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31.12.20 / Communio Messianica / Ex-muslimische Christen organisieren sich / Mit Begeisterung zum Glauben – Konvertiten gründen Netzwerk

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 53 vom 31. Dezember 2020

Communio Messianica
Ex-muslimische Christen organisieren sich
Mit Begeisterung zum Glauben – Konvertiten gründen Netzwerk

Nach zehn Jahren Vorlauf wurde am 18. November die „Communio Messianica“ gegründet. Das Netzwerk von Konvertiten aus 79 Ländern will eine Stimme für die Ex-Muslime sein, die zum Christentum konvertiert sind, und diese im Glauben und Leben unterstützen. Vor Jahren bereits hatte sich in Korntal bei Stuttgart ein internationales Leitungsteam der neuen Gemeinschaft gebildet, das aus Ex-Muslimen und aus Personen, die lange im islamischen Milieu gearbeitet haben, besteht. Die vier großen Sprachgruppen der islamischen Welt, Arabisch, Persisch, Urdu und Türkisch sind im Leitungsteam vertreten. 

Zwei Faktoren haben zur Gründung des Netzwerkes beigetragen. Einerseits die zunehmende Radikalisierung und Militarisierung weiter Teile des Islams, ohne dass islamische Würdenträger dagegen angehen, und andererseits die Zunahme evangelikaler Tendenzen im Christentum, das immer weitere Kreise erfasst und auch in mehrheitlich muslimischen Ländern immer mehr Anhänger gewinnt. 

Enge Zusammenarbeit mit der WEA

Während weite Teile des Islams, verunsichert durch die globale, freie Gesellschaft, immer mehr auf Gewalt und Zwang setzen, setzen die Pfingstkirchen auf die Macht und die Kraft des Geistes und können so die Massen ohne Zwang allein durch Begeisterung überzeugen und gewinnen. Auf diese Art sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten Hunderttausende von Muslimen Christen geworden, einige Zehntausende auch in Deutschland, so viele wie bisher noch nie in der Geschichte, sagte der Vorsitzende von Communio Messianica, der Sudaner Yassir Eric, in Korntal dem Evangelischen Pressedienst. 

Die neue internationale kirchliche Gemeinschaft der Ex-Muslime will die Ausbildung von Gemeindeleitern unterstützen und den jungen Gemeinden in ihrer Medienpräsenz zur Seite stehen. Es sollen nicht mehr nur Menschenrechtsorganisationen für Konvertiten sprechen, sondern diese sollen und wollen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und eigene Selbstvertretungen aufbauen. Die bedrohten und verfolgten Christen sollen und wollen so dokumentieren, dass sie ihre Heimat lieben, auch wenn sie sich vom Islam losgesagt haben. Viele islamische Länder, die nicht zwischen Islam und Politik unterscheiden, setzen den Abfall vom Islam mit Illoyalität gegenüber dem Staat gleich.  

Die theologische Grundlage der Communio Messianica ist die „Lausanner Erklärung“ der Weltweiten Evangelischen Allianz von 1974 zur Missionsverpflichtung des Christentums. Das weltweite evangelikal ausgerichtete Netzwerk von 129 nationalen und regionalen Evangelischen Allianzen ist der wichtigste Partner der Neugründung, aber auch die römisch-katholische Kirche hat bereits ihr Wohlwollen gegenüber der neuen Bewegung zum Ausdruck gebracht. 

Allein zu einigen orthodoxen und orientalischen Kirchen des Nahen Ostens, die dort nur ein Bleiberecht haben, weil sie sich in ein gesellschaftliches Korsett fügen, das auch das absolute Missionsverbot beinhaltet, sind die Beziehungen gespannt. Die traditionellen Ostkirchen sehen konvertierte Muslime immer noch als Außenseiter und begegnen ihnen oft mit Misstrauen und Ablehnung, weil diese die traditionelle Rolle der einheimischen Kirchen gefährdeten.B.B.