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29.01.21 / Ferdinand Porsche / Nicht nur der Konstrukteur des VW Käfer

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 04-21 vom 29. Januar 2021

Ferdinand Porsche
Nicht nur der Konstrukteur des VW Käfer
Wolfgang Kaufmann

Ohne Ferdinand Porsche wäre die Autowelt ein ganzes Stück ärmer. Neben dem Prototypen des VW Käfer schuf er auch die ersten Fahrzeuge mit Allrad- und Hybridantrieb sowie zahlreiche leistungsstarke Sport- und Rennwagen von charakteristischer Form.

Porsche, der am 3. September 1875 im böhmischen Maffersdorf geboren wurde, zeigte schon sehr früh ein außergewöhnliches technisches Talent. Bis 1917 avancierte er zum Generaldirektor der Österreichischen Daimler Motoren Gesellschaft in Wiener Neustadt und Ehrendoktor der Technischen Universität Wien. Im April 1923 wechselte Porsche dann nach Stuttgart, wo er als Leiter der Konstruktionsabteilung und Vorstandsmitglied der Daimler-Motoren-Gesellschaft fungierte. Aufgrund der Nichtverlängerung seines Arbeitsvertrages eröffnete der Autodidakt im Dezember 1930 in Stuttgart ein Konstruktionsbüro, die „Dr. Ing. h. c. F. Porsche GmbH, Kon- struktionen und Beratung für Motoren und Fahrzeuge“.

In der Folgezeit entwickelte Porsche Klein-, Mittelklasse- und Rennwagen für Zündapp in Nürnberg, NSU in Neckarsulm, Wanderer in Augsburg und die Chemnitzer Auto Union AG. 1934 tauschte er auf Drängen Adolf Hitlers seine nunmehrige tschechische Staatsbürgerschaft mit der deutschen. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete Porsche im Auftrag des Reichsverbandes der Automobilindustrie an der Konstruktion eines KdF-Wagens, der nach dem Willen Hitlers nur 990 Reichsmark kosten und damit praktisch für jedermann erschwinglich sein sollte. In Vorbereitung der Produktion des Fahrzeuges, das heute als VW Käfer bekannt ist, bekleidete Porsche ab 1938 die Position des Hauptgeschäftsführers der Volkswagenwerk G.m.b.H. 

Während des Zweiten Weltkriegs engagierte sich der Nationalpreisträger und Wehrwirtschaftsführer im Rüstungssektor. So wirkte er unter anderem an der Entwicklung des Panzerkampfwagens VI „Tiger“ mit.

Weil Porsche ab 1943 auch die unternehmerische Verantwortung für den Autokonzern Peugeot im besetzten Frankreich getragen hatte, kam er 1945 in Haft. Nach dem schlussendlichen Freispruch durch die französische Justiz zog sich der Autopionier 1948 ins Privatleben zurück – die Leitung der Firma Porsche lag da schon bei seinem Sohn Ferry. Ferdinand Porsche starb am 30. Januar 1951 in Stuttgart.