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19.02.21 / Islamische Gewalt in Frankreich / Samuel Paty ist kein Einzelfall / Drohungen gegen Lehrkräfte und Schüler – Philosophielehrer in Versailles unter Polizeischutz

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 07-21 vom 19. Februar 2021

Islamische Gewalt in Frankreich
Samuel Paty ist kein Einzelfall
Drohungen gegen Lehrkräfte und Schüler – Philosophielehrer in Versailles unter Polizeischutz
Peter Entinger

Der 47-jährige Samuel Paty war am 16.Oktober nahe seiner Schule in einem Pariser Vorort von einem 18-jährigen Tschetschenen enthauptet worden. Der Anschlag sorgte in ganz Frankreich für Entsetzen. Nur rund vier Monate später ist es in dem Land erneut zu Drohungen gegen einen Pädagogen gekommen, der sich kritisch mit der Islamisierung auseinandergesetzt hat. Diesmal steht der Philosophielehrer Didier Lemaire aus Versailles im Fadenkreuz – und deshalb jetzt unter Polizeischutz. Er hatte Anfang November in einer Zeitung einen offenen Brief veröffentlicht, in dem er dem französischen Staat vorwirft, keine wirksame Strategie gegen den radikalen Islam zu haben. In seinen 20 Berufsjahren als Gymnasiallehrer in dem Pariser Vorort Trappes sei er „Zeuge eines wachsenden islamistischen Einflusses“ geworden. 

Der Lehrer Paty hatte Anfang Oktober im Rahmen der Debatte über Meinungsfreiheit und die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ im Unterricht entsprechende Zeichnungen gezeigt, um sie mit seinen Schülern zu diskutieren. Mittlerweile wird gegen Schüler im Alter von 13 und 14 Jahren sowie mehrere Väter ermittelt, die in sozialen Netzwerken gegen den Lehrer gehetzt hatten. Der 18-jährige Tatverdächtige wurde auf der Flucht von Polizeibeamten erschossen. 

Kritik an Obrigkeit und Islamisierung

Der neueste Fall hat die Politiker nun alarmiert. In dem Vorort südwestlich von Paris liegt eine von mehr als 60 Trabantensiedlungen, die Frankreichs Regierung mithilfe einer verstärkten Polizeipräsenz aus der Hand von radikalen Moslems „zurückerobern“ will. 

Präsident Emmanuel Macron will den Staat durchsetzungsfähiger machen und sein neues Anti-Islamismus-Gesetz durchbringen. Macron erklärte, dass Millionen vollwertiger französischer Bürger an den Islam glaubten. Man dürfe wegen der radikal-islamischen Auswüchse nicht eine ganze Religion stigmatisieren: „Unsere Herausforderung besteht heute darin, gegen das Abdriften einiger im Namen der Religion zu kämpfen.“ Was aber bekämpft werden müsse, sei der islamische Separatismus, der sich „in wiederholten Abweichungen von den Werten der Republik äußert, was oft zur Konstituierung einer Gegengesellschaft führt“.

Macron kündigte zudem eine verstärkte Kontrolle von rund 50 muslimischen Vereinen und 75 Moscheen an. Das Land will über 200 Ausländer ausweisen, von denen die Behörden glauben, sie seien radikalisiert. So ist die Moschee im Pariser Vorort Panti inzwischen vorläufig geschlossen. Auf ihrer Facebookseite war ein Video geteilt worden, in dem dazu aufgerufen wurde, den Geschichtslehrer Paty einzuschüchtern.

Die Fälle Paty und Lemaire stehen dabei nicht alleine. Wegen Drohungen gegen Lehrkräfte und Schüler wurde ein Gymnasium in der Stadt Riom laut Medienberichten den zweiten Tag in Folge geschlossen. Zunächst hätten Schüler und Lehrer über eine digitale Lernplattform mehrfach Mitteilungen erhalten, die unter anderem Vergewaltigungsdrohungen enthalten hätten. Anschließend habe es sich um „Bilder von Dschihadisten, die überall zu finden sind“, gehandelt, erklärte die Staatsanwaltschaft.