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19.02.21 / Nuklearmächte / Was man benötigt, um dazuzugehören

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 07-21 vom 19. Februar 2021

Nuklearmächte
Was man benötigt, um dazuzugehören

Das nukleare Potential eines Landes beruht stets auf drei Säulen: Zugang zu Uranvorkommen, funktionstüchtige Atomanlagen mit qualifiziertem Personal und die Möglichkeit, Kernwaffen ins gewünschte Ziel zu bringen. In dieser Hinsicht ist der Iran durchaus gut aufgestellt.

Da wären zunächst die diversen landeseigenen Uranlagerstätten in Saghand, Narigan, Sechahun, Gchine, Zarigan, Talmessi, Choschumi, Kale-Kafi und Arusan. Aktuell kommt dabei das meiste von dem spaltbaren Material aus der seit 2006 in Betrieb befindlichen Mine von Saghand in der Salzwüste Dasht-e-Kavir.

An kerntechnischen Anlagen verfügt das Mullah-Regime über zwei einstmals von den USA gelieferte Reaktoren in Teheran (siehe unten), das mit russischer Hilfe fertiggestellte Kernkraftwerk Buschehr, das 2011 ans Netz ging, die unterirdischen Fabriken von Natanz und Fordo, in denen die Zentrifugen laufen, in denen jetzt die Urananreicherung auf 20 Prozent stattfindet, sowie Forschungs- und Produktionsstätten in Isfahan, Arak, Karadsch, Laschgarabad, Ramandeh, Parchin, Ramsar und Bonab.

Und sollte der Iran irgendwann im Besitz von Atomwaffen sein, würde er damit vermutlich vor allem jene Mittelstrecken-Raketen bestücken, die sich bereits in seinem gut gefüllten Arsenal befinden oder demnächst einsatzbereit sein sollen. Dazu zählen die Shahab-3, -3A und -3B, Dezful, Fadschr-3, Ghadr-110, -F, -H und -S, Sedschil-1 und -2, Emad sowie Chorramschahr-1 und -2. Deren Reichweiten liegen zwischen 1150 und 2500 Kilometern. Und manche Modelle wären in der Lage, unabhängig voneinander niedergehende Mehrfachsprengköpfe zu tragen. 

Darüber hinaus hat der Iran der Enthüllungsplattform WikiLeaks zufolge 2005 noch 18 nordkoreanische Mittelstrecken-Raketen vom Typ BM25 Musudan (Hwasong-10) erworben. Diese Kopie der russischen R-27 vermag angeblich bis zu 4000 Kilometer weit zu fliegen. Damit könnte sie Ziele in fast ganz Europa attackieren.W.K.