17.01.2022

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26.02.21 / Buffalo Bill / „Der Amerikaner schlechthin“

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 08-21 vom 26. Februar 2021

Buffalo Bill
„Der Amerikaner schlechthin“
Manuel Ruoff

Wohl keine andere real existierende Person verkörpert so sehr das Klischee des weißen Mannes im Wilden Westen wie er. Diesen Nimbus hat sich Buffalo Bill als ein Profi des Showbusiness systematisch erarbeitet. 

Aus heutiger Sicht eher in der Mitte denn im Westen der USA ist Buffalo Bill am 26. Februar 1846 geboren. Er kam auf einer Farm unweit von Le Claire an der Ostgrenze des Bundesstaates Iowa zur Welt. Buffalo Bill trug nicht von Beginn an diesen Namen. Vielmehr hieß er bürgerlich William Frederick Cody. 

1857 starb sein Vater. Als ältester Sohn musste er nun für die vielköpfige Familie sorgen. Er beteiligte sich an der Eroberung und Besiedlung des Westens unter anderem als Zugführer, Postreiter und Kutscher. Schließlich fand er zum Militär und arbeitete für die Union als Scout (Kundschafter) in deren Kriegen gegen die Südstaaten und die Indianer. 

Seinen Namen erhielt Buffalo Bill als Folge seiner Tätigkeit für die Kansas Pacific Railway 1867/68. Für deren Arbeiter besorgte er Fleisch, indem er Tausende Bisons erlegte. Mehr als 4000 Büffel sollen es gewesen sein.

Als folgenreich erwies sich dann im Jahre 1869 eine Begegnung Buffalo Bills mit Ned Buntline, der ihn für das Showbusiness gewann. Der in New York geborene Journalist und zeitweise reichste Schriftsteller Amerikas schrieb über Buffalo Bill sehr erfolgreiche Groschenromane und mit „Scouts der Prärie“ ein Theaterstück, das ebenfalls ein Erfolg wurde und in dem Buffalo Bill selbst auftrat.

1873 trennte sich Buffalo Bill von Buntline und machte sich mit einer eigenen Truppe selbstständig, der Buffalo Bill Combination. Anfänglich spielte Buffalo Bill wie zu den Zeiten der Zusammenarbeit mit Buntline Theater. Schließlich entwickelte sich daraus jedoch eine ganze Show. Mit „Buffalo Bill’s Wild West“ tourte er ausgesprochen erfolgreich um die Welt. Neben Reitern, Pferden, Büffeln und Kunstschützen waren dabei auch Indianer zu sehen. Für Gastauftritte gewann er Indianerlegenden wie Sitting Bull. Besonders beliebt beim Publikum waren die Darstellungen von Kämpfen zwischen Cowboys und Indianern. 

Am 10. Januar 1917 starb Buffalo Bill von Weißen wie Indianern verehrt in Denver an Nierenversagen. Die Sioux trauerten um „einen guten und treuen Freund“, der vormalige US-Präsident Theodore Roosevelt um „den Amerikaner schlechthin“.