17.01.2022

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31.12.20 / Heimatkreisgemeinschaften

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 53 vom 31. Dezember 2020

Heimatkreisgemeinschaften

Lötzen

Kreisvertreter: Dieter Arno Milewski, Am Forstgarten 16, 49214 Bad Rothenfelde, Telefon (05424) 4553; E-Mail: kgl.milewski@osnanet.de Stellvertreterin: Petra-Kathrin Karpowski, 22880 Wedel Geschäftsstelle und Heimatmuseum: Gudrun Marlies Christians, Sudetenlandstraße 18 H, 24537 Neumünster, Telefon: +49 152 2903 2268, E-Mail: KGL-info@web.de Öffnungszeiten der Geschäftsstelle: Montag von 9 bis 12 Uhr sowie Donnerstag und Freitag von 14 bis 17 Uhr. Während der Öffnungszeiten der Geschäftsstelle sind die Museumsräume geöffnet.

Aufruf Schatzmeistersuche

Da unser Schatzmeister zurückgetreten ist, suchen wir auf diesem Wege ein Mitglied (oder ein zukünftiges Mitglied) unserer Kreisgemeinschaft, das diese Aufgabe zuverlässig übernehmen würde. Leider konnten wir wegen der Corona-Pandemie unsere Kreisversammlung nicht wie geplant durchführen, und so war es nicht möglich, unsere Mitglieder bei dieser Versammlung persönlich anzusprechen.

Der Schatzmeister sollte die Arbeit des Vorstandes unterstützen und wäre ab der nächstmöglichen Wahl anlässlich einer Kreisversammlung Mitglied des engeren Vorstandes. Interessenten bitten wir, sich bei der Geschäftsstelle (siehe linke Seite) zu melden.

Mitgliederversammlung der Kreisgemeinschaft Lötzen e. V. in der Patenstadt Neumünster

Laut Vereinsrecht und der Vereinssatzung der Kreisgemeinschaft Lötzen e. V. muss nach Ablauf von zwei Jahren eine Mitgliederversammlung und nach Ablauf von vier Jahren eine Neuwahl des Vorstandes stattfinden. Die letzte Neuwahl war im August 2018 und demzufolge hätte im August 2020 eine Mitgliederversammlung stattfinden müssen. Die Einladung zu dieser Versammlung erfolgte im Heimatbrief Nr. 127 und in der Preußischen Allgemeinen Zeitung (PAZ) für den 9. August 2020.

Wegen der Corona-Pandemie musste diese Mitgliederversammlung abgesagt werden. Die Absage erfolgte in der PAZ und mit unserer Informationskarte vom 2. Juni 2020.

Der Gesetzgeber gibt uns das Recht, die Mitgliederversammlung nach Art. 2 § 5 des „Gesetzes zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht“ durchzuführen. Mit der Informationskarte und der Mitteilung in der PAZ baten wir um Stimmen der Mitglieder zur Versammlung, die bis zum 1. Oktober 2020 bei der Geschäftsstelle abzugeben waren.

Unsere folgende Information betrifft die Jahre 2018, 2019 und 2020 bis Ende August.

Der demographische Wandel geht auch nicht an uns vorbei. In den Jahren 2012 bis 2017 mussten wir uns von 407 Mitgliedern verabschieden. Von 2018 bis zum 31. August 2020 waren es 168 Mitglieder, so dass der aktuelle Mitgliederstand 1868 Mitglieder beträgt. In den Anfangsjahren konnten wir auf mehr als 5400 Mitglieder blicken. Es ist erfreulich, dass teilweise die zweite und auch dritte Generation zu unseren Mitgliedern zählen, sie ersetzen aber nicht alle Verstorbenen.

Im Jahr 2018 verstarb unser 1. Vorsitzender, Herr Dieter Eichler. Seine Geschäfte übernahm, bis zur Neuwahl im August 2018, der 2. Vorsitzende Dieter Arno Milewski. Diese Zeit wurde mit Einarbeitung, Vorstellung bei Mitgliedern, der Landsmannschaft Ostpreußen, Vereinen und Verwaltungen in Neumünster sowie Lötzen ausgefüllt. 

Bei der Neuwahl im August 2018 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Für diese Wahl existierte eine Wahlordnung. An der Neuwahl haben 17 Mitglieder, einschließlich der Kandidaten, teilgenommen – bei einer Mitgliederzahl von über 1900.

