11.08.2022

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22.01.21 / Kolumne / Ein Trost ist das nicht

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 03-21 vom 22. Januar 2021

Kolumne
Ein Trost ist das nicht
Florian Stumfall

Dass Angela Merkels euphorische Ankündigung aus dem Jahre 2015, mit den vielen Zuwanderern werde eine spürbare Entspannung beim Problem des Fachkräftemangels eintreten, in der Öffentlichkeit nicht mehr zitiert wird, beruht auf reiner Rücksichtnahme gegenüber der Kanzlerin. Natürlich hat sich nichts erfüllt von dem, was sie damals angekündigt hatte. Trotz des Zustroms in Millionenhöhe herrscht nach wie vor Fachkräftemangel, nur dass durch die Grenzöffnung zusätzliche Kosten entstanden sind, die sich dem Verständnis des Bürgers entziehen. 

Es klingt auch nur dann und wann durch, dass beispielsweise ein Aachener wegen Corona nicht in die Niederlande fahren kann, oder ein Passauer nach Oberösterreich, der Zustrom von Immigranten aber ungehindert anhält. Ein Bayer, beispielsweise, der nach 21 Uhr auf der Straße angetroffen wird, muss 500 Euro Strafe zahlen, ein Immigrant, der ohne einen Pass illegal die Grenze übertritt, egal, zu welcher Tageszeit, darf mit einer Rundumversorgung durch den Steuerzahler rechnen.

Ein Blick auf die Herkunftsländer der zahlreichen Neubürger in Deutschland zeigt, warum der Glaube an eine Zuwanderung in unser hochentwickeltes System – so er denn je ernst gemeint war – hat trügen müssen. Die wissenschaftlichen und technischen Standards sind allzu verschieden. Sie indes einigermaßen sachgerecht zu beurteilen ist nicht einfach, doch bietet sich als Möglichkeit die Statistik der internationalen Patente an.

Diese wird angeführt von den USA. Auf den ersten Rängen danach sind Deutschland, Japan und auch China anzutreffen. Die ersten 50 Positionen werden hauptsächlich von westlichen und fernöstlichen Ländern eingenommen. Von arabischen Ländern findet man nur zwei, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, dieses auf Platz 47, jenes auf Platz 32, so die Statistik von 2018.

Zuwanderung aus der Dritten Welt

Aus Afrika hat es nur die Republik Südafrika in die Liste geschafft, zehrend von alter Substanz, aber mit absteigender Tendenz. Allein das winzige Liechtenstein verzeichnet viermal so viele internationale Patente wie Südafrika. Überhaupt ist die Beziehung zwischen Anmeldungen und Bevölkerungszahl noch aussagekräftiger als die absoluten Werte. 

Die Liste der Patentanmeldungen pro einer Million Einwohner wird (2015) angeführt von Japan mit 276, Deutschland bringt es auf 123, Frankreich auf 72, um nur drei aus den 36 Positionen der Statistik herauszugreifen. Der Durchschnitt aller Länder liegt bei 28. Als einziges afrikanisches Land scheint wiederum Südafrika auf, Kennwert 5,5. Alle anderen Länder der Welt, also rund 160 von 200, fallen unter „übrige“, die zusammen einen Punktestand von 5,6 erreichen. Unter ihnen sind neben vielen anderen auch die restlichen afrikanischen und alle mittelasiatischen sowie arabischen Länder. Das heißt, die Staaten, von denen aus die Zuwanderung nach Deutschland erfolgt, tragen samt und sonders nicht das Kennzeichen großer technischer und wissenschaftlicher Affinität. Beachtenswert ist auch, dass sich eine solche nicht durch Reichtum, etwa aufgrund von Rohstoffen, ersetzen lässt. Die Migration hat für die Herkunftsländer die fatale Folge, dass in erster Linie aktive, risikobereite junge Männer, die zudem über etwas Kapital verfügen müssen, ihre Heimat verlassen, in der sie dringend gebraucht würden.

Dennoch hat die Wanderung, grob gesagt, von Süd nach Nord, durch den UN-Migrationspakt die Weihen moralischer Unantastbarkeit erhalten, verbunden mit der Pflicht der Zielländer, diese Entwicklung auch noch zu unterstützen. Bei der Willfährigkeit deutscher Regierungen in solchen Angelegenheiten muss man mit einem grundlegenden Wandel der Bevölkerung rechnen, der vermutlich gewollt ist, zumindest aber billigend in Kauf genommen wird. 

Der Gedanke ist nicht neu. Der Gründer der Paneuropa-Union, Graf Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi, schrieb 1925 in seinem Buch „Praktischer Idealismus“: „Der Mensch der fernen Zukunft wird Mischling sein.“ Und prognostiziert eine „eurasisch-negroide Zukunftsrasse“. Sein Nachfolger im Geiste ist der früher Pentagonstratege Tom P.M. Barnett, der eine Zuwanderung aus Afrika nach Europa in jährlicher Millionenhöhe fordert. Als Ergebnis stellt er sich eine Rasse vor mit 90 Prozent IQ, „klug genug, um zu arbeiten, zu dumm, um Fragen zu stellen“, wie er es formuliert. 

Auswirkungen auf die Wirtschaft

Doch in der Wirklichkeit verhält es sich mit der Vermischung der Rassen nicht so, wie von den beiden Herrn erwünscht. Das Beispiel der USA zeigt, dass auch nach 300 Jahren die Afrikaner keineswegs in ihrer europiden Umgebung aufgegangen sind. Dafür ist das kulturelle Gefälle zu groß. Wenn dagegen Deutsche in die USA oder nach Australien auswandern, dann ist die zweite Generation vollständig assimiliert. Doch bereits in Lateinamerika bilden sie eigene Zentren. Hier ist das kulturelle Gefälle größer, die Bereitschaft, sich anzugleichen, entsprechend geringer. 

Wohin wird also die Zuwanderung nach Europa führen, falls sie unverändert anhalten sollte? Die demographische Entwicklung ist jedenfalls für eine oder zwei Generationen abzusehen. Die kulturfernen Elemente werden zunehmen, die einheimischen irgendwann in die Minderheit geraten. Das kann nicht ohne Auswirkung auf das wirtschaftliche Leben bleiben. Die immer weniger werdenden Leistungsträger verlieren immer mehr ihre Fähigkeit, Fremde einzugliedern, diese sehen immer weniger Grund, sich einer schwindenden Lebensweise anzugleichen. Das wird so lange gehen, bis der Unterschied der Lebensverhältnisse in Deutschland und den südlichen Herkunftsländern so gering geworden ist, dass eine aufwendige Migration nicht mehr dafürsteht. Mit anderen Worten: Mit jedem Schritt, den sich Deutschland und Europa insgesamt der Dritten Welt nähern, wird die Zuwanderung geringer. Dann heißt es: Keine Völkerwanderung mehr! Aber um welchen Preis! Ein Trost ist das nicht.

Der Autor ist ein christsoziales Urgestein und war lange Zeit Redakteur beim „Bayernkurier“.