklicherweise fünf Jahre zur See) sind diese Entwicklungen keine Überraschung. Als Kohls „Mädchen“ in die CDU einzog und danach die Macht an sich reißen konnte, war der Weg zur DDR 2.0 unweigerlich vorgezeichnet. Bei dem ganzen Theater um die Maske (früher mussten die braven DDR-ler entsprechende Winkelemente mitführen) haben die öffentlich-rechtlichen Medien jedoch nicht aufgepasst und bei den Bildern aus Weißrussland – da wo es kein Corona gibt – Demos ohne Abstand und ohne Maske gezeigt. Ein Land vor dem Massensterben?

Steffen Fischer, Seevetal






Der Weg der Genossen 

Zu: Kommentar „Warum jetzt?“ (Nr. 33)

Die SPD kann nur dann einen halbwegs glaubwürdigen Wahlkampf führen, wenn sie sich aus der gemeinsamen Regierung verabschiedet. 2021 dürften die desaströsen Ergebnisse der Regierungspolitik für den arbeitenden Bürger evidenter sein als heutzutage. Energiepolitik, Finanz- und Wirtschaftspolitik werden noch stärker als bisher für die Bevölkerung monetär erlebbar werden. Weitere Abgaben und unter Umständen noch längere Lebensarbeitszeiten sind in Aussicht gestellt, der allgemeine Lebensstandard wird weiter sinken. Dann ist es durchaus ratsam, beizeiten die Biege zu machen und sich neu aufzustellen. Die SPD könnte das tun und den CDU-Kandidaten das Holz alleine hacken lassen. Die Genossen hätten dabei nichts zu verlieren.

Jan Kerzel






Ältestes Seebad? 

Zu: Preußen als Erfinder der Seebäder (Nr. 27, 31 und 33)

Es ist verständlich, das die PAZ, schon durch ihren Namen verpflichtet, sich in ihren Beiträgen insbesondere mit der Rolle Preußens in der Entwicklung der deutschen Seebäder beschäftigt. Das Prädikat „Erfinder“ steht Preußen jedoch nicht zu. Schon 1793 gründete nämlich der progressive Herzog Friedrich Franz I. in Heiligendamm im wegen seiner Rückständigkeit verrufenen, damals 800-jährigen Mecklenburg das älteste Seebad der deutschen Länder und Kontinentaleuropas, in dem bereits 1794 die erste Badesaison eröffnet wurde! Dies verkündet stolz die goldene Inschrift an einem riesigen Findling im Herzen Heiligendamms, der „weißen Stadt am Meer“ , die seit 2004 wieder den Titel „Seeheilbad“ trägt und im Juni 2007 Gastgeber des G8-Gipfeltreffens war. Reichskanzler Bismarck hatte also mit seinem Spruch nur teilweise Recht, als er behauptete: „Wenn die Welt einmal untergeht, dann ziehe ich nach Mecklenburg um. Da geht sie nämlich 100 Jahre später unter.“ Leuchttürme stehen überall in der Welt, und sie wurden zu jeder Zeit errichtet.

Dr. Ádám Sonnevend, Rostock






Faszination Masuren

Zu: Unsterbliche Stimme der Stille (Nr. 33)

Wie schön, dass einer meiner Lieblingsschriftsteller an dieser Stelle gewürdigt wird. Leider ist die Stille, von der in dem Text die Rede ist, aus Masuren vertrieben. Es ist kein Rückzugsgebiet mehr, wie übrigens auch weltweit festzustellen. Touristischer Kommerz, verbunden mit Radau, vertreibt die letzten Illusionen. 

Unbekannter Leser, auf www.paz.de






Vergessene Persönlichkeit

Zu: „Motorflugpionier Hans Grade“ (Nr. 32)

Ein sehr interessanter Artikel. Ich kannte den Mann und seine Geschichte überhaupt nicht. Ein gutes Beispiel dafür, was für herausragende Menschen Deutschland hervorgebracht hat. Leider fehlt mir etwas der Abschluss. Woran ist Hans Grade gestorben? Ganz einfach altersbedingt, oder gab es noch andere Gründe? 

H. Schinkel, Lengede  






Linke fronten

Zu: „Lügen, Irrtümer und völlige Verblendung“ (Nr. 32)

„Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft!“ Diese von dem KPD-Chefideologen Heinz Neumann formulierte Phrase galt bis zu dessen Entmachtung 1932 uneingeschränkt, prägte aber noch bis zur Ausrufung der Volksfront-Politik 1935 eine KPD-Politik, die teils auf individuellen Terror setzte (Mord an zwei Polizisten in Berlin 1931 durch den späteren Stasi-Chef Erich Mielke), teils sich in ziellose brutale Straßenkämpfe stürzte. Die SPD-Führer waren wie ihre Weimarer Koalitionspartner keine Lichtgestalten, sondern nur (genauso wie heute) fixiert auf Machterhalt und Anpassung. Die Angst regiert auch heute wieder in Deutschland. Die Linke fürchtet die Rechten, die Rechten fürchten den Staat und der Staat fürchtet das Volk.

Gotthelm Fugge






Gedenken

Zu: Arsenal des Schreckens (Nr. 31)

Wenn an das endgültige Ende des Zweiten Weltkrieges mit der Kapitulation Japans im Fernen Osten erinnert wird, sollte man auch bedenken, dass die USA bis heute der einzige Staat der Welt sind, der Nuklearwaffen eingesetzt hat – nicht auf dem Gefechtsfeld, sondern gegen Zivilisten – und somit ein in der Weltgeschichte einmaliges Ausrufezeichen gesetzt hat. Von Roosevelt gewollt und von Churchill unterstützt, wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges halb Europa auf Jahrzehnte zwar von Hitler befreit, dafür aber der weit schlimmeren Diktatur Stalins ausgeliefert. Nach 1945 sagte Churchill, man habe „das falsche Schwein“ geschlachtet! Viele Jahre später wurde die Siegerordnung von Potsdam durch die Befreiungsakte europäischer Völker korrigiert.

Jürgen Frick, Dessau-Roßlau






Korrektur

Zu: „Der König suchte Frieden“ (Nr. 30)

In dem Artikel wird geschrieben, dass um 1770 bei der Geburt von Friedrich Wilhelm III. Glanz und Gloria vorbei gewesen seien und Friedrich Wilhelm II. den puritanischen Hof des Alten Fritz in eine Lasterhöhle verwandelt habe. Das kann er aber 1770 noch nicht getan haben, weil in jenem Jahr noch Friedrich II. regierte. Er starb erst 16 Jahre später. Nach Ableben des Alten Fritz stimmt die Aussage zwar, so wie es im Artikel steht, ist es doch etwas zu komprimiert. 

Patrick Scheuch, Prüm