27.01.2022

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12.03.21 / Gigantisches Hotel auf Wollin geplant

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 10-21 vom 12. März 2021

Gigantisches Hotel auf Wollin geplant
Peer Schmidt-Walther

Am Strand von Misdroy, der bisher von Bäumen und Dünen beherrscht war, werden in den kommenden Jahren zwei 33 Etagen große Hotels aus dem hinterpommerschen Sandboden schießen. Das Stettiner Bauunternehmen Siemaszko, das das größte seiner Art in der Region ist, bekam kürzlich den Zuschlag für den Bau eines gigantischen Hotels direkt am Strand von Misdroy. Dieser wird aus zwei 112 Meter hohen Hochhäusern (so hoch wie die Jakobi-Kirche in Lübeck) mit jeweils 33 Etagen bestehen. 

Auf 30.000 Quadratmetern sollen 345 Luxusapartments, Restaurants, Schwimmbäder, ein Spa, Konferenzsäle, ein Fitnessclub und ein Café entstehen. „Das Unterfangen ist bahnbrechend und sehr aufregend“, sagt Bauunternehmer Leslaw Siemaszko, „es gibt keinen Grund zur Sorge, dass diese Investition unter vielen ähnlichen verschwinden wird, weil sie sich von der sonst üblichen Architektur abhebt. Wir haben dafür gesorgt, dass jedes Apartment exklusiv und jeder Gast und Bewohner einen Meerblick haben wird. Für unsere Architekten war es eine große Herausforderung. Wir sind uns bewusst, dass es das erste so renommierte Projekt in Misdroy ist, aber das Potenzial dieses Ortes und die Erwartungen des Marktes sind riesig. Ich bin überzeugt, dass unsere Investition einen Impuls zur dynamischen Entwicklung des Kurortes geben wird.“

Die einmalige Landschaft aus Steilküste, Dünen und Wald direkt an der pommerschen Ostseeküste, gegenüber von Usedom, und in unmittelbarer Nachbarschaft des Naturparks Wollin wird durch dieses Projekt völlig verändert werden, befürchten Kritiker, nicht nur Umweltschützer. Eine noch vorhandene beschauliche Erholungslandschaft werde so zu einem Tourismusrummelplatz mit allen seinen schädlichen Folgen mutieren. Die Frage stelle sich, aus welchen Gründen die Stadtverwaltung dieses Mega-Projekt genehmigt hat, das sich rein äußerlich in keiner Weise von ähnlichen Bauten unterscheidet. Touristisch gehören derartige Mammutbauten anderswo längst zur architektonischen Vergangenheit und stoßen eher ab, als für Gäste attraktiv zu sein. 

„Diese Kalkulation wird nach hinten losgehen“, betonen polnische Umweltschützer. Ob dadurch mehr deutsche Gäste angelockt werden können, sei fraglich. Auf der Nachbarinsel Usedom fürchtet man eher die optische Verschandelung.