Deshalb hat der Vorstand für die Neuwahl im Jahre 2022 eine neue Wahlordnung erarbeitet, die allen Mitgliedern die Möglichkeit gibt, den Vorstand zu bestimmen. Am Ende dieses Berichtes ist die vom Vorstand beschlossene neue Wahlordnung veröffentlicht. 

Das Ergebnis der Vorstandswahlen 2018 wurde im Heimatbrief, der PAZ und im Internet bekannt gegeben. Es wurden vier Kandidaten wiedergewählt und drei neue Bewerber gewählt. Es gab einen Nachrücker.

Das Jahr 2018 wurde dank der Mitgliederspenden und Zuwendungen sowie guter, ehrenamtlicher, kostensparender Arbeit mit einem finanziellen Ergebnis, das 2,02 % über dem Ergebnis von 2017 lag, abgeschlossen.

Im Jahr 2019 galt es, unsere Aufgaben, die uns unsere Satzung vorgibt, wie den Erhalt der Kreisgemeinschaft, des Heimatbriefes, des Museums sowie des Archives, zu erfüllen und ferner die Kontakte zu unserer Heimat in Lötzen zu pflegen und auszubauen.

Ihre Spenden helfen in der Heimat, die Not unserer Schwestern und Brüder, die dort verblieben sind und in teilweise schlimmen sozialen Verhältnissen leben, ein klein wenig zu mildern. Die „Stiftung Bruderhilfe“ der „Landsmannschaft Ostpreußen“ war gezwungen, die gewohnte, jahrelange Höhe der Bruderhilfe zu kürzen. Wir konnten den gekürzten Betrag nicht ganz ausgleichen, haben aber einen Teil übernommen.

Im Jahr 2019 haben wir an Veranstaltungen der „Landsmannschaft Ostpreußen“ teilgenommen. Aus ehrenamtlicher Sicht war es unsere Pflicht, das Ostpreußentreffen in Wolfsburg, die Veranstaltung der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen auf Schloss Burg, die Veranstaltung der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern in Neubrandenburg sowie das Dorftreffen der Weidicker zu besuchen. Es war ein sehr schönes Gefühl, sich mit sehr vielen Lötzenern aus Stadt und Land über Erinnerungen, Erfahrungen und Besuchen in der Heimat auszutauschen. 

Genau wie im Jahr 2018 haben wir auch im Jahr 2019 jeweils zwei Heimatbriefe herausgegeben. Der Heimatbrief hat mittlerweile mit Umschlag 148 Seiten. Dank unseres Redakteurs können wir auf eine interessante Lektüre, die ein wichtiges Bindeglied zwischen Ihnen, also unseren Mitgliedern und der Heimat ist, immer wieder hoffen.

Die Kosten für Druckerei und Versand werden leider von Jahr zu Jahr teurer. Eine kleine Portoerhöhung bei der Post von 0,05 Euro wirkt sich bei einem Versand von 2000 Exemplaren erheblich aus. Die Kosten für die Erstellung des Heimatbriefes blieben auch nicht auf dem Niveau des Vorjahres. 2019 hatten wir ein sehr gutes Jahresergebnis, weil unsere Druckerei, die für viele Kreisgemeinschaften druckt, nicht mehr in der Lage war, uns die Rechnung für die letzte Ausgabe im alten Jahr zu erstellen. Die Rechnung kam aber sofort im neuen Jahr, deshalb ist ein Vergleich des erwirtschafteten Ergebnisses mit dem Vorjahr unrealistisch.

Die Veranstaltungen im Museum in Neumünster waren regelmäßig und sehr erfolgreich. Alle Veranstaltungen waren gut besucht. Die gewählten Themen sowie die erfolgte Unterstützung des Ostpreußischen Landesmuseums in Lüneburg sowie des Kulturzentrums Ostpreußen Ellingen mit Exponaten und in der Vorbereitung ergaben die gewünschte öffentliche Wirkung.

Auch die Veranstaltungen, die durch eine Unterstützung von Mitgliedern der Kreisgemeinschaft durchgeführt wurden, gaben dem Museum seine Berechtigung. Die Zusammenarbeit mit dem in Neumünster etablierten „Museum für Tuch und Technik“ war sehr gut. Exponate aus unserer Heimat haben auch dort bei besonderen Anlässen ihre Wirkung nicht verfehlt.

Der Vorstand der Kreisgemeinschaft hat zwei Sitzungen in unserem „Zuhause“ in Neumünster, also in Ihrem/unserem Museum, durchgeführt.

