18.01.2022

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12.03.21 / Michael Wieck / Trauer um einen Königsberger

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 10-21 vom 12. März 2021

Michael Wieck
Trauer um einen Königsberger

„Er liebt seine Stadt Königsberg; Ferienreisen zur Nehrung oder an die samländische Küste sind für ihn höchstes Glück“, so schreibt Siegfried Lenz über den Musiker und Autoren Michael Wieck. Am 27. Februar verstarb des Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande mit 92 Jahren.

In Königsberg wurde Wieck am 19. Juli 1928 geboren und jüdisch erzogen. Er und seine Mutter verließen 1948 als vorläufig letzte Juden die ostpreußische Hauptstadt mit ihrer bis dahin über 400 Jahre alten jüdischen Geschichte. 

Seine Autobiografie erzählt Wieck in seinem Buch „Zeugnis vom Untergang. Ein ,Geltungsjude‘ berichtet“, für das Siegfried Lenz das Vorwort verfasst hat, aus dem das oben genannte Zitat stammt.

Wieck sprach offen und klar über diese Schreckenszeit, wovon man sich auf dem YouTube-Kanal des Zeitzeugenportals überzeugen kann. Die Kunst, insbesondere die Musik spendete ihm gegen die Anfeindungen, die Schikane und in dem ganzen Leid Trost und Hoffnung. Folglich ist es nicht verwunderlich, dass er nach seiner „Ausreise“ in Berlin Geige studiert und in Stuttgart im Kammerorchester gewirkt hat, später im Radio-Sinfonieorchester.CRS