17.01.2022

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12.03.21 / Allenstein / Eine preußische Kaserne wird zum Kinderhospiz / Der örtliche Caritasverband kaufte das ehemalige Militärgebäude – Letzte Station für unheilbar kranke Minderjährige

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 10-21 vom 12. März 2021

Allenstein
Eine preußische Kaserne wird zum Kinderhospiz
Der örtliche Caritasverband kaufte das ehemalige Militärgebäude – Letzte Station für unheilbar kranke Minderjährige
Dawid Kazański

In Allenstein gibt es mehrere preußische Kasernen. Die meisten Gebäude wurden in den 1880er Jahren und einige im frühen 20. Jahrhundert errichtet. Die erste Kaserne wurde 1884 in der Kasernenstraße, in der Nähe des heutigen Westbahnhofs, gebaut. Dort war ein Schützenbataillon untergebracht. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Kasernengebäude in Wohnungen umgewandelt und in den 1980er Jahren zum Teil abgerissen. Erhalten geblieben sind die damals von Schützen genutzten Gabäude. Sie dienten als Wachhäuser und drohten später zu verfallen. Dank der Zusammenarbeit mit den städtischen Behörden gelang es dem örtlichen Caritasverband, die Immobilien zu erwerben, um ein Kinderhospiz zu errichten. Im Rahmen der Umgestaltung wurde das Gebäude um einen erdgeschossigen Eingangsbereich und eine Kapelle erweitert. Die historischen Halterungen für die Strom- und Telegrafenleitungen wurden für die Beleuchtung der Fassade genutzt. Außerdem wurden die Fundamente  vertieft und Unterkellerungen vorgenommen sowie eine umfassende Innenrenovierung mit der Installation der notwendigen Versorgungsleitungen durchgeführt. Derzeit laufen die Endarbeiten. 

Die Idee eines stationären Kinderhospizes entstand bereits vor einigen Jahren. Paweł Zięba, Direktor der Caritas der Erzdiözese Ermland, sagte: „Wir sind wie eine Familie für sie. Sie stehen unter unserer ständigen Obhut. Seit mehr als einem Dutzend Jahren besuchen die gleichen Ärzte und Krankenschwestern unsere Patienten.” Jährlich betreut die Hilfsstiftung etwa 70 Kinder, die trotz schwerer Erkrankungen zu Hause bleiben. Diese Form der Betreuung wird als häusliche Hospizpflege bezeichnet und ermöglicht es den Patienten, ihren Lebensabend zu Hause statt im Krankenhaus zu verbringen. 

Die Zeit kurz nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, wenn die Familie lernt, wie man ein krankes Kind pflegt, die Zeit der Gesundheits- und Entwicklungskrisen oder die letzten Lebensmonate des Kindes, wenn es sehr intensiv betreut werden muss, sind Zeiten, zu denen eine stationäre Rund-um-die-Uhr-Betreuung unerlässlich wird. Bislang gab es im südlichen Ostpreußen keine solche Einrichtung. Deshalb ist das Hospiz vor allem für die Allensteiner Patienten, aber auch für solche von außerhalb der Region bestimmt. Die Einrichtung wird auch Kurzzeitpflege anbieten, damit Familien sich um andere Angelegenheiten kümmern oder für eine Weile wegfahren können. Das Hospiz wird auch ein Ort sein, um freiwillige Pfleger zu schulen.