14.08.2022

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12.02.21 / Nordkorea / Kim Jong-un setzt weiter auf atomare Aufrüstung / Der Durchschnittsbürger in den USA fühlt sich indes trotz Raketendrohung „sehr sicher“ – Das ergeben neue Umfragen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 06-21 vom 12. Februar 2021

Nordkorea
Kim Jong-un setzt weiter auf atomare Aufrüstung
Der Durchschnittsbürger in den USA fühlt sich indes trotz Raketendrohung „sehr sicher“ – Das ergeben neue Umfragen
Friedrich-Wilhelm Schlomann

Hatte Kim Jong-un einst seinen Untertanen das irdische Paradies versprochen und ihnen noch vor fünf Jahren zugesichert, sie bräuchten den Gürtel künftig nicht mehr enger zu schnallen, so schrumpfte die Wirtschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea vergangenes Jahr nach Ansicht westlicher Experten um 8,5 bis zehn Prozent. Ursachen waren neben der üblichen bürokratischen Planwirtschaft die starken Monsunregenfälle, welche die Ernten weitgehend zerstörten, und der Corona-bedingte Rückgang des Handels mit China um drei Viertel. Schon in seiner Rede zum 75. Jubiläum der Partei der Arbeit Koreas (PdAK) im vergangenen Oktober sprach Kim von den Leiden seines Volkes „in diesen schweren Zeiten“ und ließ durchblicken, dass der mit einer viel zu hoch angesetzten Wachstumsrate von acht Prozent angesetzte Fünfjahresplan in sehr vielen Bereichen nicht erfüllt wurde. Man wird davon ausgehen müssen, dass der Norden Koreas in diesem Jahr zwar nicht vor einer Hungersnot, aber in der Lebensmittelversorgung vor überaus harten Zeiten steht. 

Auf dem PdAK-Parteitag Mitte vergangenen Monat setzte Kim auf eine weitere Verstärkung der Kraftanstrengungen bei der  atomaren Aufrüstung. Davon zeugt auch das neue Politbüro. Die Minister für Verteidigung und für Rüstung wurden Vollmitglieder. Letzterer rückte sogar in das Präsidium auf, während der Außenminister lediglich Kandidat wurde. Die eigentliche Überraschung aber betraf die jüngere Schwester des Dikta­tors, Kim Yo Jong. Obwohl sie während des gesamten Parteitages an seiner Seite saß und die physische Nähe zur Machtzentrale in Nordkorea ein äußerst wichtiges Symbol ist, wurde sie nicht wieder ins Politbüro gewählt. Über die Ursachen kann nur spekuliert werden. Möglicherweise lehnten die alten Generäle die relativ junge Frau ab. Es kann aber auch sein, dass ihr Bruder ihr doch nicht allzu viel Macht einräumen wollte.

Dieser bezeichnete die Vereinigten Staaten in gewohnter Diktion als „größten Feind“ seines Landes, unterließ diesmal aber jegliche Drohungen. Offenbar will er sich die Möglichkeit zu Gesprächen mit deren jetzigem Präsidenten nicht völlig verbauen. Nichtsdestoweniger prahlte er mit neuen Waffen wie militärischen Drohnen, Überwa­chungssatelliten und einem mit Atomraketen bewaffneten Unterseeboot, das mit einer Reichweite von 15.000 Kilometern die USA treffen könnte – „die mächtigste Waffe der Welt“, wie die nordkoreanischen Medien triumphierten. 

Hohe Militärs im Pentagon scheinen sich bereits darauf einzustellen. So haben US-Flugzeuge entlang der Pazifikküste Nordamerikas Bojen abgeworfen, die Empfänger wie Sender zugleich sind. Sie nehmen die Ultraschallreflexionen und elektromagnetische Wellen des U-Bootes auf und informieren mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit das Raketenabwehrsystem der USA. Selbst ein tieftauchendes Unterseeboot ist vor den neuesten Satelliten der US-Streitkräfte nicht sicher. „Sehr sicher“ hingegen fühlt sich nach neuen Umfragen der Durchschnittsbürger der USA.