Auf das Jahr 2020 hatten wir große Erwartungen und Hoffnungen gelegt. Wir haben daran geglaubt, dass sich der 100-jährige Kalender wiederholt und uns die „Goldenen 20er-Jahre“ bevorstehen. Wir haben uns sehr viel vorgenommen und viele Planungen gemacht.

Jedoch: Als erste Mitteilung erhielten wir die Kündigung unseres Kassenwartes und Mitglieds des engeren Vorstandes mit Bankentscheidung und -berechtigung. Er führte gesundheitliche und berufliche Gründe für die Entscheidung an. Da wir keinen sofortigen Ersatz gefunden haben und die Welt von COVID-19 bedroht war, hat sich der Kassenwart bereit erklärt, bis zur Verpflichtung eines Nachfolgers die Geschäfte weiter zu führen. Noch haben wir keinen Nachfolger.

Dann hatten wir im Rahmen einer Kosteneinsparung den Plan, die Geschäftsstelle von Hamburg nach Neumünster in einen freien Raum des Museums, für das wir hohe konstante Kosten haben, zu verlegen. Ziel war es, die Miete für das Büro in Hamburg zu sparen sowie unzählige Fahrten von Hamburg nach Neumünster, für die wir Kostenerstattung leisten, zu minimieren. Einen zusätzlichen Vorteil sahen wir darin, durch die Besetzung der Geschäftsstelle im Museum an drei Tagen pro Woche die Öffnungszeiten des Museums für Besucher von einmal im Monat auf dreimal pro Woche zu vergrößern. Das Ergebnis war leider, dass die Geschäftsstellenmitarbeiterin in Hamburg ohne Verhandlungen gekündigt hat. 

Dieses Ereignis fiel in eine schwere Zeit und traf uns unvorbereitet. Die Pandemie ergriff Deutschland und die ganze Welt. Dadurch war eine ordnungsgemäße Übergabe der Arbeitsunterlagen nicht möglich. Diese Übergabe erfolgte nur an einer Haustür, entsprechende Abstimmungen wie im Arbeitsleben üblich waren unmöglich. Unser Museum und Archiv in Neumünster war plötzlich unerreichbar und verwaist. Wir hatten zwar viele Haustürschlüssel, aber niemand benutzte sie.

Wir erinnerten uns, dass der für den Stadtteil zuständige Stadtteilvorsteher Erhard Schättiger, in dem das Museum liegt, schon zwei Stadtteilbeiratssitzungen in diesem Museum durchgeführt hat. Ein Anruf genügte, um die Schlüsselgewalt zu übergeben. Erhard Schättiger ist sehr daran interessiert, dass in „seinem“ Stadtteil wichtiges kulturelles Leben erhalten bleibt. In der Zwischenzeit war bei einem Redakteur des Holsteinischen Courier in Neumünster eine von unserer ehemaligen Geschäftsstellenmitarbeiterin verfasste Mitteilung eingegangen, dass das Museum nun wohl geschlossen werden müsse.

Da der Redakteur vor der Veröffentlichung mit Erhard Schättiger und mir, Dieter Milewski, sprach, enthielt der Artikel auch einen Hinweis darauf, dass die Kreisgemeinschaft die Geschäftsstelle in Neumünster neu besetzten wolle. Aufgrund dieses Artikels erhielten wir innerhalb weniger Tage eine Bewerbung, die unseren Vorstellungen entsprach. So konnten wir am 3. Mai 2020 – leider wieder nur an der Haustür – Schlüssel, Unterlagen, Laptop und gute Wünsche übergeben. 

Der Sprung ins kalte Wasser für eine Mitarbeiterin, die keine persönliche Einarbeitung hatte, war zu erwarten. Deshalb läuft es auch noch nicht so „rund“ wie bei Mitarbeitern mit langjähriger Erfahrung.

Wir kennen somit unsere neue Mitarbeiterin nur von der Haustür, vom Foto und vom Telefon. Das ist aber das kleinste Problem der Pandemie.

Es gibt noch viele, viele Wünsche und Pläne, die wir aktuell nicht verwirklichen können. Sämtliche Veranstaltungen der Landsmannschaft Ostpreußen, die dem Fortbestand unseres Andenkens und unserer Erinnerungen dienen, sowie alle Treffen und Zusammenkünfte sowie Sitzungen und Möglichkeiten des Erfahrungsaustausches gibt es nicht.

