17.01.2022

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08.01.21 / Reisestation / Das Kloster Kolbatz / Eine Station der Heimatreise im September 2020

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 01-21 vom 08. Januar 2021

Reisestation
Das Kloster Kolbatz
Eine Station der Heimatreise im September 2020

Ein weiteres Ziel der September-Pommernreise 2020 war das Kloster Kolbatz, zirka 20 Kilometer südöstlich von Stettin gelegen. Dorf und Kloster gehörten einst zum pommerschen Landkreis Greifenhagen. Am Ziel angekommen, unterrichtete ein örtlicher Priester über das frühere Klosterleben. 

Das Kloster war das erste Zisterzienserkloster in Pommern. Es wurde 1173 durch den Kastellan Wartislaw II. von Stettin gegründet, 1174 von dem dänischen Kloster Esrom aus der Filiation der Primarabtei Clairvaux besiedelt und erhielt das Recht, nach eigenem Ermessen in seinem Gebiet Kolonisten anzusiedeln. Diese holten die Mönche im Wesentlichen aus dem Westen des damaligen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Tochterklöster von Kolbatz waren Kloster Oliva, Kloster Marienwalde und Kloster Himmelstädt. 

Kultur- und Kolonisationszentrum

Die größte Ausdehnung erreichte das Kloster mit etwa 50 Dörfern in den Kreisgebieten Greifenhagen und Pyritz. Weithin bekannt ist der Pyritzer Weizacker. Der Reichtum dieser Gegend kam in den prachtvollen Weizacker-Trachten zum Ausdruck. Viehzucht wurde erfolgreich betrieben. Aber auch im Weinanbau und in der Bierherstellung leisteten und vollbrachten die Mönche so einiges. 

Sie verlegten 1183 das Bett der Plöne, um eine günstige Zufahrt zum Dammschen See an der Odermündung zu erhalten. Der Reichtum des Klosters ermöglichte auch die Schaffung eines Hospitals für Arme und Kranke.

Die Ländereien des Klosters wurden durch Schenkungen erweitert. 1535, nach der Reformation, fiel der Besitz an das pommersche Herzoghaus und wurde nun königliches Amt. Diese nutzten Kolbatz als Jagdschloss und Gästehaus mit Reitstall. Nach der Schwedenzeit war Kriegsrat Sydow Generalpächter. 1811 kaufte Amtmann Gaede Kolbatz, 1816 war der Geheime Kommerzienrat Krause Eigentümer. Er konnte den Besitz jedoch nicht halten und der Staat kaufte Kolbatz zurück. Seither war die Domäne an Barth, dann an Fabricius und Schulz verpachtet. 

Von der Klosteranlage sind heute noch die Kirche im Stil der Backsteinromanik und einige Ne­bengebäude erhalten. Bedeutsam am Westgiebel der Kirche ist die um 1270 eingebaute Rosette.

Damals wie heute sind die Fische aus dem nahen Madüsee berühmt, ins­besondere die köstlich schmeckende Silberne Maräne, die der Reisegruppe zu verschiedenen Mahlzeiten serviert wurde. Hermann Welk hielt die Stationen der Heimatreise fest, weitere folgen.BS 

Die Pfarrkirche, die zirka 400 Jahre ein evangelisches Gotteshaus war, wurde am 20. Oktober 1945 umgewidmet als katholische Kirche vom Heiligen Herz Jesu