20.01.2022

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29.01.21 / Urlauberansturm / Das Königsberger Gebiet liegt voll im Trend / An den Neujahrsfeiertagen wurden 106.000 Gäste gezählt – Flughafen registrierte mehr Passagiere als zur Fußball-WM

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 04-21 vom 29. Januar 2021

Urlauberansturm
Das Königsberger Gebiet liegt voll im Trend
An den Neujahrsfeiertagen wurden 106.000 Gäste gezählt – Flughafen registrierte mehr Passagiere als zur Fußball-WM
Jurij Tschernyschew

Während in mittel- und westeuropäischen Ländern im Zusammenhang mit dem Coronavirus neue Bewegungseinschränkungen eingeführt werden und nur Geschäfte mit Lebensmitteln und Grundbedarfsartikeln geöffnet bleiben, ist im Königsberger Gebiet genau das Gegenteil der Fall – um die Jahreswende gab es einen noch nie dagewesenen Zustrom von Besuchern. 

Auf einer Pressekonferenz sprach Gouverneur Anton Alichanow von 490.000 Besuchern. Auf diese fantastische Zahl sei er  gekommen, indem die Anzahl der Personen mit auswärtigen SIM-Karten in ihren Mobiltelefonen ausgewertet worden sei. Offenbar wurden auf diese Weise auch SIM-Karten von Nutzern mitgezählt, die ihre Karten unterwegs, etwa in Moskau oder St. Petersburg, gekauft hatten, aber in Königsberg ihren Wohnsitz haben.  

Doch selbst nach traditionellen Berechnungen durch die Zahl von Flugpassagieren und Hotelübernachtungen zählte das Gebiet diesmal um Silvester mehr Touristen als ein Jahr zuvor: 53.000 statt 48.000 zu den Neujahrsfeiertagen 2020/21. Vom 30. Dezember bis zum 10. Januar betrug das Passagieraufkommen am Flughafen Powunden [Chrabrowo] mehr als 106.000 Menschen. Dies entspricht einer Steigerung von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das ist nicht nur auf eine stärkere Auslastung der Flugzeuge zurückzuführen, sondern auch auf die Tatsache, dass der Flughafen deutlich mehr Flüge als im Vorjahr verzeichnete. Am 4. Januar landeten 37 Flüge, das waren mehr als zur Fußball-WM 2018.

Nur symbolische Beschränkungen

Die Regionalregierung hat lange gebraucht, um über Beschränkungen zu Silvester zu entscheiden. Schließlich wurde nach Rücksprache mit Unternehmern beschlossen, nur symbolische Maßnahmen zu ergreifen, welche die Ansammlung von Menschen auf öffentlichen Plätzen nicht wesentlich beeinflussen. Insbesondere wurden die Öffnungszeiten von Cafés und Einkaufszentren sowie die Anzahl der Teilnehmer an Touristengruppen reduziert.

Die Museen der Stadt boten für die Wintertouristen eine Reihe sogenannter Quests, unterhaltsamer Ratespiele, an. Bei dem Programm „Mission rettet das neue Jahr“ wurden die Besucher per Reisespiel durch das Museum geführt. Sie mussten versteckte Dinge suchen und Fragen beantworten. Jedes der sechs Museen, die an den Programmen teilnahmen, hatte eigene Quests vorbereitet. So lud das Ozeanmuseum beispielsweise zu einem Spaziergang mit dem Weihnachtsmann auf dem alten Deich ein, um während der Neujahrsfeiertage Geschichten über das Wunder, legendäre Schiffe und maritime Erfindungen zu hören. 

Die meisten Urlauber zogen es erwartungsgemäß vor, ihre Zeit am Meer zu verbringen. Vom 1. bis zum 10. Januar kamen in Cranz etwa 55.000 Autos an. Und da sind die Autos, die zur Kurischen Nehrung fuhren, und die Touristen, die mit Bussen und Vorortzügen in die Stadt kamen, noch gar nicht mitgerechnet. Selbst im vergangenen Sommer hatten sich nicht so viele Gäste an der Ostsee aufgehalten.