21.01.2022

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05.02.21 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 05-21 vom 05. Februar 2021

Leserforum

Eine Sprache verarmt

Zu: Vom Ende des grammatischen Maskulins (Nr. 3)

Endlich eine Zeitung, die den Mut hat, gegen den Strom zu schwimmen. Ich mag den „Geist“ der Beiträge und ihre kritischen Analysen, umso mehr den oben genannten Artikel.

Die Sprachpolizisten, wie Sie sie richtig bezeichnen, wüten auch in Deutschland, ich weiß es: In meinem Fach haben diese es durchgesetzt, dass man nur noch von „Altertumswissenschaftlerinnen und Altertumswissenschaftlern“, von „Historikerinnen und Historikern“ spricht. 

Dieses Kauderwelsch benötigt in einer gedruckten Veröffentlichung doppelt so viel Platz. Es gibt keine „Passagiere“, keine „Insassen“, keine „Musiker“, keine „Dichter“, keine „Bürger“ mehr und so weiter und so fort. Nur noch „Menschen“, und diese „Polizisten“ merken nicht einmal, wie das Vokabular, ja die ganze Sprache, verarmt. Zum Glück besitze ich einen Duden aus einer Zeit, als die Bücher noch nicht mit „Genderwelsch“ infiziert waren. 

Ich wollte Ihnen nur kurz meinen Dank aussprechen für den Erhalt des grammatischen Maskulins in Ihrer von mir so geschätzten Zeitung. 

Michel Matter, Buswiller






Geschickter Mannerheim 

Zu: Finnlands Nationalheld sprach am besten Schwedisch (Nr. 3) 

Mit der Person Mannerheim habe ich mich intensiv befasst und war auch dreimal in seiner Villa im Park Kaivopuisto, einmal hatte ich die Ehre, von seiner Nichte zum Tee geladen zu sein. Es trifft zu, dass er sehr schlecht Finnisch sprach, meistens kommunizierte er auf Schwedisch oder Russisch. 

Was in Ihrem Beitrag nicht zur Sprache kam, das ist die Tatsache, dass er aufgrund seiner Erziehung in der Zarenarmee so um 1880/1890 ziemlich antideutsch eingestellt war. Das zeigte sich auch im Zweiten Weltkrieg, wo er immer darauf bedacht war, deutschen Einfluss in Grenzen zu halten beziehungsweise sogar einzudämmen. 

Interessant ist ja, dass Mannerheim in Galizien gegen den deutschen Feldmarschall von Mackensen kämpfte, aber ich meine, dass sich die beiden nach dem Ersten Weltkrieg nie begegnet sind. Die volkstümliche Art von Mackensen und die etwas arrogante Art von Mannerheim, das passte nicht zusammen. 

Vor Jahren stand in einem Nest in Galizien sogar noch ein Denkmal für Mannerheim. Unbestreitbar ist seine Leistung nach 1945, als er geschickt Finnland aus dem Bündnis mit Deutschland löste und somit die Besetzung seiner Heimat durch sowjetische Truppen verhinderte, was langfristig zur sogenannten Finnlandisierung führte.

Bernd Brandes, Hann. Münden






Rechte freiwillig aufgeben

Zu: Die unheimliche Weltmacht der Internet-Giganten (Nr. 3)

Amazon, Google, Facebook, Twitter und YouTube können alles, was sie tun, nur deshalb durchführen, weil der größte Teil unserer Gesellschaft ihnen die Möglichkeiten dazu gibt. Da werden mehr Daten freiwillig weitergegeben, als diese Unternehmen überhaupt abfragen. Die Gesellschaft hat diese Unternehmen zu den wahren Herrschern der Welt gemacht. Sie sind keine Gutmenschen beziehungsweise sie tun Gutes nur mit Hintergedanken. 

Es gibt aber auch noch wesentlich kleinere Unternehmen, die auch selbstverständlich nur zu unserem Wohl Daten abfragen (Banken, Krankenkassen). Da gibt es sehr viele Menschen, die sich im Zusammenhang mit Corona laut darüber beschweren, dass Grundrechte verletzt werden. Die gleichen Menschen geben Rechte bei Twitter & Co. freiwillig auf. Was hier preisgegeben wird, ist mindestens genauso schlimm. 

