27.01.2022

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30.10.20 / August v. Mackensen / Adolf Hitlers Ersatz-Hindenburg

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 44 vom 30. Oktober 2020

August v. Mackensen
Adolf Hitlers Ersatz-Hindenburg
Manuel Ruoff

Der anfängliche Gutsverwalter und spätere Gutsbesitzer Ludwig Mackensen wollte, dass sein am 6. Dezember 1849 in Leipnitz geborener Sohn August wie er Landwirt wird. August Mackensen fügte sich anfangs. Er verließ nach der Unterprima das Realgymnasium, um bei seinem Vater in die Lehre zu gehen und anschließend in Halle Agrarwissenschaft zu studieren.

Unterbrochen wurde diese Ausbildung durch den Dienst als Einjährig-Freiwilliger bei den Husaren und die Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg. Dort schlug er sich erfolgreich, bekam für einen wagemutigen Erkundungsritt das Eiserne Kreuz II. Klasse. Das Militär erwies sich als sein Metier. Zwei Jahre nach Kriegsende brach er sein Studium mit zähneknirschender Zustimmung seines Vaters schließlich ab und wurde Berufsoffizier.

Der gutbürgerliche Sohn einer Pastorentochter mit Realgymnasialerfahrung und Klavierunterricht war nicht nur fleißig und ehrgeizig, sondern auch gebildet. So gelangte er auch ohne Besuch der Kriegsakademie 1892 in den Großen Generalstab. Sowohl dessen Chef Alfred Graf von Schlieffen als auch Kaiser Wilhelm II. diente er als Adjutant. 1899 wurde er geadelt.

Im Ersten Weltkrieg wurde Mackensen nicht an der West-, sondern an der Ostfront eingesetzt, wo die Deutschen ungleich erfolgreicher waren, was seinem Nimbus sicherlich nicht geschadet hat. Neben den Siegern von Tannenberg, Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff, wurde er zu einem der populärsten deutschen Heerführer. Nach dem Bruch des Widerstandes Serbiens und dem Einmarsch in dessen Hauptstadt erfolgte sein Meisterstück, die Eroberung Rumäniens, für die er nach Hindenburg als zweiter General das Großkreuz des Eisernen Kreuzes erhielt. Den Rest des Krieges war Mackensen Militärgouverneur in Rumänien. So blieb er auch während der zunehmenden Verschlechterung der Kriegslage für die Mittelmächte im Felde unbesiegt, was seinem Nimbus ebenfalls guttat.

Bei Kriegsende immerhin schon 68 Jahre alt, konnte er sich nun ohne Gesichtsverlust aus dem aktiven Militärdienst zurückziehen. In der Weimarer Zeit war er gerngesehener Gast auf Veteranentreffen. Nach dem Tode Hindenburgs übernahm der letzte verbliebene Generalfeldmarschall der alten Armee bis zu einem gewissen Grade dessen Rolle als propagandistische Brücke zwischen dem neuen Regime und der alten Kaiserzeit. Der Christ und Patriot bewunderte Adolf Hitler und dessen Revision von Versailles, setzte sich aber auch für NS-Verfolgte ein. Im 96. Lebensjahr starb der Flüchtling am 8. November 1945 in Burghorn bei Celle.