26.01.2022

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12.02.21 / Ausland / Alarmierende Hinweise aus Asien und den USA / Ab dem August 2020 ist die Zahl der Selbsttötungen in Japan rapide angestiegen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 06-21 vom 12. Februar 2021

Ausland
Alarmierende Hinweise aus Asien und den USA
Ab dem August 2020 ist die Zahl der Selbsttötungen in Japan rapide angestiegen

Nur wenige Länder auf der Welt erfassen Suizide zeitnah und publizieren die entsprechenden Daten umgehend. Eines davon ist Japan. Und von dort wird Beklemmendes berichtet.

Zunächst gab es in Nippon 2020 keinen Anstieg der Selbsttötungen – bis diese im August plötzlich rapide zunahmen, sodass mit 1850 der Wert des Vorjahres-August um 15 Prozent übertroffen wurde. Im Oktober lag die Zahl dann schon bei 2153. Bis dahin waren rund 1800 Menschen an Covid-19 gestorben. Gleichzeitig registrierte man 13.000 Suizide. Unter den Toten waren besonders viele Schulkinder und Frauen. Dazu kamen mehrere prominente Schauspieler. Schockiert hierüber  hat die Regierung in Tokio den Fonds für die Suizid-Prävention eiligst um 40 Prozent aufgestockt.

Ähnliche Meldungen wie aus Japan kamen aus Südkorea, Thailand und Indien. In den USA wurde nach Beginn der Corona-Pandemie und der diversen Lockdowns im Lande ebenfalls eine Welle von Selbsttötungen beobachtet, während gleichzeitig der Alkohol- und Drogenkonsum neue Rekordwerte erreichte. Nach Schätzungen der US-Gesundheitsorganisation Well Being Trust könnte das alles zu 75.000 zusätzlichen Todesopfern führen. Welche unabsehbaren psychischen Folgen die Corona-Maßnahmen und die dadurch verursachte Vereinsamung hervorzurufen vermögen, schilderten unter anderem die Mitarbeiter des John Muir Medical Center in der kalifornischen Stadt Walnut Creek in der San Francisco Bay Area auf eindringliche Weise. Der Leiter der Notaufnahme des Krankenhauses, Mike deBoisblanc, sagte im Mai 2020 in einem Furore machenden Interview mit dem Fernsehsender KGO-TV: „Wir haben in vier Wochen so viele Suizidversuche wie sonst in einem ganzen Jahr.“ Woraufhin die Krankenschwester Kacey Hansen ergänzte: „Soziale Isolation hat ihren Preis. Ich habe noch nie so viele selbst zugefügte Verletzungen gesehen.“ Und in Las Vegas im benachbarten Bundesstaat Nevada verzeichneten die Behörden 19 Suizide von Jugendlichen seit Beginn der Schulschließungen im März 2020 – doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Deshalb denkt die Bezirksverwaltung nun darüber nach, nicht länger nur auf die Zahlen der Corona-Infizierten zu schauen, wenn es um die Beendigung des Lockdowns geht.

Einen Schritt weiter ist man diesbezüglich in Kalifornien. Der dortige Gouverneur Gavin Newsom hob die strikte Ausgangssperre am 25. Januar auf – acht Monate, nachdem der Arzt deBoisblanc angesichts der Zunahme an psychischen Störungen und Suiziden genau dies gefordert hatte.W.K.