25.06.2024

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04.12.20 / Die Genossen der Jusos

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 49 vom 04. Dezember 2020

Die Genossen der Jusos
René Nehring

Auf ihrem digitalen Bundeskongress verabschiedeten die Jusos am Wochenende eine Resolution, in der sie unter anderem die Jugend der palästinensischen Fatah als „Schwesterorganisation“ bezeichneten, die sich für eine friedliche Lösung des Nahostkonfliktes einsetze. 

Zu Erinnerung: Die Fatah ist diejenige Organisation, die jahrzehntelang versuchte, den jüdischen Staat Israel hinfort- und einen palästinensischen Staat herbeizubomben. Zwar schloss sie 1993 Frieden mit Israel, doch propagiert sie bis heute immer wieder ein „befreites Palästina“ – ohne Israel. Wie bei anderen Organisationen ist auch bei der Fatah die eigene Jugend radikaler, als es die Altvorderen sind. So zeigt das Logo der Fatah-Jugend eine Landkarte des heutigen Israel, allerdings in den Farben der palästinensischen Autonomiebehörde gefärbt – ohne einen jüdischen Staat. 

Insofern müssten die Jusos nach ihrer Resolution eigentlich die Empörung all jener hervorrufen, die sich sonst bei jeder sich bietenden Gelegenheit zum Existenzrecht Israels bekennen. Zum Beispiel Heiko Maas. 

2019 etwa erklärte der Außenminister anlässlich des 70. Jahrestags der Aufnahme Israels in die Vereinten Nationen: „Deutschland steht auch in der UNO an der Seite Israels, dessen Sicherheit und Existenzrecht nirgends und durch niemanden infrage gestellt werden darf.“ Und im Januar 2020 schrieb er in einem „Spiegel“-Beitrag: „Egal, ob sich die Attacken gegen ein jüdisches Museum in Brüssel, einen koscheren Supermarkt in Paris oder eine Synagoge in Deutschland richten – jeder Angriff auf jüdisches Leben ist ein Angriff auf Europa, auf unsere Kultur und unsere Werte.“ 

Dumm nur, wenn dann der eigene Parteinachwuchs sich mit einer offenbar antisemitischen und israelfeindlichen Organisation solidarisiert. Würde Heiko Maas seine eigenen Worte ernst nehmen, müsste er nun die Jung-Genossen zur Ordnung rufen. Dass er dies nicht tut, legt die Vermutung nahe, dass ihm das Existenzrecht Israels nur dann wichtig ist, wenn er es gegen politische Gegner instrumentalisieren kann.