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15.01.21 / Sanssouci / Zerstörungswut gegen Preußens Arkadien / Potsdams Schlösserwelt wird zunehmend Ziel von Randale – Lockdown hat die Lage noch verschärft

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 02-21 vom 15. Januar 2021

Sanssouci
Zerstörungswut gegen Preußens Arkadien
Potsdams Schlösserwelt wird zunehmend Ziel von Randale – Lockdown hat die Lage noch verschärft
Norman Hanert

Noch in den letzten Tagen des vergangenen Jahres ist es beim Potsdamer Unesco-Weltkulturerbe Schloss Sanssouci zu einem Fall von Zerstörungswut gekommen. Ein oder mehrere unbekannte Täter warfen 30 bis 40 Glasscheiben der verglasten Weinbergterrassen ein. Der Schaden beläuft sich nach Angaben der Schlösserstiftung auf 2000 Euro. Entdeckt wurde der Schaden am 30. Dezember durch einen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes. 

In die Nischen der Stufen der Weinbergterrassen hatte Friedrich der Große neben Weinreben auch Feigenbäume pflanzen lassen, die im Winter mit Glasfenstern vor der Kälte geschützt werden. Aufgrund der milden Witterung werden die Pflanzen in den betroffenen Kabinen „wohl überleben“, so der Sprecher der Schlösserstiftung. Bereits ein Jahr zuvor, kurz vor Silvester 2019, war es an den Gewächshäusern des Weinbergs zu ähnlichen Zerstörungen gekommen. Zum Ende des Jahres 2020 gab es in den Potsdamer Schlossparks nun gleich zwei Fälle. 

Auch Schloss Babelsberg betroffen

In der Nacht vom 30. zum 31. Dezember richteten bislang unbekannte Täter auch Schäden im Park von Schloss Babelsberg an. Vermutlich mehrere Randalierer verklebten die Zylinderschlösser der Toranlagen dreier Zugänge zum Park: am Havelhaus, am Pförtnerhaus an der Allee nach Glienicke und an der „Verdeckten Pforte“ an der Mühlenstraße. Bei der Aktion verklebten die oder der Täter die Schösser so, dass sie sich nicht mehr öffnen ließen und die Parkeingänge unpassierbar wurden. 

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg war gezwungen, die beschädigten Schlösser auszutauschen. Ein Sprecher der Stiftung sagte, es sei „rein spekulativ“, ob es zwischen dem Angriff auf den Park Babelsberg und den Zerstörungen am Schloss Sanssouci einen Zusammenhang gebe. Die Stiftung verzeichnet schon seit einigen Jahren immer mehr Schäden durch Zerstörungswut und eine wachsende Menge an zurückgelassenem Müll in den Parkanlagen. 

Gegenmaßnahmen eingeleitet

Das Problem hat sich seit dem Beginn der Corona-Pandemie und der Lockdown-Maßnahmen noch verstärkt. Frank Kallensee, Pressesprecher der Stiftung, sagte: „Während des Lockdowns waren alle Parks in Potsdam (gemeint sind alle anderen, d. Red.) gesperrt. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, unsere Anlagen offen zu lassen. Das hat natürlich den Druck auf sie erhöht.“ 

Besonders der Neue Garten und Park Babelsberg sind in Corona-Zeiten auch in den Abendzeiten zu Treffpunkten größerer Menschengruppen geworden. Mit diesen Parkbesuchern haben in den vergangenen Monaten auch die Vermüllung der Anlagen und die Zerstörungen zugenommen. Im Bereich des Babelsberger Parks greift die Schlösserstiftung inzwischen zu baulichen Gegenmaßnahmen und schließt eine Lücke in der Umzäunung des Weltkulturerbeparks.