29.01.2022

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15.01.21 / Aus den Landesgruppen der Landsmannschaft Ostpreußen e.V.

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 02-21 vom 15. Januar 2021

Aus den Landesgruppen der Landsmannschaft Ostpreußen e.V.

Schleswig-Holstein

Vorsitzender: Edmund Ferner, Julius-Wichmann-Weg 19, 23769 Burg auf Fehmarn, Tel.: (04371) 8888939, E-Mail: birgit@kreil.info

Landesgruppe - Zur Erinnerung

Liebe Landsleute und Freunde der Landsmannschaft Ostpreußen,

zwei Jubiläen prägen in diesem Jahr 2021 unser historisches Bewusstsein, nämlich die Krönung des ersten preußischen Königs Friedrich I. am 18.Januar 1701 in Königsberg vor 320 Jahren und die deutsche Reichsgründung am 

18. Januar 1871, also vor 150 Jahren im Spiegelsaal von Versailles in Paris durch die Proklamation des Kaisers Wilhelm I. des Reichskanzlers Bismarck!

1701 – Eine neue Ära bricht anKrönung König Friedrich I.

Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg und Herzog von Preußen hatte das Herzogtum Preußen durch diplomatisches Geschick bereits 1657 mit dem Vertrag zu Wehlau aus der polnischen Lehnabhängigkeit gelöst und dies im Frieden von Oliva 1660 international bestätigt bekommen. Durch die Huldigung der Stände, die drei Jahre später auf dem Königsberger Schlosshof stattfand, war auch der innere Frieden besiegelt. Wenn Friedrich Wilhelm dabei auch schon die Version eines künftigen einheitlichen Staates, Preußen, klar vor Augen hatte, so war es ihm nicht beschieden, den brandenburgisch-preußischen Großstaat zu gründen.

Erst sein Sohn, Kurfürst Friedrich III., war es, der das Königtum errichtete. Er nannte sich dann Friedrich I., König in Preußen.

Prunkvolle Krönungsfeierlichkeiten rückten zu Beginn des 18.Jahrhunderts in den Blickpunkt europäischen Interesses. Am 18. Januar 1701 wurde der Kurfürst und Preußenherzog mit Zustimmung des Kaisers Leopold I. aufgrund seiner Souveränität in Preußen im Königsberger Schloss zum König in Preußen gekrönt. Um den rein weltlichen Charakter seines Königtums zu betonen, setzte er sich die Krone im Audienzsaal selbst aufs Haupt. Die Schlosskirche betrat er nur zur Salbung. Aus der Sicht Ostpreußens bedeutete der 18. Januar 1701 nach der Pruzzenzeit, Ordensstaat und Herzogtum eine neue Ära in der Landesgeschichte.

Durch die Arbeit der vom König eingesetzten Minister entwickelte sich dann in Brandenburg und Preußen ein Gesamtbewusstsein. Nach und nach wuchsen die Länder zu einem Staat zusammen, für den der Name Preußen üblich wurde.

Königsberg blieb allerdings Nebenresidenz. Der preußische Adler und die schwarz-weißen Farben wurden Symbol dieses neuen Gesamtstaates. Die Devise, die König Friedrich I. dem von ihm gestifteten Schwarzen-Adler-Orden gab, reicht tief in den Geschichtsraum des neuen Staates hinein. Hier wurden sittliche Verpflichtungen und ethische Leistung angesprochen. Das „Suum Cuique“ wurde das große Pflichtwort der preußischen Könige, wie es der Historiker Hans-Joachim Schoeps einmal ausgedrückt hat. Es sollte nicht allen dasselbe, sondern „jedem das Seine“ gegeben werden, „um damit Gerechtigkeit in der Welt zu bewirken“. Eine neue Staatsidee war geboren.

Reichsgründung durch Bismarck am 18. Januar 1871 

Am Vorabend kam es zu einem Nerven zerreißenden Konflikt zwischen König Wilhelm und Bismarck. Am liebsten hätte König Wilhelm die Feier im Spiegelsaal noch im letzten Moment abgesagt. Er sprach davon, dass er das preußische Königtum zu Grabe tragen würde, wie Bismarck an Friedrich von Baden berichtete. 

Proklamation von Kaiser Wilhelm I. im Spiegelsaal von Versailles 

Aber schließlich war es dann am 18. Ja-nuar doch soweit – der Tag war bewusst gewählt worden als Gedenktag der Gründung des Königreiches Preußen 170 Jahre zuvor, dass es unter voller Entfaltung militärischen Prunkes im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles, in dem Ludwig XIV. regiert hatte, in Anwesenheit zahlreicher Fürsten, Minister und Feldherren der siegreichen Heere zur feierlichen Kaiserproklamation kommen konnte. König Wilhelm gab seine Annahme der Kaiserwürde nunmehr der ganzen Nation bekannt. Eine Krönung fand also nicht statt.