Eine ganz besondere Situation erfahren die Empfänger der Bruderhilfe in dieser schweren Zeit. Von der „Stiftung Bruderhilfe“ wird empfohlen, die in den Kreisgemeinschaften schon vorhandenen Zuwendungen im Jahr 2021 in doppelter Höhe auszuzahlen. Laut Richtlinie der Stiftung muss die Bruderhilfe vom Vorstand der jeweiligen Kreisgemeinschaft überbracht werden. Eine Überweisung an den Deutschen Verein muss leider entfallen.

Wir werden uns bemühen, einen Beitrag aus unserem Kassenbestand per Ãœberweisung zur geplanten Weihnachtsfeier beizutragen und dadurch einen kleinen Ersatz zu leisten. 

Der persönliche Kontakt zu Ihnen fehlt uns. Wir freuen uns aber, dass uns die Möglichkeit geblieben ist, Ihnen einige Eindrücke aus Lötzen und seiner Umgebung in diesem Heimatbrief zu geben.

Uns bleibt die Hoffnung, dass diese schreckliche, gesundheitsgefährdende Pandemie bald ein Ende hat.

Der Vorstand der 

Kreisgemeinschaft Lötzen e. V.

Erster Vorsitzender 

Dieter Arno Milewski

Wahlordnung für die Wahl des Vorstandes der Kreisgemeinschaft Lötzen e. V.

1. Der Vorstand wählt einen Wahlausschuss, bestehend aus drei Personen. Dieser Wahlausschuss bestimmt seinen Vorsitzenden.

2. Die Mitglieder des Vereins haben das Recht, bis zu einem Stichtag Kandidaten zur Wahl des Vorstandes vorzuschlagen. Ein entsprechender Aufruf mit Benennung des Stichtages wird rechtzeitig im Heimatbrief veröffentlicht. Der Vorschlag muss enthalten:

a) Name, Vorname 

b) Beruf bzw. früherer Beruf

c) Heimatwohnort bzw. Heimatort der Vorfahren 

d) postalische Anschriften des Kandidaten und des Vorschlagenden.

Dem einzureichenden Vorschlag ist die schriftliche Zustimmung des Vorgeschlagenen, dass er die Wahl annehmen würde, beizufügen.

3. Wahlberechtigung und Wählbarkeit sind im Zweifelsfalle an Hand der Kreiskartei festzustellen.

4. Nach Ablauf des Stichtages übersendet der Vorstand die geprüften Wahlvorschläge dem Vorsitzenden des Wahlausschusses. Der Wahlaufruf mit Vorstellung der Kandidaten erfolgt im Heimatbrief. 

5. Die Abgabe der Stimme erfolgt geheim durch eine Wahlkarte in einem verschlossenen Umschlag, der an den Vorsitzenden des Wahlausschusses adressiert ist. Der Wahlaufruf und die Wahlunterlagen werden den Mitgliedern des Vereins zusammen mit dem Heimatbrief übersandt. Auf der Wahlkarte müssen die Kandidaten namentlich eindeutig aufgeführt sein.

6. Die Wahl muss bis zu einem bestimmten Tag (Stichtag) erfolgt sein. Nach Ablauf dieses Termins eingegangene Wahlkarten sind ungültig, ebenso eine Abänderung der Wahlkarten.

7. Der Wahlausschuss stellt fest, welcher Kandidat in den Vorstand gewählt wurde. Als gewählt gelten die Kandidaten mit der höchsten Stimmenzahl der Reihe nach absteigend bis zur Höchstzahl von sieben Personen. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los. Die nicht gewählten Kandidaten gelten als Nachrücker.

8. Der neu gewählte Vorstand bestimmt den 1. Vorsitz, den 2. Vorsitz und den Kassenwart als leitenden Vorstand. Den restlichen Personen des erweiterten Vorstandes gemäß § 9 der Satzung können die Positionen des Redakteurs des Heimatbriefes sowie der Verantwortung für das Museum und Archiv zugeteilt werden.

Stand: 01.10.2020


Preußisch Eylau

Kreisvertreterin: Evelyn v. Borries, Tucherweg 80, 40724 Hilden, Telefon (02103) 64759, Fax: (02103) 23068, E-Mail: evborries@gmx.net. Kartei, Buchversand und Preußisch Eylauer-Heimatmuseum im Kreishaus Verden/Aller Lindhooper Straße 67, 27283 Verden/Aller,  E-Mail: preussisch-eylau@landkreis-verden.de, Internet: www.preussisch-eylau.de. Unser Büro in Verden ist nur noch unregelmäßig besetzt. Bitte wenden Sie sich direkt an die Kreisvertreterin Evelyn v. Borries

Dr. Horst Hüttenbach mit 96 Jahren verstorben 

Mit Horst Hüttenbach ist ein tatkräftiger Mitstreiter von uns gegangen. Hüttenbach arbeitete unablässig, ohne sich selbst zu schonen, an unserer gemeinsamen großen Aufgabe: Dass Ostpreußen nicht vergessen wird. Er erwartete den gleichen Einsatz auch von anderen, selbst mit dem Risiko, als unbequemer Mahner empfunden zu werden. Er war, angetrieben von Heimat- und Vaterlandsliebe, verbunden mit einem tiefen Rechtsgefühl, ein Motor der landsmannschaftlichen Arbeit. 

