20.01.2022

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05.02.21 / Sicherheit / „Wir sind eine bunte Polizei“ / Auffällig viele Berichte über kriminelle Verwicklungen von Polizeibeamten irritieren die Berliner

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 05-21 vom 05. Februar 2021

Sicherheit
„Wir sind eine bunte Polizei“
Auffällig viele Berichte über kriminelle Verwicklungen von Polizeibeamten irritieren die Berliner

Berlins Polizei geht derzeit mit einem neuen Video auf die Suche nach potentiellen Bewerbern. Unterlegt mit der deutschen Synchronstimme des Hollywood-Stars Bruce Willis werden in dem kurzen Film Begriffe wie Gleichberechtigung, Respekt und Diversität ganz besonders herausgestellt: „Wir stehen auf Diversität. Und auf Bewerbungen von Frauen, Männern und allen anderen Geschlechtern aus Europa“, so die Botschaft. Polizeipräsidentin Barbara Slowik sprach sogar von einer „bunten Polizei“, die „nahezu den Anteil an Menschen mit Migrationsgeschichte in Berlin“ abbilde. 

Laut Slowik hat die Polizei allein in den vergangenen drei Jahren Menschen mit Wurzeln aus 95 Nationen eingestellt. Jeder dritte Polizeischüler in der deutschen Hauptstadt hat inzwischen ausländische Wurzeln. Zumindest die Polizeiführung scheint die „Diversität“ und „Buntheit“ des Personals an sich schon für Pluspunkte zu halten. Ein Blick auf Polizeimeldungen lässt allerdings befürchten, dass die neue „Buntheit“ nicht automatisch auch das Vertrauen der Bürger zur Polizei wachsen lässt. Immer öfter tauchen sogar Polizeimeldungen auf, die bei den Berlinern Assoziationen zur Sicherheitslage in Dritte-Welt-Ländern hervorrufen können. 

Herkunft wichtiger als Qualität?

Der Verdacht verdichtet sich, dass auch die Auswahl der Polizei-Bewerber eine Ursache für die Häufung von Skandalen sein könnte. Wer nicht mehr allein die Eignung des Kandidaten in den Mittelpunkt stellt, sondern dessen Herkunft zum wichtigen Kriterium bei der Auswahl erhebt, der ist eher bereit, Kompromisse bei der Qualität zu machen. 

Erstaunlich oft sorgen einzelne Polizisten oder der Polizeinachwuchs für Aufsehen, weil sie selbst als Tatverdächtige in den Fokus von Ermittlungen der Staatsanwaltschaften geraten. Jüngstes Beispiel ist ein Fahndungserfolg, der zur Festnahme eines 30-jährigen Berliner Polizisten führte. Ihm werfen das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Bamberg vor, zusammen mit einem gleichaltrigen Komplizen in Franken auf Raubzug gegangen zu sein. 

Das Duo soll sich laut den Ermittlungen der Polizei als Kaufinteressenten ausgegeben haben, um ein Smartphone und einen BMW zu stehlen. Zudem sollen die beiden Männer auch für einen Einbruch bei einem Juwelier in Bamberg verantwortlich sein. Laut einer Mitteilung der Berliner Polizei hat sich der festgenommene Polizist schon seit längerer Zeit im Krankenstand befunden. 

Ebenfalls im Januar berichtete die Berliner Staatsanwaltschaft über den Verdacht, dass ein Polizeianwärter mit Drogen gehandelt habe. Gegen den Anwärter für den Polizeidienst wurden Dienst- und personalrechtliche Maßnahmen ergriffen. Er musste Dienstausweis und Dienstbekleidung abgeben. Bereits im vergangenen November wurde ein 29-jähriger Objektschützer der Berliner Polizei gefasst, der als Fahrer eines sogenannten Drogentaxis unterwegs war. Im Zuge einer Fahrzeugkontrolle hatten Polizisten im Auto des Mannes ein Kilogramm Marihuana und 2000 Euro entdeckt. Der Angestellte der Polizei wurde fristlos entlassen. Im vergangenen Juli gingen wiederum Meldungen durch die lokale Presse, denen zufolge zwei Berliner Polizeibeamte während ihres Dienstes auf einer Wache Betäubungsmittel konsumiert haben sollen.

Bereits 2018 nahmen Polizisten einen Kollegen wegen Korruptionsverdacht fest. Der 39-jährige Polizeibeamte soll Gaststättenbetreiber gegen Bezahlung vor Kontrollen der Drogenfahndung gewarnt haben. N.H.