20.01.2022

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05.02.21 / Wintereinbruch / Schneemassen und Frost in Königsberg / Beschwerden über Räumdienst im Internet – Verwaltungschefin reagiert schnell

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 05-21 vom 05. Februar 2021

Wintereinbruch
Schneemassen und Frost in Königsberg
Beschwerden über Räumdienst im Internet – Verwaltungschefin reagiert schnell
Jurij Tschernyschew

Seit Jahren hatte es in Königsberg nicht mehr solche Schneemassen und einen derartigen Frost gegeben wie in diesem Jahr. Obwohl weltweit immer wieder über die Klimaerwärmung diskutiert wird, herrscht zurzeit im Königsberger Gebiet ein schneereicher und sehr kalter Winter, der die Leistungsfähigkeit der kommunalen Dienstleister auf die Probe stellt.

Die Reaktion der Bürger auf ungeräumte Bürgersteige Anfang Januar verbreitete sich rasend schnell in den sozialen Netzwerken. Wie sich dabei herausstellte, beobachten die Königsberger Behörden und die der Region die Einträge sorgfältig und antworten umgehend mit gegenteiligen Beiträgen und Kommentaren. 

Fotos im Internet

Der erste Schnee fiel Mitte Dezember in Königsberg, und die neue Leiterin der Stadtverwaltung, Jelena Djatlowa, forderte die Bürger auf, sich als Hausmeister bei der Stadt zu bewerben, und versprach, auch alle zu beschäftigen. Djatlowa, die zuvor Regionalministerin für Infrastrukturentwicklung war, beaufsichtigte in dieser Funktion die Instandhaltung des regionalen Straßennetzes und war auch für die rechtzeitige Schneeräumung verantwortlich. Als Ministerin wies sie wiederholt auf den Mangel an Reinigungsmitteln auf den Straßen von Königsberg hin. In ihrer neuen Funktion hat sie zum ersten Mal die Gelegenheit, sich dieser Situation zu stellen und für Verbesserungen zu sorgen.

Nach den Neujahrsfeiern fiel im Januar erneut Schnee. Und aufgrund des Schneefalls begannen die Autofahrer der Region und des Gebiets, aktiv Fotos und Videos von schneebedeckten Straßen in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Die Behörden reagierten sofort darauf. Allein in der Nacht zum 15. Januar wurden Hunderte von Tonnen Sand- und Salzgemisch auf die Straßen der Region gestreut. Die Hauptstraßen des nördlichen Ostpreußens werden nachts intensiv vom Schnee befreit, um Staus im Berufsverkehr zu verhindern. In den Außenbezirken der Stadt blieb jedoch weiterhin Schnee auf den Gehwegen und der Fahrbahn liegen.

300 Tonnen Schnee beseitigt

Der Leiterin der Stadtverwaltung berichtete, dass allein über Nacht 300 Tonnen Schnee von den Straßen der Hauptstadt entfernt worden seien. Sie räumte allerdings ein, dass die Ergebnisse nicht überall in gleicher Weise sichtbar gewesen seien. Djatlowa versicherte, dass sie die Beschwerden der Stadtbewohner in den sozialen Netzwerken ständig überwache und darauf reagieren werde: „Wir versuchen, wenn möglich, dies noch schneller zu tun, als es in den staatlichen Vorschriften festgelegt wurde, die besagen, dass je nach Verkehrsintensität und Fußgängerstrom  die Straßen nach dem Ende des Schneefalls innerhalb von drei bis zwölf Stunden gereinigt sein müssen.“

In Königsberg sind 56 Spezialfahrzeuge und 400 Hausmeister zum Winterdienst im Einsatz. Bei starkem Schneefall oder Vereisung werden zusätzlich mobile Teams mit 80 Personen hinzugezogen, sollte die Kapazität des städtischen Räumdienstes nicht ausreichen.

In den vergangenen Jahren wurden in der Oblast Kaliningrad mehr als 50 neue Schneeräumfahrzeuge angeschafft, sodass sich die Gesamtzahl der Fahrzeuge insgesamt auf 250 erhöht hat. Und wenn es den Stadtwerken gelingt, ihre Aufgaben zu bewältigen, besteht die Hoffnung, dass der Schneefall nicht nur für Verdruss sorgt, sondern auch Freude bringt, weil die Bürger dann einen richtigen Winter genießen können.