Aufgewachsen auf dem elterlichen Gut Waldkeim bei Preußisch Eylau, Wilhelm-Gymnasium in Königsberg, das auch Wilhelm von der Trenck besucht hatte, mit dem ihn zeitlebens eine enge Freundschaft verband; Kriegsdienst, am Ende in Königsberg, verwundet in den Westen, nach dem Krieg Studium der Landwirtschaft in Bonn; Eintritt in das Corps Rhenania; in Bonn lernte er seine Frau kennen und schlug damit auch im Rheinland Wurzeln; der Beruf führte ihn in viele Länder, in denen er für einen deutschen Chemiekonzern einen Beratungsdienst für Pflanzenschutz aufbaute und die für unser Anliegen so wichtige Auslandserfahrung erwarb.

Nach seiner Pensionierung 1988 begann sein intensiver Einsatz für die Heimat. Er machte auf die dort verbliebenen Deutschen aufmerksam und vermittelte Kontakte zu ihnen; 1991 wurde auf sein Betreiben in Landsberg die „Deutsche Gesellschaft Natangen“ (DGN) gegründet. Hüttenbach hatte ständig neue Ideen, packte die große Aufgabe immer wieder von einer neuen Seite an. 

Als sich zu Beginn der 1990er Jahre der russische Teil des Heimatgebiets öffnete, war er  der erste, der es trotz Verbots wagte, die Stadt Preußisch Eylau zu betreten. Obwohl dort vorübergehend festgenommen, knüpfte er bereits die Kontakte, die bald danach zu der deutsch-polnisch-russischen Kommunalpartnerschaft mit unseren Paten-Kommunen Verden (Aller) führten. Jahrelang leistete er der DGN geduldig Aufbauhilfe, indem er sich z. B. um Lehrer für den Deutsch-Unterricht bemühte und auch die Schwestern Tietz und Zettler, die gleichfalls ein Herz für die DGN  verloren hatten, regelmäßig in seinem Auto mit nach Landsberg nahm. Daraus folgte auch, dass er Erna Tietz bei der Gründung des „Ermländisch-masurischen Verbands deutschstämmiger Landfrauen“ unterstützte, der Bewohnern Westdeutschlands „Ferien auf dem  Bauernhof in Ostpreußen“ ermöglicht. Hunderten Deutschen und auch Polen vermittelte er Saisonarbeit in der rheinischen Landwirtschaft und Gastronomie. 

Im russischen Teil konnte durch die Mitwirkung Hüttenbachs die noch leidlich erhaltene Kirche Mühlhausen der evangelisch-lutherischen Kirche Russlands übertragen werden und so dem Verfall entgehen. Seine rastlose Aktivität trug auch zur Rettung der Kirche Tharau bei. Im Förderverein für die Kirche Tharau zeigte sich seine Gabe, andere Menschen mitzuziehen, so wie er auch manch einen für die Mitarbeit in der Kreisgemeinschaft Pr. Eylau in Verden gewann. Noch in den 2010er Jahren wirkte er beratend im Vorstand der Kreisgemeinschaft mit. 

Das Interesse Hüttenbachs beschränkte sich nicht auf den Kreis Pr. Eylau. So griff er  z. B. eine Gelegenheit auf, die Erhaltung des Schlosses Steinort zu fördern. In Bonn beteiligte er sich wirksam an der politischen Diskussion durch Leserbriefe, ein Medium, das leider von Vielen unterschätzt wird. Für seinen gesamten Einsatz verlieh ihm die Landsmannschaft Ostpreußen ihr Goldenes Ehrenzeichen. 

Horst Hüttenbach hinterlässt drei Söhne mit Familien – seine Frau war bereits vor ihm verstorben. Uns Verbliebenen wird ein Vorbild und ein Mahner fehlen, der uns ständig an unsere Pflicht erinnert: dafür zu sorgen, „dass Ostpreußen nicht vergessen wird“. 

 Martin Lehmann