26.01.2022

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Folge 12-21 vom 26. März 2021 / Automobilindustrie / VW attackiert Tesla / Wie Volkswagen bei der Produktion von E-Autos bis 2030 aufholen will

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 12/21 vom 26. März 2021

Automobilindustrie
VW attackiert Tesla
Wie Volkswagen bei der Produktion von E-Autos bis 2030 aufholen will
Norman Hanert

Gut fünf Jahre nach dem Dieselskandal haben vor allem Kleinanleger in den USA die Akten von Volkswagen als preiswerte Alternative zu Papieren von Tesla entdeckt. Die Nachfrage aus Übersee trieb die VW-Stammaktie im Laufe des März in der Spitze über 350 Euro und damit auf ein Zwölfjahreshoch. 

Beflügelt wurden die Anlegerfantasien sehr stark durch den ersten „Power Day“ des deutschen Autoherstellers. Ähnlich Teslas „Battery Day“ hatte der Konzernchef Herbert Diess dabei seine Pläne für die E-Mobilität bis 2030 vorgestellt. Bis dahin will Volkswagen den Anteil reiner E-Autos an seinem Absatz in Europa auf mehr als sieben Zehntel steigern. In den USA und China peilt das Unternehmen einen E-Anteil von mehr als der Hälfte an. 

Entscheidend ist dabei aus Sicht der Wolfsburger, die Kosten von Batterien deutlich zu senken, damit E-Autos für möglichst viele Menschen attraktiv und bezahlbar werden. Zusammen mit Partnern will Volkswagen dazu bis Ende des Jahrzehnts sechs Gigafabriken zur Batterieherstellung aufbauen. VW hat inzwischen signalisiert, dass die beiden ersten Batteriefabriken im schwedischen Skellefteå und in Salzgitter entstehen werden. Neben der geplanten Eigenfertigung von Batterien kalkuliert Volkswagen damit, durch eine Einheitszelle erhebliche Kostenvorteile zu erzielen. Diese soll ab 2023 eingeführt werden und in bis zu acht Zehnteln aller E-Fahrzeuge des Konzerns verbaut werden.

Besonders weitgehende Elektrifizierungspläne haben die Wolfsburger mit ihrer spanischen Konzerntochter Seat. Deren Nachwuchs-Marke Cupra soll zu einer reinen Elektromarke werden und von Spanien aus weltweit eine junge Käuferschicht ansprechen. Auch soll das etwa 20 Kilometer von Barcelona entfernte Produktionswerk in Martorell nach den Plänen von Volkswagen komplett auf den Bau von E-Autos umgestellt werden. Laut der Wirtschaftsseite „Business Insider“ hofft Volkswagen, von der EU Fördergelder für die Umrüstung des Werks in der Nähe von Barcelona zu erhalten.

Mittel aus dem EU-Programm „Next Generation“ hat Volkswagen offenbar auch bei einem Gemeinschaftsprojekt des spanischen Staates mit Seat und dem Energieunternehmen Iberdrola eingeplant. Ebenfalls im Großraum Barcelona wollen die Beteiligten ein Batteriewerk aufbauen. Dieses soll künftig die Energiespeicher für die E-Autos liefern, die VW im Seat-Werk Martorell produzieren will. Der VW-Konzern kann bei seinen Plänen für die E-Mobilität mit Unterstützung durch die spanische Politik rechnen. Bei einem gemeinsamen Besuch mit Regierungschef Pedro Sánchez sagte König Felipe VI. für ihn habe die Zukunft im Automobilbau den Namen Elektrizität.