Da versuchen Politik und Banken uns die Abschaffung des Bargeldes schmackhaft zu machen. Da kommt doch Corona gerade recht. Jetzt hat man einen guten Aufhänger, um das Bargeld schleichend abzuschaffen. Auch hier will man letztlich nur die Möglichkeit haben, umfangreiche Kontrollen ausüben zu können. 

Ähnlich verhält es sich mit unserem Gesundheitswesen. Die „Gesundheitskarte“ wird immer „voller gepackt“. Angeblich, weil damit alles viel einfacher wird. Richtig. Jetzt ist alles perfekt.

Heinz-Peter Kröske, Hameln






Politik stochert im Nebel

Zu: Einfallstor für Corona (Nr. 3)

In der Corona-Krise gibt es jene, die nicht müde werden, die Schraube immer mehr zu überdrehen und sich im Rampenlicht der Öffentlichkeit profilieren wollen, und diejenigen, die auch im größten Trubel einen kühlen Kopf bewahren. Letztere werden in dieser Gesellschaft leider immer weniger. 

Wie durch ein Brennglas zeigt Corona deutlich auf, wie weit sich große Teile der deutschen Spitzenpolitik mittlerweile von den eigenen Bürgern entfernt haben. Mit einem Federstrich werden elementare Grundrechte außer Kraft gesetzt.

Die Pandemie hält uns seit mittlerweile nahezu einem Jahr in Atem. Es kristallisiert sich zunehmend heraus, dass die Politik die Krise nicht in den Griff bekommt. In einer Art Verzweiflungstat fallen die einschränkenden Maßnahmen immer härter, für die Bürger aber auch zunehmend unverständlicher aus.

Noch bis vor einem Jahr wären derart massive Eingriffe in die freiheitliche Grundordnung nicht vorstellbar gewesen. Mit ihren ständigen Corona-Volten gefährdet die Politik die anfänglich große Akzeptanz durch die Bürger, die dahinschmilzt wie der Schnee in der Frühlingssonne.

Die Politik, aber auch viele Experten stochern im Nebel. Die bisherigen Re­striktionen haben so gut wie nichts gebracht. Der nächste große Schritt ist daher bereits programmiert. Es droht uns nach wie vor die „Mutter aller Lockdowns“ mit kompletten Betriebsschließungen und weitaus strengeren Ausgangssperren als bisher. Auch Sport und Spaziergänge an der frischen Luft werden bis auf weiteres nicht mehr erlaubt sein. Zudem werden Millionen Arbeitnehmer das Schicksal der bisher vom Lockdown besonders betroffenen Branchen teilen müssen. Die Politik muss sich selbstverständlich auf die Expertise der Fachleute verlassen können. 

Ich glaube nicht, dass es den verantwortlichen Politikern Spaß bereitet, die Bürger vollständig einzusperren. Wahrscheinlich sind sie selbst am meisten darüber verzweifelt, nicht Herr über die Lage werden zu können. Die Regierung begeht jedoch den Fehler, nur einer sehr überschaubaren Anzahl von Kapazitäten auf dem Gebiet der Virologie Gehör zu schenken. Denn die Meinungen gehen unter den Experten weit auseinander. Es gibt immer noch keine repräsentativen Stichproben, wie sich das Coronavirus gerade verbreitet.

Täglich nur auf den Inzidenzwert zu blicken, reicht nicht aus. Die Grenzwerte, wie stark die Zahl der Neuinfektionen sinken soll, sind nicht wissenschaftlich fundiert. Sie sind nach Ansicht von Forschern sogar unrealistisch. 

Ebenso unrealistisch ist die Hoffnung, allein durch Ausgangs- und Kontakt-Beschränkungen das Virus in den Griff bekommen zu wollen. Dafür ist es längst viel zu stark verbreitet. Wichtiger wäre deshalb, die besonders gefährdeten Menschen besser zu schützen.

Die Politik hat stets nur reagiert, statt zu agieren. Warum wurden beispielsweise nicht bereits beim Ausbruch der Pandemie staatlicherseits strikte Hygiene- und Abstandsregelungen für Pflegeeinrichtungen, aber auch für Unternehmen und Betriebe erlassen? Viele Einrichtungen und Betriebe haben auf eigene Initiative mustergültige Richtlinien umgesetzt und sind weitgehend „coronafrei“. Diese stellen jedoch bei Weitem nicht den Regelfall dar.

Alfred Kastner, Weiden