Der Großherzog von Baden umging die dem König so leidige Titelfrage und brachte sein Hoch auf Kaiser Wilhelm aus. – Dieses jedoch nur zum besseren Verständnis der Reichsgründung von 1871.

Was sagt uns der Name „Preußen“ heute?

Heute schwingt immer in der Be-zeichnung „Preuße“ oder „preußisch“ Respekt mit, eine Folge der historischen Leistung des Landes und seiner Menschen.

Und in unserer heutigen Sprachwirklichkeit ist, wenn ich es recht sehe oder höre, das Beiwort „Preuße“ oder preußisch“ eher positiv (nach dem Krieg war der Begriff negativ besetzt) aufgeladen. „Er ist ein Preuße“, diese Bezeichnung wird heute eher als Auszeichnung vergeben, lässt an preußische Tugenden wie Bescheidenheit, Opferbereitschaft, Disziplin, Pünktlichkeit, Bereitschaft zum Dienen, Nüchternheit und Sparsamkeit denken. Immer häufiger werden diese Tugenden beschworen, ein Zeichen dafür, dass sie in unserem heutigen Staat und unserer heutigen Gesellschaft oft vermisst werden. Sehr schade! – Denn die preußischen Tugenden sind überzeitlich und für die funktionierende Gesellschaft unersetzbar.

Mögen die preußischen Tugenden und die Staatsidee „Preußen“ wieder allgemein anerkannter integraler Bestandteil unserer pluralistischen Gesellschaft werden. Das würde unserem Staatswesen zweifelsohne guttun. Und das Fremdwort „Korruption“ wäre dann nur noch ein entleerter Begriff.

Was ist Preußen?

Preußen ist weder Volkstum noch Rasse. Preußen ist Haltung und niemals Masse. Preußen ist Pflicht nach Immanuel Kant. Preußen ist Treue zu Volk und Land. Dienen der Sache bis in den Tod - und Griff zu den Waffen erst in allerhöchster Not.

Warum begehen wir seit vielen Jahren den Preußentag?

Es sind zwei Daten, die für die deutsche Geschichte von außerordentlicher Bedeutung sind:

1. Am 18. Januar 1701 wurde der Kurfürst Friedrich III. (Preußenherzog) von Brandenburg/Preußen mit Zustimmung des deutschen Kaisers Leopold I. aufgrund seiner Souveränität im Königsberger Schloss zum König in Preußen gekrönt. Er nannte sich fortan Friedrich I., König in Preußen. Eine neue Ära brach an, und eine neue Staatsidee wurde geboren.

2. Das zweite Datum, der 18. Januar 1871, wurde von Bismarck bewusst gewählt, um die Kontinuität von Preußen mit dem entstehenden Reich zu dokumentieren. Nach dem Sieg über Frankreich 1870/71 haben die deutschen Fürsten bewusst die Kaiserproklamation in den Spiegelsaal von Versailles gelegt, um zu zeigen, dass Deutschland eine starke Nation sein könnte, wenn die einzelnen deutschen Staaten in einem Reich zusammengeschlossen sind.

Preußen war in Deutschland aufgegangen, wie Bismarck sagte, aber die Staatsidee Preußens war der Grundpfeiler des zweiten Deutschen Reiches geblieben. 

Edmund Ferner


Vereinigte Landsmannschaften Flensburg (VLM Fl) e.V.

Flensburg - Der Vorstand wünscht allen Mitgliedern ein zufriedenstellendes neues Jahr 2021.

Hinweise:

1. Die immer noch schlechten Infektionszahlen wirken sich auch auf unser Jahresprogramm aus, daher muss die Veranstaltung am 

20. Januar („Kaffeetafel mit Vor-trag“) leider abgesagt werden.

2. Sofern die Jahreshauptversammlung am 17. Februar ebenfalls zu verschieben ist, erhalten Sie rechtzeitig eine Nachricht.

Bleiben Sie gesund.

Herzlichst

Ihr Michael Weber


Neumünster - Im Dezember 2020 wurden Mitglieder für treue Mitgliedschaft in der Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen, Gruppe Neumünster, geehrt.

Bedingt durch die Corona-Pandemie wurden die Urkunden mit herzlichen Worten und heimatlichen Grüßen per Post verschickt.

Hilda Orczeck 70 Jahre

Nora Kawlath 50 Jahre

Hannelore Affeldt 25 Jahre

Angelika Dombrowe 25 Jahre

Waltraut Plagmann 20 Jahre

Brigitte Färber 20 Jahre

Edelgard Lessing 10 Jahre

Edith Sprotte 10 Jahre

Halten Sie uns weiter die Treue. Wir sind dankbar für die Zeit, die Sie mit uns verbringen und für Sie dürfen die monatlichen Treffen ein Stückchen Heimat sein. Wir wünschen Ihnen weiter viel Gesundheit, blieben und werden Sie gesund.

Allen Landsleuten einen hellen und zuversichtlichen Weg durch das neue Jahr 2021.

Brigitte Profé